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Lübeck Einbruchschutz mit Smart Home
Lokales Lübeck Einbruchschutz mit Smart Home
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Besonders wenn die Bewohner aus dem Haus sind, droht die Gefahr von Einbrüchen. Wie schaffen Smart Homes Abhilfe? Quelle: Fotos: beachboyx10 - stock.adobe.com
Lübeck

Der Begriff Smart Home klingt so modern, geradezu nach Science Fiction. Doch gemeint sind schlicht alle automatisierten Prozesse, die im trauten Heim zum Wirken kommen. In Zeiten, in den Computertechnologie in alle Winkel des Alltagslebens vordringt, schreitet diese Entwicklung rasant voran. Aber klar ist auch: Das gibt es nicht erst seit gestern.

„Smart Home“ bezeichnet die Vernetzung und die Automatisierung des eigenen Zuhauses – also die Verknüpfung von Haustechnik und Haushaltsgeräten sowie die Vernetzung von unterschiedlichen Geräten der Unterhaltungselektronik. Alle diese Systeme sind dabei in der eigenen Wohnung oder im Haus integriert. Von einem Smart Home spricht man insbesondere dann, wenn nicht nur viele Geräte und Komponenten (Lampen, Jalousien, Taster, Heizung,) im Haus vernetzt sind – sondern wenn diese auch die Daten speichern und verwalten können, um damit eine eigene Logik abzubilden. Wenn also die Einstellungen von Heizung, Licht und Lautsprechern, per Computer oder Smartphone schnell an die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche des Anwenders angepasst werden.

Aber Smart Homes sollen nicht nur mehr Wohnkomfort und Effizienz bringen, dabei helfen Strom zu sparen und die Umwelt zu schonen. Sie sollen – und das ist ein ganz wesentlicher Aspekt – auch mehr Sicherheit bringen.

„Die Kunden verknüpfen beim Thema Sicherheit viel mit dem Smart Home.“, sagt Peter Bode, Geschäftsführer der Lübecker Firma Habotec, die unter anderem moderne Sicherheitstechnik anbietet. „ Hier wird intelligente Technik miteinander verbunden, die sowohl von nah als auch von fern genutzt werden kann. Es haben sich vielfach Funksysteme etabliert, die natürlich auch in die smarten Systeme eingebunden werden. Die Nachfrage ist in den letzten Jahren durch ein größeres Sicherheitsbewusstsein erheblich gestiegen.“

Im Smart Home werden etwa Rauchmelder funktional als Sirenen eingesetzt, die auch bei Einbruch heulen, Kameras dienen zur nahtlosen Überwachung des Zuhauses aus der Ferne.

Vor allem aber sichern die modernen Lösungen die Fenster von Eigenheimen. „Polizeistatistiken belegen, dass in über 50 Prozent der Fälle offene und schlecht gesicherte Fenster, Balkon- oder Terrassentüren der Hauptzugang zu Häusern und Wohnungen für Einbrecher sind“, sagt der Smart Home-Experte Christopher Strobel. „Ein Smart Home kann hier Abhilfe schaffen. Elektronische Sensoren registrieren, ob Fenster und Türen offen oder geschlossen sind. Wenn ich mein Haus verlasse, melden die Sensoren mir über mein Smartphone, ob und welche Fenster noch offen sind.“ Einmal installiert, leisten diese Sensoren noch mehr, so Strobel: „Wird ein Fenster von einem Einbrecher mit Gewalteinwirkung geöffnet, nehmen die Sensoren auch das wahr. Eine Smart-Home-Alarmanlage kann ich so programmieren, dass automatisch ein Signal an mein Smartphone weitergegeben wird oder, wenn ich das will, ein automatischer Notruf an die Polizei abgesetzt wird. Lasse ich mich zunächst über mein Smartphone informieren, habe ich die Möglichkeit, mit einer installierten Kamera erst zu überprüfen, was den Alarm ausgelöst hat.“

Viele der auf Sicherheit ausgelegten Smart Home-Pakete funktionieren leidlich gut – aber es gibt Ausnahmen. Probleme sind besonders beim Datenschutz und bei der Sicherheit der Steuersysteme nicht selten. So fallen manche Sicherheits-System aus, ohne eine Warnung zu geben, sobald der Strom weg ist. Und über manche Kameras können auch digital kundige Hacker sehen, wann der Bewohner im Urlaub ist.

