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Lübeck Neue Jobs für Lübeck: Finanzunternehmen baut auf Ford Lorenzen-Gelände am Lindenteller
Lokales Lübeck Neue Jobs für Lübeck: Finanzunternehmen baut auf Ford Lorenzen-Gelände am Lindenteller
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12:23 11.01.2020
Super Lage direkt vor der Lübecker Altstadt: Auf dem Areal des ehemaligen Autohaus Lorenzen wird ein Neubau errichtet. Ein Finanzunternehmen errichtet dort seinen Firmensitz. Quelle: Timon Ruge
Lübeck

Das Entree der Stadt wird schick gemacht: Auf dem brachliegenden Areal am Lindenteller entsteht ein Neubau. Ein Finanzunternehmen errichtet dort einen Büro-Komplex und verlegt seinen Hauptsitz an diese Adresse. Das erklärt die Hansestadt. Aktuell verrottet auf dem ehemaligen Autohaus-Lorenzen-Grundstück ein heruntergekommenes Gebäude. Es ist mit riesiger Werbung zu plakatiert und seit Jahrzehnten ein Schandfleck.

Schandfleck vor der Lübecker Altstadt beseitigt

Große Freude bei der Hansestadt. „Es freut mich, dass wir einen jahrelangen Schandfleck am Eingang zur Lübecker Altstadt beseitigen“, sagt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). Auf die neue Bebauung vor den Toren der Altstadt haben sich Stadt, Grundstückseigentümer und das Finanzunternehmen geeinigt. Lindenau ist froh, dass es jetzt an dieser Stelle vorangeht und sich eine Firma ansiedelt. „Dieses Projekt zeigt, dass Lübeck als Standort attraktiv für Unternehmen ist.“

„Es freut mich, dass wir einen jahrelangen Schandfleck am Eingang zur Lübecker Altstadt beseitigen“, sagt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). Quelle: Lutz Roeßler

Architekten-Wettbewerb für das Entree Lübecks

Konkret: Das 1,4 Hektar große Areal direkt am Lindenteller gehört der Heinz Besser-Stiftung. Sie befindet sich immer noch in der Gründungsphase. Auf diesem Grundstück errichtet die Hypoport AG einen Neubau. Schätzungsweise wird die Investition Millionen kosten. Die Zeitschiene: Für den Neubau wird ein Architekten-Wettbewerb ausgelobt. Denn der Komplex entsteht direkt vor der Welterbe-Altstadt. Wichtig ist dabei, dass die Silhouette mit den sieben Türmen sichtbar bleibt. Voraussichtlich wird das alte Gebäude parallel abgerissen. Üblicherweise dauert ein Neubau ein bis zwei Jahre. Damit könne 2022 oder 2023 das Entree der Stadt neu gestaltet sein.

Lesen Sie hier: Mut zur Extravaganz – ein Kommentar von LN-Redakteurin Josephine von Zastrow

Stadt verkauft Grundstücke

Außerdem: Damit das Areal einen gut zu bebauenden Grundriss erhält, verkauft die Stadt mehrere Grundstücke an die Heinz Besser-Stiftung. Sie grenzen an das ehemalige Autohaus-Areal. Dem Vernehmen nach geht es um mehrere 100 000 Euro für etwa 1000 Quadratmeter. Durch diese zusätzlichen Flächen wächst das Areal auf 1,5 Hektar an. Diese Flächen werden als Grünzug neu gestaltet. Der Uferweg am Stadtgraben soll ebenfalls hergerichtet werden. Die Bürgerschaft muss dem Verkauf Ende Januar noch zustimmen.

Der Schandfleck kommt weg: Das brachliegende Ford-Lorenzen-Areal am Lindenteller wird neu bebaut. Ein großes Finanzunternehmen errichtet dort seinen Firmensitz.

Hypoport AG verlegt Firmensitz an Lindenteller

Für das Finanzunternehmen hat der Umzug zum Lindenteller große Vorteile. „Der neue Hypoport-Campus am Lindenplatz ermöglicht uns, die auf mehrere Standorte verteilten Hypoport-Unternehmen zusammenzuführen“, erklärt Vorstandsvorsitzender Ronald Slabke. Er freut sich auf den Neubau am Lindenteller: „Wir sind begeistert, in welch kurzer Zeit gemeinsam eine so gute Lösung gefunden werden konnte.“

Die Hypoport AG

DieHypoport AGist ein großes Finanz-Unternehmen. Es gehört zur Finanztechnologie-Branche. Die börsennotierte Aktiengesellschaft besteht aus einem Netzwerk von Technologieunternehmen. Sie gliedert sich in vier Bereiche: Kredite, Privatkunden, Immobilien und Versicherungen. Eines der größten Tochterunternehmen der Hypoport-Gruppe ist die in Lübeck bekannte Dr. Klein Privatkunden AG.

Die Hypoport AG fungiert als Muttergesellschaft innerhalb der Hypoport-Gruppe. Sie übernimmt die Aufgaben einer Strategie- und Managementholding. Sie baut das Netzwerk des Unternehmens aus. Die Hypoport AG ist an der Deutschen Börse gelistet und seit 2015 im SDAX vertreten.

Allgemein werden Firmen als Finanztechnologie-Unternehmen bezeichnet (abgekürzt FinTech-Unternehmen), die digitale und technologische Finanzinnovationen anbieten. Ein bekanntes Beispiel dafür ist „Paypal“. Der Finanzdienstleister wickelt Zahlungen ab, wenn jemand im Internet Waren bestellt. Dabei agiert „Paypal“ völlig unabhängig von Banken.

Neue Jobs in Lübeck

Die Hypoport-Gruppe hat bundesweit 1800 Mitarbeiter. Bereits im Sommer hat sie ihren Hauptsitz von Berlin nach Lübeck verlegt. In Lübeck sind fast 500 Mitarbeiter beschäftigt. Aktuell sind 30 Stellen vakant. Vor allem: Es sollen weitere Jobs in Lübeck entstehen. Innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre soll die Belegschaft auf 800 Beschäftigte anwachsen. Sie sollen in dem Neubau am Lindenteller arbeiten. Das erklärt Slabke: „Wir können das mittelfristig geplante Wachstum auf rund 800 Mitarbeiter an unserem neuen Hauptsitz in der Hansestadt umsetzen.“

Streit um die Höhe des Neubaus

Blick zurück: Es hat viel Streit gegeben über die Bebauung des Areals. Denn: Der der Neubau sollte 29 Meter hoch gebaut werden. So wollte es der mittlerweile verstorbene Grundstückseigentümer Heinz Besser. Dazu hätte ein neuer Bebauungsplan erstellt werden müssen. Aber Stadtplaner und Politiker waren dagegen. Sie wollten maximal 22 Meter Höhe für einen Neubau zulassen. Seither ist nichts mehr auf dem Gelände passiert. Testamentsvollstrecker Oswald Kleiner sagt: „Die Stiftung will entsprechend der umfangreichen Bautätigkeit des Stifters bei der Verwaltung des Vermögens auch einen Beitrag für ein gutes Stadtbild in Lübeck leisten.“

Von Josephine von Zastrow

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