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Lübeck Nach Thomas-Cook-Insolvenz: Viele Lübecker sind verunsichert
Lokales Lübeck Nach Thomas-Cook-Insolvenz: Viele Lübecker sind verunsichert
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20:20 23.09.2019
Die Mitarbeiter des Thomas-Cook-Reisebüros in der Lübecker Innenstadt mussten am Montag viele Fragen von Kunden beantworten. Quelle: Hannes Lintschnig
Lübeck

Nächsten Sonntag soll es losgehen. Aber ob sich Bettina Mohnke tatsächlich die Sonne auf der griechischen Insel Rhodos auf den Bauch scheinen lassen kann, steht im Moment noch in den Sternen. „Ich habe sofort mein Online-Reisebüro angerufen, als ich von der Insolvenz von Thomas Cook gehört habe“, sagt die 59-Jährige, die für sich und sieben Freunde Flugtickets gebucht hat. „Aber die wissen auch nichts Genaues. Uns bleibt nur eins: warten.“

„Es ist echt traurig, aber der Urlaub wird wohl flach fallen“

Viel Hoffnung hat Bettina Mohnke allerdings nicht. „Es ist echt traurig, aber der Urlaub wird wohl flachfallen“, sagt Mohnke, die über ein Online-Reisebüro vier Flüge bei der Thomas-Cook-Tochter Condor und vier Flüge über den Reiseveranstalter FTI gebucht hat. „Die FTI-Flüge sollen angeblich sicher sein, die Condor-Flüge nicht. Das Reisebüro will nach neuen Flügen suchen, aber das wird bestimmt nichts – schon gar nicht ab Hamburg. Wir sind alles Angestellte und können unseren Urlaub nicht einfach verschieben. Es ist wirklich eine blöde Situation gerade.“

Stress im Lübecker Reisebüro: Kunden sind verunsichert

In einer blöden Situation sind auch die Kunden und Mitarbeiter des Thomas-Cook-Reisebüros in der Lübecker Innenstadt. Die Reiseberater stehen im Dauerstress, die Telefone laufen heiß – und einige Kunden kommen persönlich, um sich über den Status ihrer Reise zu informieren. „Mein Flug in die Türkei sollte am Donnerstag starten“, sagt ein Lübecker, der mit seiner Lebensgefährtin seit drei Jahren keinen Urlaub mehr gemacht hat und sich auf eine kleine Auszeit vom Job gefreut hat. „Meine Reiseberaterin war wirklich sehr nett, aber sie kann auch nichts Genaues sagen. Wir wissen gar nichts – noch nicht einmal, ob wir jetzt unsere Koffer packen sollen oder nicht.“

Das weiß LN-Mitarbeiterin Teresa Claussen auch nicht. Die 37-Jährige hatte schon im Mai eine Pauschalreise nach Lanzarote über das Online-Reisebüro Travelscout24 gebucht. Die Bestätigung ihrer Reise kam dann von Neckermann, einer Tochterfirma von Thomas Cook. „Ich war geschockt, als ich am Sonntag von der drohenden Pleite gehört habe und sofort das Reisebüro angerufen“, sagt Claussen. „Man sagte mir, dass ich beruhigt sein könnte, schließlich sei die deutsche Sparte von Thomas Cook nicht betroffen. Aber das sah am Montag dann ganz anders aus.“

Sie hoffen, dass ihr Ferienflieger abheben wird: Teresa Claussen mit ihrer fünfjährigen Tochter Fritzi. Quelle: Privat

Geld zurück? Online-Reisebüro nicht erreichbar

Telefonisch war Travelscout24 am Montag nicht mehr erreichbar. Theresa Claussen hat schon 700 Euro für die Reise mit ihrem Lebensgefährten und ihrer fünfjährigen Tochter angezahlt – und fragt sich nun, ob sie das Geld jemals wiedersieht. „Das mit dem Geld ist natürlich sehr ärgerlich und wir sind alle traurig, wenn unser Urlaub ausfällt.“

Mehr Glück haben anscheinend Reisende, die ihre Flüge über FTI gebucht haben. „Ich dachte schon, dass meine Reise ausfallen muss“, sagt eine Frau, die aus dem Reisebüro von Thomas Cook in der Mühlenstraße herauskommt. Am nächsten Montag geht es für sie nach New York. „Ich freue mich darauf, aber wer weiß: Ich nehme lieber extra Bargeld mit, falls ich alleine wieder nach Hause kommen muss.“

Von Hannes Lintschnig

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