Stiftung Warentest fand im Test vier smarte Sicherheitssysteme ähnlich angreifbar wie Alarmlagen zum Selbsteinbau: „Wird der Stecker gezogen oder fällt der Strom aus sind drei von vier Sicherheitsanlagen kein Hindernis mehr für Einbrecher“, heißt es: „Selbst der Alarm des Testbesten kann dann ungehört verhallen. Daher kommt auch der Testsieger nicht über die Note Befriedigend hinaus.“

Smarte Sicherheitssysteme sind zunächst kostengünstig. Während Alarmanlagen, installiert vom Profi, schnell mit mehreren Tausend Euro zu Buche schlagen, kosten die Systeme zum Selbsteinbau nur ein paar hundert Euro. Stiftung Warentest hat Systeme für durchschnittlich große Eigenheime untersucht, die zwischen 380 und 650 Euro gehandelt werden, zum Lieferumfang gehörten sechs Öffnungs- und zwei Bewegungsmelder, eine Innensirene und eine Zentrale. Teilweise waren sie mit Fernbedienungen und integrierte Überwachungskameras ausgestattet.

Während die Installation der Systeme leicht sei, so die Prüfer, fiel die Handhabung oft etwas schwerer. Das betraf etwa die Vergabe von Nutzungsberechtigungen oder Erläuterungen der Anbieter, wie die Software zu bedienen und das Alarmsystem einzustellen ist.

Zudem fanden die Prüfer beim Check der Alarmfunktion diverse Probleme. Ein Schwachpunkt wurde bei allen getesteten System ermittelt: die sogenannten Zentralen. Was Stiftung Warentest bemängelt ist, dass diese durchweg „ohne Warnton oder Hinweis auf das Smartphone des Besitzers den Betrieb einstellen, wenn der Strom ausfällt oder der Stecker gezogen wird.“

Zudem seien die Systeme weitgehend nicht gegen Sabotage von Bewegungs-, Fenster- und Türöffnungsmelder geschützt. Nur beim Testbesten schlage die Innensirene Alarm und der Besitzer erhalte eine Push-Nachricht auf sein Smartphone, wenn sich ein Unbefugter zu schaffen macht.

Die Tester bemängeln außerdem, dass es keine Garantie auf Sicherheitsupdates gibt. Das ist nicht ungravierend, denn Sicherheitsexperten raten dazu, besonders darauf zu achten, dass Updates installiert werden und Geräte in ihren Zugriffen eingeschränkt werden. Eine veraltete Software gilt als anfällig für Sicherheitslücken. Anwendungen sollte regelmäßig aktualisiert werden, um mögliche Gefahren auszuschließen.

Tatsächlich muss, wer seine eigenen vier Wände smarter macht, sich zwangsweise auch immer mit der digitalen Sicherheit seines Zuhauses beschäftigen – also mit der Sicherheit der Software. Nur ein bedachter Umgang mit smarten Technologien schützt vor möglichen Gefahren, die auch außerhalb des vertrauten Heims lauern können.

Zu den wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen gehört es etwa, das voreingestellte Passwort aller Dienste zu ändern und auch für jeden ein eigenes, komplexes Passwort zu verwenden. Um diese zu verwalten, empfiehlt sich ein Passwort-Manager. Darin sind alle sensiblen Daten verschlüsselt und man muss sich nicht darum sorgen, dass das Verwaltungsprogramm für seine Passwörter selbst zum Problem wird.

„Sicherheit durch intelligente Vernetzung in einem Smart Home ist die eine Seite der Medaille, welche die Vorteile der Digitalisierung mit sich bringt,“ sagt Smart Home-Experte Christopher Strobel: „Doch leider nutzen auch Kriminelle die neuen Möglichkeiten: Eine Studie in England ergab, dass Einbrecher heute in 78 Prozent der Fälle Facebook, Twitter und Foursquare nutzen, um geeignete Einbruchsobjekte ausfindig zu machen. 74 Prozent der Einbrecher nutzen Street View, um vorab das Objekt zu analysieren. Daher empfehle ich für die Urlaubszeit oder während Geschäftsreisen, keine (öffentlichen) Statusmeldung bei Facebook zu veröffentlichen. Auch Fotos aus dem Urlaub sollte man nicht direkt aus dem Urlaubsort posten.“

Das ist an sich keine neue Einsicht. Der Begriff Smart Home klingt eben nach besonders ausgefeilten, technisch anspruchsvollen Lösungen – und weckt damit genauso viele Hoffnungen wie Ängste bei denen, die diese zur Sicherung ihres Zuhauses einsetzten. Tatsächlich ähneln aber die Empfehlungen, wenn es um das mit einem Smart Home ausgestattete Haus geht sehr den althergebrachten: So war es nicht nur bereits seit den Achtzigern gang und gäbe, etwa mit Zeitschaltuhren sein Haus zu sichern, wenn man im Urlaub war – sondern eben auch, den Briefkasten von den Nachbarn leeren zu lassen, damit Diebe nicht auf falsche Gedanken kommen.

Gesunder Menschenverstand ist eben immer noch eines der besten Mittel gegen alle Arten von Angriffen oder Gaunereien.

https://christopherstrobel.de

Von LN