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Lübeck Adinet hilft seelisch Belasteten in den Job
Lokales Lübeck Adinet hilft seelisch Belasteten in den Job
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18:26 15.03.2019
Claudia Kuhlens Spezialität sind inzwischen Flyer. „Brücke“-Einrichtungsleiter Tilman Schomerus (l.) und Geschäftsführer Frank Nüsse freuen sich mit ihrer Mitarbeiterin. Quelle: Wolfgang Maxwitat
St. Gertrud

Claudia Kuhlen spricht zum ersten Mal vor einer größeren Gruppe; kein Wunder also, dass die 51-Jährige ein wenig unsicher wirkt. Dass sie Tilman Schomerus von der „Brücke“ trotzdem an das Mikrofon gebeten hat, hat seinen Grund. Schließlich kann sie als Beteiligte am besten schildern, welche Wirkung die „Beschäftigung mit Assistenz“ auf sie hatte. „Die Arbeit in der Druckerei hat mir wieder eine Alltagsstruktur gegeben, die ich in der kompletten Woche spüre“, berichtet sie, „zudem hat mich die Tätigkeit im Team, die mich fordert und Spaß macht, und der tägliche Umgang mit Menschen aus meiner krankheitsbedingten Isolation herausgeholt.“

Erweiterung war dringend erforderlich

Claudia Kuhlen ist eingebunden in das Arbeits- und Dienstleistungsnetzwerk – abgekürzt „Adinet“ – der „Brücke“, die als gemeinnützige therapeutische Institution seelisch belasteten und psychisch erkrankten Menschen in der Hansestadt die unterschiedlichsten Unterstützungsangebote macht. „Seit 2006 widmen wir uns auch dem Schwerpunkt Teilhabe durch Arbeit und haben in Folge ,Adinet’ gegründet, zunächst an der Untertrave und jetzt seit diesem Jahr als zweiten Standort hier in der Marlistraße 114 am Kaufhof“, erläutert Frank Nüsse, Geschäftsführer der „Brücke“. Die Kapazitäten an der Untertrave allein hätten einfach nicht mehr ausgereicht, ergänzt er.

Über einen gespendeten Kleintransporter konnte sich die „Brücke“ ebenfalls freuen: Annette Böttcher (l.), Tilman Schomerus und Frank Nüsse. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Zwei Jahre dauerte die Planungs- und Sanierungsphase, und insgesamt konnten – auch dank Unterstützung diverser Sponsoren wie beispielsweise der Possehl-Stiftung – 800 000 Euro investiert werden. „Hier haben nun die Digital-Druckerei und der Gartenservice ihre neuen Räume bezogen, und der Kfz-Service und der Gebäudeservice haben ihren Betrieb neu aufgenommen“, beschreibt Einrichtungsleiter Tilman Schomerus die neue Situation. Insgesamt könne man so in sieben verschiedenen Arbeitsbereichen – hinzukommen noch Wäscherei, Restaurant und PC-Service am Standort Untertrave – Dienstleistungen für alle Bürgerinnen und Bürger offerieren.

Arbeitschance für bis zu 80 Betroffene

Entsprechend weist Schomerus noch auf den Aspekt Aufklärung durch das „Adinet“ hin – „denn neben der Teilhabe am Arbeits- und Sozialleben sind auch die Kunden-Begegnungen etwas sehr Wertvolles. Man kommt ins Gespräch und kann Vorurteile abbauen.“ Insgesamt ermöglicht die „Brücke“ über das Netzwerk „Adinet“ mit 38 hauptamtlichen Mitarbeitern rund 80 seelisch belasteten Menschen pro Woche einen assistierten Arbeitsplatz, zu dem auch fachliche Arbeitsanleitung, sozialpädagogische und schulische Begleitung sowie Supervision gehören.

Michael Hollinde

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