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Lübeck Nach Tod von Frau: So wichtig sind Bankfilialen für Obdachlose in Lübeck
Lokales Lübeck Nach Tod von Frau: So wichtig sind Bankfilialen für Obdachlose in Lübeck
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19:05 12.12.2019
In der Commerzbank Filiale in der Fackenburger Allee ist die tote Obdachlose gefunden worden. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Drei Jahre lang haben sie die Frau fast täglich versorgt. Die Mitglieder der Obdachlosenhilfe Lübeck e.V. haben die Nachricht von der Frau, die in der Filiale der Commerzbank in der Fackenburger Allee von einem Feuerwehrmann tot aufgefunden wurde, der noch versucht hatte, Erste Hilfe zu leisten, mit Bestürzung aufgenommen. „Natürlich waren wir alle sehr betroffen“, sagt Jan Rühmling von der Obdachlosenhilfe Lübeck.

„Diese Räume können Leben retten“

Die Frau war eine der über 25 obdachlosen Menschen in Lübeck, die nachts nicht in Aufnahmeeinrichtungen schlafen, sondern die Nächte im Freien verbringen und von der Obdachlosenhilfe versorgt werden. In der Filiale der Commerzbank in der Fackenburger Allee sei sie öfters gewesen, um sich aufzuwärmen. „Diese Räume können Leben retten“, sagt Rühmling. „Auch wenn sie nachts verschlossen werden – die Menschen haben ihre Tricks, um trotzdem reinzukommen.“

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Das gefällt den Banken natürlich nicht unbedingt. „Die Banken reagieren teilweise sehr allergisch darauf“, sagt Rühmling. „Und das kann ich auch zum Teil verstehen.“ Denn natürlich gebe es Menschen, die diese Räume nicht so hinterlassen, wie sie sie vorgefunden haben. „Wir klären sie auf, dass sie sich in den Räumen benehmen müssen, um wiederkommen zu können. Aber das macht natürlich nicht jeder.“

Jan Rühmling beim Start des Lübecker Kältebus an der Moltkebrücke im Oktober dieses Jahres. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Sicherheitsdienste, um Obdachlose aus Banken zu vertreiben

Die Anzahl der Menschen, die die Nächte draußen verbringen, habe laut Rühmling in Lübeck innerhalb der letzten drei Jahre zugenommen. „Das merken auch die Banken, sie haben immer weniger Verständnis“, sagt Rühmling. In einigen Banken kontrollieren Sicherheitsunternehmen, dass die Räume nachts nicht von Obdachlosen betreten werden – und schicken sie in die Kälte.

„In einer Bankfiliale in der Breiten Straße hat ein Sicherheitsbeamter die Menschen zwar rausgeschmissen – es ist ja auch sein Job – aber er hat ihnen immer Tee und Kaffee mitgebracht“, erzählt Rühmling. „Das macht natürlich nicht jeder. Wir haben auch Fälle, in denen Sicherheitsbeamte schlafende Menschen durch Tritte geweckt haben.“

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Obdachlosenhilfe fordert warmen Container von der Stadt Lübeck

So schlimm der Vorfall in der Fackenburger Allee auch ist – für die Obdachlosenhilfe Lübeck ist es nichts Neues. Im Frühjahr ist ein Obdachloser am Lübecker Bahnhof verstorben, der dort Platte gemacht hatte. Ein anderer wurde leblos auf einer Toilette in einem Parkhaus in der Innenstadt gefunden. „Wir würden uns wünschen, dass unsere Schützlinge in einem geschützten Raum und nicht in einem Vorraum einer Bank oder sonstwo sterben.“

Deswegen wünscht sich Jan Rühmling, dass die Stadt Lübeck einen beheizten Container bereitstellt, der an einem zentralen Platz in Lübeck steht und den Obdachlosen einen Platz zum Aufwärmen bietet. „Wir würden auch die Pflege des Schutzraumes übernehmen, aber die Stadt müsste ihn finanzieren.“

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