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Lübeck Nach Hundebiss in Lübeck: Erste Hinweise auf Pitbull-Besitzer
Lokales Lübeck Nach Hundebiss in Lübeck: Erste Hinweise auf Pitbull-Besitzer
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18:25 09.07.2019
Annika Appel wurde im ehemaligem Grenzstreifen bei Schlutup von einem Hund angegriffen. Der Besitzer gab falsche Personendaten an. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Schlutup

Bei der Polizei sind im Fall der Hundeattacke auf Annika Appel erste Hinweise eingegangen, die zu Rückschlüssen auf die Identität des Hundebesitzers und seines Pitbull-Mischlings führen könnten. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne die Polizei momentan noch keine weiteren Angaben machen, teilte ein Sprecher mit.

Wahrscheinlich ist der Nerv in der Hand betroffen

Bei einem Spaziergang in einem Waldgebiet bei Schlutup war der Pitbull-Mischling, der von seinem Besitzer nicht angeleint wurde, auf Appel zugestürmt und hatte ihr in die Hand gebissen. „Es wird langsam besser“, sagt Appel. „Ich kann schon wieder leere Wasserflaschen mit meiner Hand halten und eine Faust ballen, aber nicht mit viel Kraft.“ Sie musste nach dem Angriff des Hundes operiert werden. Ob sie bleibende Schäden davontragen wird, ist noch nicht klar. „Mein Daumen ist noch halbtaub. Wahrscheinlich ist doch etwas mit dem Nerv nicht in Ordnung.“

Der Besitzer des Pitbull-Mischlings hatte Annika Appel nach dem Angriff seine persönlichen Daten gegeben, die sich allerdings als falsch herausgestellt hatten. Deswegen hat sie Anzeige gegen unbekannt gestellt. „Es haben sich einige Hundehalter aus der Umgebung bei mir gemeldet und viele Hinweise gegeben, aber bisher war nicht der richtige dabei“, sagt Appel. „Hoffentlich findet die Polizei den Mann.“

Täter festhalten, bis die Polizei eintrifft?

Es ist für Opfer von solchen Hundeattacken sehr schwierig, den Besitzer zur Rechenschaft zu ziehen, wenn er falsche Personendaten angibt. Theoretisch hätte man in manchen Fällen das Recht, den Hundehalter solange festzuhalten, bis die Polizei eintrifft. „Zur Sicherung des Anspruches auf Bekanntgabe der Personalien kann es im Extremfall rechtlich erlaubt sein, den Hundehalter bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten“, erklärt Rechtsanwalt Thomas Henke aus Lübeck.

Rechtliche Grundlage hierfür ist der Paragraf 229 des Bürgerlichen Gesetzbuches zur erlaubten Selbsthilfe. „Allerdings ist es in der Praxis nicht immer ratsam, dies auch zu tun“, sagt Henke. „Wenn der Hundehalter beispielsweise aggressiv ist, dann wäre es bestimmt nicht klug, ihn festhalten zu wollen – mal ganz abgesehen davon, ob es von den Kräfteverhältnissen überhaupt möglich ist.“

Zeugen sind wichtig!

Henke rät in so einem Fall eher, den Dialog zu suchen und sich im besten Fall ein Ausweisdokument vorzeigen zu lassen. „Wenn das nicht gehen sollte, dann wäre es auch ratsam, ein Foto von dem Hund zu machen. Und wichtig ist in diesem Moment, dass man Zeugen hat, die den Vorfall bestätigen und Angaben zum Aussehen des Hundebesitzers sowie zu dem Hund machen können.“

Bei Annika Appel war es nicht möglich. Sie war viel zu geschockt, hat sich um ihren Hund „Kaito“ gekümmert. Außerdem vertraute sie darauf, dass die Daten stimmen. Auch ihr Bekannter, der sie an dem Tag des Hundeangriffs bei dem Spaziergang begleitet hat, stand unter Schock. Beide können sich nur wenig an das Aussehen des Hundehalters erinnern. Annika Appel weiß auch nicht mehr genau, ob der Hund ordnungsgemäß eine Hundemarke getragen hat oder nicht. „Mir ist keine Hundemarke aufgefallen.“

9650 registrierte Hunde

Jeder Hund muss angemeldet werden, da eine Hundesteuer fällig wird. Neben einer Hundemarke muss am Halsband des Tieres laut schleswig-holsteinischem Hundegesetz Name und Anschrift des Halters vermerkt sein. In Lübeck sind derzeit 9650 Hunde registriert. Auffällig gewordene Hunde werden – unabhängig von der Rasse – als gefährlich eingestuft. Halter dieser Hunde müssen eine theoretische und praktische Sachkundeprüfung ablegen, um ihn weiterhin halten zu dürfen.

Hannes Lintschnig

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