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Lübeck UKSH-Lübeck hat zwei neue Krankenhausseelsorger
Lokales Lübeck UKSH-Lübeck hat zwei neue Krankenhausseelsorger
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19:13 13.03.2019
Feierlicher Gottesdienst im Andachtsraum des UKSH Lübeck: Pröpstin Frauke Eiben und Pastor Jochen Schultz führten Pastorin Christine Grossmann und Pastor Martin Behrens (von rechts) in ihre Ämter ein. Quelle: Lutz Roeßler
St. Jürgen

Der Andachtsraum im Lübecker Zentralklinikum des UKSH ist mit über 90 Gästen so voll, dass einige vor der offenen Eingangstür sitzen bleiben. Alle möchten den Gottesdienst erleben, mit dem Pastorin Christine Grossmann und Pastor Martin Behrens ihren Aufgaben zugeführt werden. Als Krankenhausseelsorger sind sie gemeinsam mit Pastoralreferent Hubert Sieverding für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter des Lübecker Universitätsklinikums (UKSH) da.

Im Andachtsraum des UKSH Lübeck sind alle Plätze besetzt. Quelle: Lutz Roeßler

Pröpstin führt in Ämter ein

Pröpstin Frauke Eiben zeigt sich beeindruckt angesichts der zahlreichen Gäste aus vielen Bereichen des Krankenhauses, des Gemeindepfarramtes, der Ökumene und mehr. „Das sieht aus, wie ein gutes Netzwerk, das tragen kann und Rückhalt gibt“, sagt sie in ihrer Ansprache. „Wie gut, denn ich kann mir vorstellen, dass in Freud und Leid, in schweren Entscheidungen und in einem eng getakteten Alltag, diese Verbindung guttut.“

Pastor Martin Behrens im Andachtsraum des UKSH Lübeck. Quelle: Lutz Roeßler

Die Musik gibt Kraft

Das betont auch Pastor Martin Behrens im Anschluss an den Gottesdienst. „Meine Familie, meine Hobbys und meine Musik geben mir Kraft“, sagt er. Außerdem fahre er zur Arbeit je eine Stunde hin und zurück mit dem Fahrrad. „Auch das ist hilfreich.“ Pastor Behrens ist seit Anfang November an der Ratzeburger Allee. Zuvor war er Gemeindepastor in Ratzeburg. „In der Krankenhausseelsorge kann ich mich spezialisieren und habe mehr Zeit für den Einzelnen.“

In der Klinik ist er nicht nur für Patienten da. „Ich spreche auch mit Angehörigen, Pflegekräften oder Ärzten und spüre deutlich, wie wichtig dieses Angebot ist.“ Wie die Gespräche ablaufen, das entscheidet der Pastor je nach Situation. „Es fällt nicht immer leicht, die richtigen Worte zu finden.“ Mal hört er zu, mal betet er, oder er rät sogar, die Wut herauszuschreien.

Krankenhausseelsorgerin Pastorin Christine Grossmann. Quelle: Lutz Roeßler

Der Versuch, das Leid mitzutragen

Auch Pastorin Grossmann erzählt, dass sie in ihren Gesprächen oft mehr zuhöre als selbst rede. Das Seelsorgegespräch sei oft mehr ein „behutsames und zugewandtes Zuhören“ als ein Wortaustausch. Und bei manchen Geschichten verschlage es ihr auch die Sprache. Dann schweige sie mit den Patienten. „Ich teile still die Ohnmacht, in der Hoffnung, dass der andere spürt, wie ich vorübergehend versuche, sein Leid ein bisschen mitzutragen.“

Die Pastorin ist bereits seit Juni am UKSH tätig. Zuvor war sie Gemeindepastorin in Reinfeld. „Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich mich hier jeden Tag neu vorstellen muss“, sagt sie lachend angesichts der Größe der Klinik. Außerdem sei es nicht immer einfach, einen Platz im Krankenhausalltag zu finden, sagt sie – nun mit ernstem Blick. „Im Sommer hatte ich eine Nottaufe eines Neugeborenen auf der Intensivstation – inmitten der Geräte, anderer Kinder und der Eltern.“ Am UKSH ist Grossmann mit halber Stelle. Außerdem koordiniert sie mit einer weiteren halben Stelle die Notfallseelsorge der Propstei Lübeck.

Feierlicher Moment beim Gottesdienst. Quelle: utz Roeßler

Auch Seelsorger brauchen Zuspruch

Im Gottesdienst erzählt Pastorin Grossmann, dass sie einen Satz in der Klinik immer wieder höre: „Es ist genug. Ich möchte nur noch sterben.“ Einen solchen Wunsch dürfe man nicht überhören und müsse man sehr ernst nehmen. Gleichzeitig sei die Lebensmüdigkeit keine Frage des Alters und des Krankseins allein. „Den Zustand der Erschöpfung und der Überforderung kennen auch Menschen in der Mitte des Lebens.“ Und nicht zuletzt bräuchten auch Seelsorger Zuspruch. „Es ist wichtig, dass wir aufeinander achtgeben“, ergänzt Pastor Behrens. Am Ende des Gottesdienstes zeigt sich das „gute Netzwerk“ erneut. Für die Krankenhausseelsorger gibt es Blumen, Geschenke und unzählige Glückwünsche.

Cosima Künzel

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