Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Nachwuchs für eine kriselnde Branche
Lokales Lübeck Nachwuchs für eine kriselnde Branche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 26.07.2014
Die frisch gebackenen Schiffsmechaniker freuen sich auf der „Passat“ mit Ausbildern und Gast Björn Engholm (2. v. l.) über ihre Abschlüsse.
Travemünde

Ferne Länder entdecken, fremde Kulturen kennenlernen oder gemütlich in der Hafenkneipe sitzen — von der einstigen Seefahrer-Romantik ist heute nicht mehr viel übrig geblieben. Wer auf große Fahrt geht, muss belastbar sein. Besonders auf den Containerschiffen ist Zeit Geld. Das haben auch die 28 Absolventen der schleswig-holsteinischen Seemannsschule in Travemünde während ihrer Ausbildung zum Schiffsmechaniker erfahren, die während einer feierlichen Zeremonie auf der „Passat“ ihre Zeugnisse entgegennehmen konnten.

Philipp Wichmann ist während seiner dreijährigen Ausbildung zum Schiffsmechaniker bei der Reederei Hamburg Süd eineinhalb Jahre auf See gewesen. Er war in Südamerika, in Asien und in zahlreichen Ländern rund um das Mittelmeer unterwegs. „An Bord bist du Mädchen für alles“, sagt der 22-Jährige. Auch wenn die Seefahrer-Romantik längst verschwunden sei, so sei der Beruf total abwechslungsreich und spannend. Man lerne nicht nur die Maschinen kennen, sondern müsse sich auch um die Lüftung oder sogar um die Sanitäranlagen kümmern. Aber auch Knotenkunde und das Navigieren mit dem Sextanten wurden dem jungen Mann beigebracht. Nach seinem erfolgreichen Abschluss will Philipp Wichmann zunächst mindestens ein weiteres halbes Jahr auf See Praxis sammeln und dann Nautik studieren.

Das hat auch Laura Villamil (23) vor. Die gebürtige Kolumbianerin ist eine von drei Frauen des diesjährigen Abschlussjahrgangs der Seemannsschule. Sie ist mit elf Jahren nach Schleswig und dort zum ersten Mal in ihrem Leben mit der See in Berührung gekommen. Das Wasser und die Schiffe haben die begeisterte Seglerin seitdem nicht mehr losgelassen. „Ich habe ein Praktikum bei einer Reederei gemacht und nach dem Abi die Schiffsmechaniker-Ausbildung bei Hamburg begonnen“, erzählt die junge Frau. Sie habe schon davor an Automotoren herumgeschraubt und deshalb keine Scheu vor dem Männerberuf gehabt. An Bord habe immer alles gut geklappt. Dort würden nach ihrer Erfahrung keine Unterschiede zwischen Mann und Frau gemacht.

Schulleiter Holger Garbelmann lobte seinen hochqualifizierten Absolventen. Sorgen würden ihm aber die rückläufigen Ausbildungszahlen machen. Zwischen 2008 und 2013 hat sich die Zahl der neuen Schiffsmechaniker-Auszubildenden bundesweit von 308 auf 161 fast halbiert. Grund ist die anhaltende Krise in der Seeschiffahrt. „Die Reedereien haben ihr Ausbildungsangebot drastisch zurückgefahren“, so Garbelmann. hp

LN

Die Gemeinnützige setzt ihre Veranstaltungen für Literaturfreunde fort. Bei der heutigen Lesezeit im Garten der Gemeinnützigen, Eingang rechts vom Heilig- Geist-Hospital, ...

26.07.2014

Im Auftrag der Nordkirche inspiziert Experte Hans-Martin Petersen derzeit die maroden Instrumente.

26.07.2014

Mit vereinten Kräften haben Taucher der Berufsfeuerwehr und Wassersportler gestern einen Mann auf der Wakenitz gerettet.

26.07.2014