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Lübeck Kitagesetz: Minister erkundigt sich vor Ort
Lokales Lübeck Kitagesetz: Minister erkundigt sich vor Ort
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18:16 29.07.2019
Zusammen mit Marie (l.) und Luna bastelt Minister Heiner Garg eine Collage als Erinnerung an seinen Besuch in Lübeck. Quelle: Lutz Roeßler
St. Jürgen

Eigentlich hatte sich Britta Thede ursprünglich den Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) höchstselbst gewünscht, und dies noch zu einem anderen Zeitpunkt. „Denn Mitte Mai haben wir unser neues Außengelände eingeweiht“, erzählt die Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte St. Aegidien, „und ich wollte ihm vor Ort zeigen, dass es laufen kann, wenn man lokale Sponsoren und engagierte Eltern hat, es jedoch ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung schwierig ist, eine Einrichtung gut zu führen.“

Einladung an Daniel Günther

Zudem gebe es den Trend zu großen Einrichtungen – „wir dagegen mit 50 Plätzen sind klein und leisten auch tolle Arbeit. Das sollte die Politik auch wahrnehmen“, erläutert sie einen weiteren Beweggrund ihrer Einladung. Nun, zweieinhalb Monate später, fährt zwar auch ein Wagen der Landesregierung in der Seydlitzstraße 40 vor; es steigt allerdings Familienminister Heiner Garg (FDP) aus. „Na ja – weil es wegen Terminschwierigkeiten mit Herrn Günther nicht geklappt hat, wurde mir die Durchwahl des Büros von Herrn Garg gegeben, und so freuen wir uns jetzt sehr, dass er gekommen ist“, so die Kita-Chefin.

Kita-Reform-Gesetz vorgelegt

Für den hochrangigen Kieler Gast passt die Station in Lübeck dabei genau ins Konzept seiner aktuellen Sommertour mit Besuch von 15 Einrichtungen im gesamten Land; schließlich hatte der Minister erst im vergangenen Monat den Entwurf für das Kita-Reform-Gesetz vorgelegt. Dem war ein umfangreicher, 18-monatiger Beteiligungsprozess von Landeselternvertretung, Trägerverbänden und Kommunalen Landesverbänden vorausgegangen. Ziel ist die Verbesserung der Kitaqualität, die Entlastung der Eltern durch landesweit faire und vergleichbare Beiträge sowie die erstmalige Einführung eines verlässlichen Finanzierungsanteils des Landes pro Kind. Das Gesetz tritt zum Jahresanfang in Kraft und soll ab August 2020 umgesetzt werden.

Beitragssätze bis 850 Euro

Mit „Hi, ich bin Heiner“ stellt er sich den Kindern vor, besucht Gruppenraum für Gruppenraum, plaudert, knetet, bastelt und hat sichtlich Spaß dabei. „Ich möchte vor Ort Eindrücke gewinnen, wie die Situation ist und wie die Kita-Reform aufgenommen wird“, erklärt der Politiker. Insbesondere die Deckelung der Elternbeiträge – zum Beispiel mit maximal 288 Euro Gebühr bei einem Ganztagesplatz – sei dringend geboten gewesen. „Schließlich gibt es derzeit noch durchaus Beitragssätze im Land von bis zu 850 Euro im Krippenbereich“, berichtet Garg, „wie sollen gerade Eltern mit mehreren Kindern dies aufbringen?“

Dörte Eitel, Geschäftsführerin des Kitawerks. Quelle: ws

Dörte Eitel, Geschäftsführerin des Kitawerks, begrüßt das neue Gesetz, weist allerdings darauf hin, dass ihre Institution schon lange viel mehr leiste, als die neuen gesetzlichen Mindeststandards fordern würden. Für die fünfjährigen Mädchen Marie und Luna sind diese Diskussionen nebensächlich; sie fühlen sich hier pudelwohl und fertigen zusammen mit dem Gast eine Collage. „Groß ist der Mensch, der sein Kinderherz nicht verloren hat. Ihre Kita St. Aegidien“, steht über dem kleinen Kunstwerk. „Das kommt auf jeden Fall in mein Kieler Büro“, verspricht Garg, bevor er nach rund 80 Minuten seine Rundreise Richtung Bad Segeberg fortsetzt.

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