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Lübeck Neue Hüllen für Skulpturen der Puppenbrücke: Spender gesucht
Lokales Lübeck Neue Hüllen für Skulpturen der Puppenbrücke: Spender gesucht
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06:00 28.04.2019
Museumsleiterin Dr. Dagmar Täube und Christian Kroeger vom Vorstand der Museumsfreunde, stehen im Puppenhof des St. Annen-Museums vor einer alten Hülle aus Lastwagenplanen (rechts) und einer neuen, durchsichtigen „Vitrine“ (links). Die neue Verkleidung soll die Barock-Skulpturen im Winter schöner präsentieren und besser schützen. Es werden Spender gesucht.
Museumsleiterin Dr. Dagmar Täube und Christian Kroeger vom Vorstand der Museumsfreunde, stehen im Puppenhof des St. Annen-Museums vor einer alten Hülle aus Lastwagenplanen (rechts) und einer neuen, durchsichtigen „Vitrine“ (links). Die neue Verkleidung soll die Barock-Skulpturen im Winter schöner präsentieren und besser schützen. Es werden Spender gesucht. Quelle: Cosima Künzel
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Die Figuren auf der Puppenbrücke sind stadtbekannt. Doch es sind nur Kopien. Die Originale stehen im Puppenhof des St. Annen-Museums und sollen jetzt neue Schutzhüllen bekommen. Dafür werden Spender gesucht. Die mobilen „Vitrinen“ seien schöner, praktischer und aus konservatorischer Sicht besser geeignet als die alten Planen, so das Museum.

Hüllen wirken fast wie mobile Vitrinen

„Die Barock-Skulpturen werden jedes Jahr von Herbst bis Frühjahr zum Schutz vor schwierigen Witterungsbedingungen eingehaust“, erklärt Museumsleiterin Dr. Dagmar Täube. Dies geschehe bisher mit unschönen Lastwagenplanen. „Damit wirkt einer der schönsten Museumsinnenhöfe Deutschlands ein halbes Jahr lang recht unansehnlich.“ Das soll sich ändern. Die „Freunde der Museen für Kunst- und Kulturgeschichte“ suchen Stifter für neue Konstruktionen, die durchsichtig sind. „Damit bleiben die Skulpturen auch im Winter sichtbar, denn diese Hüllen wirken fast wie mobile Vitrinen“, so Täube.

Restaurator Donat Klafs sieht guten konservatorischen Schutz als großen Vorteil. Quelle: Cosima Künzel

Laut Restaurator Donat Klafs ist die Optik nicht der einzige Vorteil. „Die neuen Hauben bieten auch einen guten konservatorischen Schutz“, sagt er. Der Stein könne gut durchtrocknen, und es gebe im Winter keine Frostsprengung. Dritter Vorteil ist laut Experte, dass die Schutzhüllen von ein bis zwei Personen abgenommen werden können. Bislang mussten mindestens vier Mitarbeiter helfen. 

Unterstützer werden gesucht

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer Aktion einen Beitrag leisten können, um die schönen wertvollen Stücke so präsentieren, wie sie es verdienen“, sagt Christian Kroeger vom Vorstand der Museumsfreunde. Jetzt müssen nur noch Unterstützer gefunden werden. Pro Stück kosten die elf Maßanfertigungen nach Entwurf von Segelmacher Nicas Otto im Schnitt 1000 Euro. Die Spender erhalten eine Bescheinigung vom Verein. Der Name wird auf der Hülle verewigt. Anfragen per Mail an dagmar.taeube@luebeck.de

Die Puppenbrücke mit Vase und der Figur Merkur (Kopie). Quelle: Olaf Malzahn

Der Hintergrund: 1773 wurde die alte Holzbrücke vor dem Holstentor durch eine neue Brücke aus Stein ersetzt. Sie wurde mit einem Figurenschmuck versehen. Die Darstellungen gelten als Leitbilder und Tugenden des Bürgertums. Die Vasen stehen für Fleiß/Sparsamkeit, Ackerbau/Viehzucht, Wissenschaft/Künste und Vaterlandsliebe. Die Figuren im Museums sind „Die Freiheit“, „Merkur“, „Der Römer (Bürgertugend)“, „Der Friede“, „Der Flussgott Trave“, „Die Vorsicht“ und „Die Eintracht“.

Gefertigt wurden sie im Auftrag der Stadt ab 1774 vom Bildhauer Dietrich Jürgen Boy (1724-1803). Um die Kunstwerke auf der Brücke vor Witterungseinflüssen, Luftverschmutzung und Vandalismus zu schützen, wurden sie 1985 durch Kopien ersetzt. Die Originale erhielt das St. Annen-Museum.

Puppenhof im St.Annen-Museum: Die alten Hüllen aus Lastwagenplanen müssen von mehreren Mitarbeitern vorsichtig entfernt werden. Quelle: Cosima Künzel

Cosima Künzel