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Lübeck Mobilitätskonzept für Travemünde: Diese Maßnahmen sollen die Probleme endlich lösen
Lokales Lübeck Mobilitätskonzept für Travemünde: Diese Maßnahmen sollen die Probleme endlich lösen
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21:13 27.08.2019
Wie auf dem ganzen Priwall bereits eingerichtet, soll in Travemünde mit wenigen Ausnahmen künftig Tempo 30 gelten. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Nachdem das Mobilitätskonzept für das Seebad vorige Woche im Ortsrat diskutiert wurde, hat sich jetzt der Bauausschuss in Lübeck damit befasst. Er folgte mehrheitlich dem interfraktionellen Antrag von CDU und SPD. Danach soll die Verwaltung das Konzept überarbeiten. Ein Knackpunkt ist unter anderem der Plan, die Vorderreihe ganzjährig zur Fußgängerzone zu machen. Die Politik will dagegen eine zweijährige Versuchszeit als verkehrsberuhigte Zone.

Kommt das Tempolimit im ganzen Ort?

Die markantesten Punkte im Einzelnen: Die Erschließung der Neuen Teutendorfer Siedlung soll nach dem Willen des Bauausschusses räumlich großzügig mit Radwegen oder Schutzstreifen vom Gneversdorfer Weg in die Siedlung angelegt werden. Die Einmündung Gneversdorfer Weg/Torstraße/Travemünder Landstraße, der mit am stärksten frequentierte Verkehrsknotenpunkt im Ort, soll von drei auf zwei Fahrspuren, eine ortseinwärts, eine ortsauswärts, reduziert werden.

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Bauarbeiten auf dem Baggersand und am Fischereihafen soll eine Lösung dafür nicht erst 2025, sondern unverzüglich erfolgen, um Gefahren besonders für Radfahrer zu minimieren. Auch soll die Verwaltung die Führung des Radverkehrs auf der Straße Am Baggersand überprüfen. Der Bauausschuss hat bei der bestehenden Regelung im Mischverkehr gravierende Sicherheitsbedenken.

Verkehrskonzept Travemünde Quelle: Jochen Wenzel

Wie bereits auf dem ganzen Priwall eingerichtet, soll auch in Travemünde ein Tempolimit von 30 km/h eingeführt werden. Ausgenommen von der Regelung sollen die Haupterschließungsstraßen sein: Gneversdorfer Weg bis zur Bahntrasse, Moorredder, Howingsbrook, Wedenberg/Pfingstbusch, Ivendorfer Landstraße, Teutendorfer Weg, Auf dem Baggersand und Travemünder Landstraße.

Radschnellweg soll Travemünde und die Innenstadt verbinden

Die Einrichtung von weiteren Halteverboten im Steenkamp, wie von der Verwaltung vorgeschlagen, lehnt der Ausschuss ab. Auch eine Umgestaltung des Ortseingangsbereichs an der Straße wird nicht für notwendig gehalten. Für einen Ausbau des Radwegs von Travemünde über Brodten nach Niendorf soll die Verwaltung ein Konzept entwickeln. Zudem soll langfristig ein Fahrradschnellweg von Travemünde bis zum Herrentunnel und von dort nach Lübeck gebaut werden.

Für die Vorderreihe schlägt die Verwaltung die Einrichtung einer ganzjährigen Fußgängerzone vor. Das lehnt der Bauausschuss mehrheitlich ab. Sie würde den Radverkehr in der Vorderreihe ausschließen, was keine Akzeptanz im Ort finden würde, heißt es in der Begründung. Dagegen soll in einer zweijährigen Versuchszeit ausprobiert werden, ob eine Lösung als verkehrsberuhigte Zone praktikabel ist. Dies soll kurzfristig erfolgen. Zudem sollen in der Vorderreihe Schilder aufgestellt werden, die Radfahrer und Fußgänger zu gegenseitiger Rücksichtnahme auffordern. Lieferverkehr soll im Sommer jeweils vormittags bis 11 Uhr zulässig bleiben. Im Winter wird diese Einschränkung aufgehoben.

Als dringlich sieht der Bauausschuss eine zweite Haupterschließung Travemündes, da mit einer Zunahme des Kraftfahrzeugverkehrs zu rechnen sei. Auch bei einer Sperrung, unfallbedingt oder wegen Instandsetzungsarbeiten, müsse der Ort erreichbar sein. Eine Lösung wird in spätestens drei Jahren erwartet. Dafür soll die Verwaltung entsprechende Untersuchungen zur Realisierung veranlassen.

Einbahnstraßenregelung soll auf den Prüfstand

Unzufrieden sind die Politiker mit der von der Straßenverkehrsbehörde vor wenigen Wochen eingerichteten Einbahnstraßenregelung in der Kaiserallee. Sie sorge insbesondere bei Verkehrsabfluss zu erheblichen Behinderungen und Stau in den Wohnstraßen. Die Verwaltung soll jetzt die Regelung noch einmal darstellen und erklären, welche Möglichkeiten eines besseren Verkehrsabflusses es gibt. Das Mobilitätskonzept wird am Donnerstag in der Bürgerschaftbehandelt.

Lesen Sie auch: Fünf Gründe, die Bürgerschaft zu besuchen

Von Thomas Krohn

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