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Lübeck Lübecker Stadtpark: Anwohner beschweren sich über neue Toilette
Lokales Lübeck Lübecker Stadtpark: Anwohner beschweren sich über neue Toilette
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18:44 18.12.2019
Die Entsorgungsbetriebe Lübeck stellen ein Toilettenhäuschen am Stadtpark auf (Ecke Adolfplatz/Parkstraße). Bis Juli 2018 stand es am Drogentreff Krähenteich. Quelle: Holger Kröger
St. Gertrud

Vor einigen Tagen beobachtete Bettina Rudolph von ihrem Fenster aus Bauarbeiten auf dem Adolfplatz an der Ecke Parkstraße. Sie dachte, es gehe um die Verlegung neuer Abwasserleitungen. „Und dann sehe ich diese graue, verbeulte, graffitibesprühte Toilette!“, sagt sie. „Wir zahlen 1500 Euro Warmmiete und gucken auf ein Klo.“

Toilette stand am Drogentreff Krähenteich

Eine öffentliche Toilette für den Stadtpark hatte die Bürgerschaft schon im Dezember 2017 beschlossen. Im Juli 2018 wurde das Toilettenhäuschen vom Drogentreff am Krähenteich entfernt. Es war nicht einmal anderthalb Jahre zuvor aufgestellt worden. Die Stadt versprach sich damals davon, dass die Spannungen zwischen der Szene und den Anwohnern dadurch abnehmen würden. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Dasselbe Toilettenhäuschen wird jetzt für den Stadtpark wiederverwendet. Die Kosten für Aufbau und Anschluss betragen nach Angaben der Entsorgungsbetriebe zwischen 20 000 und 25 000 Euro.

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Anderer Standort als geplant

Für die Anwohner um Bettina Rudolph ist das kein Trost. „Es ist natürlich toll, wenn irgendwo eine öffentliche Toilette ist“, sagt sie. Aber nicht an der Straße vor ihrem Haus. Es habe ein Nachbarschaftstreffen gegeben, erzählt sie: „Wir sind alle fassungslos.“ Tatsächlich war im Bürgerschaftsbeschluss von 2017 ein anderer Standort genannt, nämlich der knapp 100 Meter entfernt gelegene Bauhof der Hansestadt auf dem Gelände des Stadtparks. Warum die WC-Anlage stattdessen an der Straße gebaut wird, konnte die Stadt den LN am Mittwoch nicht beantworten.

Polizei: „Keine Auffälligkeiten“ im Stadtpark

Bettina Rudolph stört sich nicht nur an dem Anblick. Sie fürchtet außerdem, dass das Toilettenhäuschen die Drogenszene anzieht. „Wir hatten schon Drogenprobleme im Stadtpark“, sagt sie. Die Polizeidirektion Lübeck bestätigt diese Einschätzung nicht. Ihr Sprecher Stefan Muhtz sagt: „Wir haben dort keine Auffälligkeiten.“

Politiker: Warum erst jetzt?

Ein wenig ungehalten ist auch das Bürgerschaftsmitglied Carl Howe (GAL). Allerdings nicht, weil ein Toilettenhäuschen aufgestellt wird, sondern weil es erst jetzt aufgestellt wird. „Warum das so lange gedauert hat, weiß ich nicht“, sagt er. Er wohnt selbst in der Nähe des Stadtparks und nutzt ihn regelmäßig. „Irgendjemand muss sich immer aufregen“, sagt er über den Protest der Anwohner. „Wenn wir das in den Stadtpark gesetzt hätten, dann wären Leute gekommen, weil angeblich Bäume gefährdet wären.“

Graffiti werden entfernt

Cornelia Tews, Sprecherin der Entsorgungsbetriebe, verspricht, dass das Äußere der WC-Anlage mit den Graffiti nicht so bleiben werde. „Die Anschlüsse sind schon hergestellt. Wenn alles fertig ist, wird der Außenanstrich gemacht.“ Nach Angaben der Stadt wird die WC-Anlage frühestens im Januar in Betrieb genommen. Der GAL-Politiker Carl Howe glaubt nicht, dass sie den Anwohnern viele Probleme machen wird. „Da werden ja nicht Hunderttausende hinpilgern“, sagt er. „Die wird von Rentnern genutzt, die mit ihren Enkeln spazieren gehen und von Kindern, die auf dem Spielplatz oder dem Bolzplatz spielen.“

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