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16:25 23.03.2019
Müllsammeln am Burgtor: Antonia (6) sammelt eine Chipstüte ein, ihr Vater, Innensenator Ludger Hinsen (r.), und EBL-Chef Jan-Dirk Verwey machen als Rotarier bei der Sammel-Aktion mit. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Mit ihrer großen Greifzange macht die sechsjährige Antonia den ersten Fund, den sie stolz in den blauen Müllsack befördert – ein kaputtes Feuerzeug, achtlos weggeworfen im Hof des Burgtors. Antonia dürfte die jüngste Teilnehmerin sein, zumindest in ihrer Gruppe, die aus Aktiven des Rotary-Clubs Lübeck Burgtor und aus Anwohnern der Kleinen Burgstraße besteht.

Jan-Dirk Verwey, nicht nur Clubpräsident, sondern auch Chef der Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL), verteilt Handschuhe, Greifer und Müllsäcke, bevor sich die rund 20 Leute in Vierer-Gruppen aufteilen und in die Umgebung ausschwärmen. Der Müllsack von Golo Beisel (38), der seine Freunde aus der Kleinen Burgstraße unterstützt, ist schon gut gefüllt. Seit 9 Uhr ist er unterwegs, hat mit anderen zusammen zunächst auf dem Koberg Müll gesammelt. Die Ausbeute: „Gefühlte 40 000 Zigarettenkippen, Verpackungen, kleine Flachmänner.“

Das Thema „Zigarettenkippen“ zieht sich wie ein roter Faden durchs Stadtgebiet, denn so ziemlich allen Müllsammlern kommen die gelben Filter in die Hände. Die SPD-Landtagsabgeordnete Kerstin Metzner (57) steht allein auf einer Grünfläche an der Baltic-Schule in Buntekuh, mit behandschuhten Händen schiebt sie immer wieder Kippen zusammen. „Seit ich weiß, dass es 15 Jahre braucht, bis sie sich abbauen, finde ich weggeworfene Zigaretten ganz schrecklich.“ Angesichts der unzähligen Stummel auf dem Rasen sagt sie fast ein bisschen trotzig: „Ich geh hier erst weg, wenn ich alle aufgesammelt habe.“

Entdeckt hat sie die Kippen auf dem Rückweg vom Spielplatz, den sie gemeinsam mit einem älteren Ehepaar von Unrat befreit hat. Rund um das beinahe leerstehende Einkaufszentrum „Bunte Kuh“ sind verschiedene Gruppen, unter anderem eine Kindergruppe der Kirchengemeinde, am Morgen ausgeströmt, um ihren Stadtteil sauber zu halten – insgesamt 30 bis 40 Personen.

Im Nieselgrau des Vormittags liegt vor dem Drehbrückenhaus auf der Wallhalbinsel ein Haufen aus kaputtem Wäscheständer, Müllsäcken, Leuchtstoffröhren und anderem Unrat. Ein Stückchen entfernt davon stehen Männer in Tarnkleidung – Mitglieder der Reservisten-Kameradschaft Lübeck. Bereits um 9 Uhr haben sie mit dem Müllsammeln rund um die Media Docks angefangen, jetzt legen sie gerade eine Pause mit kalten Getränken ein.

Es ist die erste Beteiligung der Reservisten an der Müllsammel-Aktion, „wir haben das als Möglichkeit gesehen, uns einmal zu präsentieren“, sagt Vorsitzender Thomas Helmke (39). Von der Einfahrt bis zum Strandsalon räumen die zehn Männer an diesem Vormittag auf, zu ihrer „Ausbeute“ gesellen sich noch ein Fernseher, ein Fahrrad, ein Holzstuhl und ein Sofa.

Kamerad Peter Lopatta (80), der in der Fischergrube wohnt, merkt an: „Bei mir in der Straße wusste niemand von der Säuberungs-Aktion.“ Auch Lars-Arne Walter (46) findet: „Es wurde nicht hinreichend bekannt gemacht, dass Schüler auch schon am Freitag Müll sammeln können, da müsste man mehr Werbung machen.“ Dabei spricht EBL-Chef Jan-Dirk Verwey von einer „Rekordbeteiligung“. Schließlich sind im gesamten Stadtgebiet 80 Gruppen mit rund 4000 Teilnehmern angemeldet.

Besondere Aktion in Travemünde

In Travemünde hatte Kunstwerkerin Ninette Mathiessen zur einer besonderen Aktion aufgerufen: Sie sammelte „verbalen Müll“ ein. Schnell füllte sich ihre mit Fischen bemalte Mülltonne mit Zetteln, auf denen „Brexit“, „Feinstaubbelastung“ oder „Kohleausstieg“ standen.

Am Nachmittag werden die Abfälle von den EBL eingesammelt, am Montag sollen Mengen und besondere Funde bekanntgegeben werden.

Sabine Risch

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