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Lübeck Neue Umfrage: Wirtschaft will eine innerdeutsche Fluglinie
Lokales Lübeck Neue Umfrage: Wirtschaft will eine innerdeutsche Fluglinie
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01:00 26.07.2011
München – hier mit der Frauenkirche im Bild – gilt als Drehkreuz für den internationalen Flugverkehr. Foto: dpa Quelle: dpa
Lübeck

Neuer Anlauf für eine innerdeutsche Flugverbindung von Blankensee: Prof. Jürgen Friedel, Geschäftsführer des Flughafens Lübeck, will eine Verbindung nach München etablieren (die LN berichteten). „Das ist die innerdeutsche Linie mit der größten Aussicht auf Erfolg“, sagt Friedel. München habe noch freie Lande- und Startrechte (Slots) und sei als Drehkreuz für Fernstrecken „fast so gut wie Frankfurt“, erklärt der Geschäftsführer. Friedel ist nach eigener Aussage in sehr konkreten Gesprächen mit deutschen Fluggesellschaften. Rückendeckung bekommt er durch eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck. Danach befürwortet die Wirtschaft mit großer Mehrheit eine innerdeutsche Verbindung. Die Kammer befragte 104 große Unternehmen aus der Hansestadt sowie 31 Betriebe aus Ostholstein und Stormarn. Befragt wurden Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitern aus allen Branchen. 45 Unternehmen antworteten. „73 Prozent würden eine Flugverbindung in die bayerische Landeshauptstadt nutzen“, erklärt Rüdiger Schacht, Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik der IHK. 41 Prozent würden eine Linie nach Frankfurt begrüßen. 17 Prozent der befragten Unternehmen würden ein festes Kartenkontingent abnehmen. Auch wenn die kurzfristig angesetzte Befragung kein repräsentatives Stimmungsbild ergebe, sei die Grundaussage klar. Schacht: „Wir ermuntern den Flughafen Lübeck, die Gespräche mit Fluggesellschaften zum Ausbau des Streckennetzes fortzusetzen.“

Auch für den Tourismus sei eine innerdeutsche Linie in den süddeutschen Raum von großer Bedeutung, erklärt Flughafen-Chef Friedel. Vorbild sei der Flughafen Rostock-Laage. Durch die Strecken würden in starkem Maße Urlauber und Kurzreisende an die Ostsee geholt. Darüber habe er auch schon Gespräche mit Travemünder Hotels geführt.

Die Versuche, in Blankensee eine innerdeutsche Strecke zu etablieren, haben eine lange Geschichte. Tatsächlich geflogen ist nur Ryanair. Am 26. Oktober 2008 nahm die irische Fluggesellschaft die Verbindung nach Frankfurt-Hahn auf. Rund 100 000 Passagiere jährlich erhoffte sich der Airport durch die neue Strecke. Der Förderverein Check-In, der seit Jahren eine Linie innerhalb Deutschlands forderte, sprach von einem großen Schritt, aber nicht von einer Ideallösung. Denn der Flughafen Hahn liegt weit weg von Frankfurt und war dadurch für Geschäftsleute nicht interessant. Ryanair stellte die Verbindung zum vergangenen Sommer wieder ein. „Hahn ist schlecht gelaufen“, bestätigt Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD). München als internationales Drehkreuz sei das bessere Ziel, aber Schindler warnt vor verfrühter Euphorie. Man müsse in Ruhe die Gespräche der Geschäftsführung mit den Fluggesellschaften abwarten. Schindler: „Wir dürfen in der jetzigen Lage keine falschen Erwartungen wecken.“

Im Frühjahr 2003 kündigte die schweizerisch-portugiesische Fluggesellschaft Tellair eine Linie von Blankensee über Köln-Bonn nach Augsburg an – vier Mal in der Woche. Die Turboprops hoben nie ab. Der Lübecker Unternehmer Hans-Jörg Dau wollte von Kiel über Lübeck nach Frankfurt fliegen. Dau rechnete mit 30 000 bis 40 000 Passagieren. 2006 meldete Dauair Insolvenz an.

LN

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