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Lübeck Nebelgranate auf Flughafen Lübeck geborgen
Lokales Lübeck Nebelgranate auf Flughafen Lübeck geborgen
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00:04 18.05.2011
Am Flughafen Lübeck ist am Dienstag einBehälter mit einer ätzenden Chemikalie aus dem Zweiten Weltkrieggeborgen worden. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Beim Ausgraben entwickelte sich erneut weißer Rauch, der Teile des Flughafens einnebelte. Mitarbeiter der "Gesellschaft für Kampfmittel-Beseitigung" näherten sich unter Atemschutz und in Schutzanzügen dem Chemiefund. Chlorsulfonsäure ist geruchslos und stark ätzend, greift Schleimhäute, Augen und die Haut an und wurde im Weltkrieg zur Vernebelung von Flugplätzen eingesetzt. Gegen 15 Uhr hob ein Bagger das Fass, das laut Bergungsleiter Hans-Ulrich Mücke noch zu Dreivierteln gefüllt war, aus der Grube und versenkte es in einem Überfass.

Das wird von der Firma Possehl abtransportiert und in eine Spezialverbrennungsanlage gebracht. "Alles ist wie geplant gelaufen", sagte Mücke, Geschäftsführer eines Bad Schwartauer Sachverständigenbüros, nach der Bergung. Über die Kosten konnten weder Mücke noch Umweltsenator Bernd Möller (Grüne) Angaben machen. Mitte April hatte der Austritt von Chlorsulfonsäure zwei Mal den Airport lahm gelegt.

"Zunächst war ein Anschlag von Flughafen-Gegnern vermutet worden", berichtete Möller. Spätere Analysen ergaben, dass das Fass mit der Weltkriegs-Chemikalie durch den gefrorenen Boden der letzten Winter nach oben gedrückt wurde und die Säure aus dem beschädigten Gebinde austrat. In Verbindung mit Luft begann die Säure stark zu qualmen. Mückes Büro erhielt den Auftrag, das Gelände um den Fundort geophysikalisch zu untersuchen, um weitere Überraschungen im Erdreich auszuschließen.

Die Gutachter stießen tatsächlich auf noch einen Fund. Nur acht Meter vom durchrosteten Säurefass entfernt lagerten Schrottteile von alten Flugzeugen - Propeller, Lichtmaschinen, englische Bordfeuerlöscher, Benzinkanister und Scheinwerferreste - im Boden. Obwohl es mittlerweile zahlreiche Altlasten-Untersuchungen über den Flughafen gibt, können die Fachleute solche Funde wie das Chlorsulfonsäure-Fass auch für die Zukunft nicht ausschließen. Der Flugverkehr wurde heute durch die Bergung nicht beeinträchtigt. Der neue Geschäftsführer Jürgen Friedel: "Der letzte Flug war mittags raus." (dor)

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