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Lübeck Mit Lärmschutzohren: Lübecker Schule am Stadtpark soll leiser werden
Lokales Lübeck Mit Lärmschutzohren: Lübecker Schule am Stadtpark soll leiser werden
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12:27 26.02.2019
Ove Tollgaard, Marvin Dohm und Sopia Wandel (v. l.) stellen bei Schulleiterin Claudia Schönbohm die Lärmohren vor. Quelle: John Garve/Agentur 54°
St. Gertrud

Es ist Pause in der Schule am Stadtpark. Kinder rennen die Treppen hinunter auf den Schulhof. Sie toben, rufen und lachen. Der Lärmpegel ist hoch. Auch als die Klingel zum Unterricht läutet, beruhigen sich die Erst- bis Viertklässler nur langsam. Die Schule startet deshalb jetzt das Projekt „Leise Schule“. Zum Auftakt haben Auszubildende von Dräger sogenannte Lärmohren übergeben.

LED-Lichter in Form eines Ohrs

„Überall ist es laut. Auf den Fluren, beim Essen, auf dem Schulhof“, sagt Rektorin Claudia Schönbohm. „Wir wollen mal in Erfahrung bringen, ob dieser ganze Lärm wirklich gut für uns ist.“

Schulleiterin Claudia Schönbohm will die Schule am Stadtpark leiser machen. Quelle: John Garve/Agentur 54°

Dazu sind in den kommenden Monaten verschiedene Projekte geplant. Die Lärmohren sind eines von ihnen. Es sind kleine Kästchen, auf denen mit LED-Lichtern die Form eines Ohrs nachgebildet wurde.

60 Dezibel als Grenze

Mit Hilfe der Geräte sollen die Kinder die Lautstärke in ihren Klassen künftig besser wahrnehmen können. Die Geräte leuchten grün, wenn alles in Ordnung ist. Überschreitet der Lärmpegel dagegen eine bestimmte Grenze, wechselt die Farbe zu rot. „Voreingestellt sind die Geräte auf 60 Dezibel. Dann wechselt die Farbe“, erzählt Sophia Wandel. „Aber die Lehrkräfte können den Grenzwert beliebig nach oben oder unten regulieren.“

Projekt der Azubis

Die 21-Jährige hat die Geräte gemeinsam mit Ove Tollgaard und Marvin Dohm gebaut. Die drei haben vor Kurzem ihre Ausbildung als Elektroniker für Geräte und Systeme begonnen. Die Lärmohren waren ihr erstes Projekt – drei Wochen lang hatten sie für zehn Exemplare Zeit. Hilfe bekamen sie von Kevin Martin und Mesut Celik, Azubis im Bereich Mechatronik.

„Wir haben alles selbst gemacht. Die Platine gebaut, gefräst, gelötet und gebohrt“, erklärt Ove Tollgaard den Kinder der Schule am Stadtpark, die aufmerksam die neuen Geräte betrachten. Bisher wurden zwei Ohren übergeben. Acht weitere sollen Folgen. „Die anderen laufen noch nicht ganz einwandfrei“, sagt Marvin Dohm, „aber wir arbeiten daran.“

Gift fürs Ohr

Im Anschluss an die Vorstellung gibt Prof. Dr. Jürgen Tchorz, Professor für Hörakustik an der TH Lübeck und Leiter des Junior Campus, den Grundschülern noch eine Einführung in das Thema der Akustik. Am Beispiel der Fledermaus erklärt er das Prinzip von Schallwellen. Und er warnt die Kinder vor zu lauten Geräuschen. „So ein Knall ist Gift fürs Ohr“, sagt er eindringlich, während auf der Wand hinter ihm ein China-Böller prangt.

Zum Abschluss wirft er mit den Kindern noch einen Blick auf den Aufbau des Ohrs. Und er staunt nicht schlecht, dass einige der Kinder sogar bereits wissen, dass die Hörschnecke im Ohrinneren mit den wichtigen Häarchen ausgestattet ist, die die reibungslose Weitergabe über den Hörnerv an das Gehirn ermöglichen.

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