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Lübeck Müll-Debatte nach dem „Campus Open Air“
Lokales Lübeck Müll-Debatte nach dem „Campus Open Air“
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15:51 28.05.2019
Nicht schön: Gäste des Campus Open Airs lassen Müll und viele Scherben auf den Wegen und dem Rasen zurück. Quelle: Hendrik Müller
Hochschulstadtteil

Einmal im Jahr fühlt sich Lübeck mehr als sonst nach einer Studenten-Stadt an. Dieses Jahr war das vergangenen Freitag, als Mitglieder des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) Kommilitonen und Bürger zum „Campus Open Air“ einluden (LN berichteten). Für Ärger sorgten aber bei Anwohnern der zurückgelassene Müll und ein wahrer „Scherbenhaufen“ auf Rasen, Fuß- und Radwegen im Carlebach-Park am Tag danach.

Das Festival wird auf dem Gelände der Universität und der Technischen Hochschule von einer Gruppe Studierender organisiert. Sie bereiten es vor, koordinieren die Bands und den Poetry Slam, verkaufen Essen und Getränke und sorgen dafür, dass die rund 8000 Gäste einen gelungenen Abend haben. Bis zwei Uhr nachts spielt die letzte Band, morgens um acht treffen sie sich nach Angaben des Veranstalters schon wieder, um das Gelände zu säubern. „Wir arbeiten komplett ehrenamtlich“, sagt Organisator Christian Ehlers stolz, „und stellen eine echt große Sache auf die Beine“.

Scherben über Scherben

Doch nicht alle waren begeistert. Gängiger Tenor bei Spaziergängern, die am Tag danach den Park nutzen wollten: „Für Kinder, die im Park spielen möchten, Hundehalter und Radfahrer ist das Gelände zurzeit vor allem wegen der vielen Scherben nicht empfehlenswert.“ Die Kehrseite sieht auch Hendrik Müller, als er am Sonnabendmorgen zu seinem Arbeitsplatz am Carlebach-Park kommt: Die Wiese ist voll von liegen gelassenem Müll, kaputten Glasflaschen und Gläsern. „Das hat ausgesehen wie ein Schlachtfeld“, sagt er, „ich war schockiert“. Den Veranstaltern macht er keinen Vorwurf, „die sind ja gekommen und haben aufgeräumt“. Er könne aber nicht verstehen, weshalb die Leute ihren Müll dort liegen lassen. „Es ist ein kollektiver Aussetzer“, vermutet er. „Einer lässt was fallen, und dann machen die anderen das auch“.

Ohne Verpackung geht es nicht

In diesem Jahr, sagt Müller, sei besonders viel Müll und vor allem Glasscherben liegen geblieben. Das sieht Ehlers anders. „Ab einem gewissen Alkoholpegel ist das so. Würden wir aber keinen Alkohol ausschenken, dann würden die Leute ihn anderswo kaufen und noch mehr Müll liegen lassen“. Der Veranstalter gebe nämlich größtenteils Mehrweg-Pfandbecher aus. Auf der Wiese lagen auch viele Servietten, die Gäste zur Wurst bekommen hatten. Ein Komplett-Verzicht auf Verpackungen sei zurzeit organisatorisch schwierig.

Ehlers findet es ungerecht, „zu schimpfen, wenn der Carlebach-Park morgens um acht noch nicht sauber ist“. Obwohl die Wiese nicht zum eigentlichen Festival-Gelände gehört, hätten sie sie zuerst gesäubert, um Konflikte mit den Anwohnern zu vermeiden. „Es kamen auch Anwohner, die sich bedankt haben, dass wir sauber machen“, sagt er.

Hendrik Müller wünscht den Veranstaltern, dass der Putz-Einsatz eines Tages vielleicht nicht mehr nötig ist. „Es geht um Reflexion, darum, das Ganze zu sehen“, sagt er – im Klartext: darum, dass die Gäste ihren Müll selber wieder mitnehmen sollten.

Friederike Grabitz

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