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Lübeck Sperrung der Mühlentorbrücke: Fußgänger und Radfahrer leben gefährlich
Lokales Lübeck Sperrung der Mühlentorbrücke: Fußgänger und Radfahrer leben gefährlich
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20:04 12.07.2019
Lisa Bendfeld (20) und Lasse Gerstenberg (26) stehen auf dem Fußweg zur Mühlentorbrücke. Die ist gesperrt. Nun wissen sie nicht weiter. Die Radfahrerin im Hintergrund versucht derweil, die Straße zu überqueren. Quelle: Cosima Künzel
Innenstadt

Gefährliche Verkehrssituation an der Mühlentorbrücke. Nachdem der östliche Geh- und Radweg kurzfristig gesperrt wurde, wissen viele Fußgänger nicht, wo es langgeht. Teils weichen sie sogar auf die Straße aus. Radfahrer müssen auf der Fahrbahn fahren und geraten ebenfalls in brenzlige Situationen. Laut Stadt wurden die Hinweise so aufgestellt, dass die Straßenseite von Fußgängern gefahrlos gewechselt werden kann.

Alle Lübecker Problem-Brücken in unserem multimedialen Brücken-Check.

Eines der Hinweisschilder für Fußgänger vor der Brücke. Radfahrer fahren bis zur Absperrung und müssen auf die Fahrbahn ausweichen. Quelle: Holger Kröger

Grund für die Sperrung des Geh- und Radwegs sind Instandsetzungsarbeiten. Die Stadt hatte akute Durchrostungsschäden am Bauwerk festgestellt. Ein bisher als nicht kritisch eingestufter Schaden habe sich erheblich verschlechtert, hieß es am Donnerstagabend. Anfang kommender Woche beginnen die Arbeiten.

Hinweisschilder übersehen

Die Stadt hat die Hinweisschilder für Fußgänger nun so aufgestellt, dass diese – von St. Jürgen kommend – den Mühlentorteller umrunden müssen, um auf der gegenüberliegenden Seite über die Brücke zu gehen. Lasse Gerstenberg (26) und Lisa Bendfeld (20) haben die eher provisorischen Hinweisschilder im Din-A-3-Format aber nicht gesehen. Sie sind direkt an einer Absperrung vorbeigegangen. Da war ausreichend Platz. Nun stehen sie vor der zweiten Absperrung. Die ist direkt vor der Brücke. „Und nun? Wo geht es weiter?“, fragt die 20-Jährige und hebt ratlos die Hände.

Autos hupen, Busse rauschen vorbei

Sie sind nicht die Einzigen. Vier Jungs stehen an der Straße vor der Brücke und versuchen, die Straße zu überqueren. Das ist schwierig. Selbst an einem Ferientag ist es hier voll. Autos hupen, Busse rauschen vorbei. Und es ist nicht mal Feierabendverkehr.

Gefährliche Verkehrssituation an der Mühlentorbrücke. Bettina Krull (49) und Henri (10) ärgern sich über das Chaos. Quelle: Cosima Künzel

„Ganz Lübeck ist doch eine Baustelle – und jetzt das hier“, schimpft Bettina Krull (47). Sie wollte mit Henri (10) ins Kino und weiß nicht, wie sie hinkommen soll. „Dann gehe ich wohl um den Kreisel“, sagt sie. Schilder hat sie nicht gesehen.

Schäden und Absperrungen

Derweil kommt eine andere Frau stadtauswärts zu Fuß direkt über die Brücke. Sie geht fast auf der Fahrbahn, drückt sich auf einem schmalen Wegstreifen am Bauwerk entlang. „Das war gefährlich“, sagt sie später selbst. „Aber wie soll es sonst gehen?“ Von der Innenstadt kommend hätte sie die Ampelanlage bei der Einmündung der Wallstraße nutzen sollen. „Aber ein Schild habe ich nicht gesehen. Vor mir ging bereits eine 80-Jährige, da bin ich hinterher.“

Sophia Passarge steht ratlos mit drei Kindern und Fahrrad zwischen den Absperrungen. Auf die Straße will sie mit den Kleinen auf keinen Fall ausweichen. Ein Hinweisschild war nicht zu sehen, sagt sie. Quelle: Cosima Künzel

Für Radfahrer ist es nicht besser. Laut Stadt werden diese aus dem Mühlentorteller heraus auf die Fahrbahn geleitet. Für Sophia Passarge (32) ist das keine Option. Sie ist mit drei kleinen Kindern unterwegs. Zwei sitzen im Lastenrad, eines fährt selber Rad. Ratlos schaut sich die Mutter um. „Jetzt muss ich hier wohl wenden und über Hüxtertorallee und Wahmstraße in die Altstadt fahren“, sagt sie, „mit den Kindern fahre ich hier bestimmt nicht auf die Straße.“

Radfahrer müssen auf die Straße ausweichen. Quelle: Holger Kröger

Auch für diejenigen Radfahrer, die auf die Fahrbahn ausweichen, ist es schwierig. Sie fahren aus dem Kreisel auf die Absperrung zu und müssen blitzschnell auf die Straße. Wenn mehrere Radfahrer schnell hintereinander fahren, ist es besonders gefährlich. Einmal bremst jemand irritiert vor der Absperrung. Die anderen kommen fast ins Schleudern, Autos hupen. Man muss nur 15 Minuten zuschauen: Eine gefährliche Situation folgt auf die nächste.

Noch gut drei Wochen

Laut Stadt ist für eine zügige Beseitigung der Brückenschäden bereits eine Schlosserfirma beauftragt worden. Der Bereich Stadtgrün und Verkehr geht davon aus, „dass die Sperrung spätestens zum Ende der Sommerferien wieder aufgehoben“ werden kann. Doch das sind noch mehr als vier Wochen.

Cosima Künzel

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