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Lübeck Neuer Schäfer am Dummersdorfer Ufer
Lokales Lübeck Neuer Schäfer am Dummersdorfer Ufer
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16:22 24.10.2019
Eine Ziege machte schlapp und wurde auf den letzten Metern von Hannes Hildebrandt getragen. Quelle: Thomas Krohn
Kücknitz/Travemünde

Seine Schäfchen täglich zählen muss er nicht. Dafür sind es einfach zu viele. Doch auch so hat Hannes Hildebrandt mit den Böcken, Mutterschafen und Ziegen genug zu tun. 1400 sind es an der Zahl, die vom Landschaftspflegeverein (LPV) Dummersdorfer Ufer betreut oder gehalten werden. Seit September ist der gelernte Forstwirt für die Hege und Pflege der Tiere zuständig. Damit ist die Stelle des Schäfers nach fast einem Jahr wieder besetzt. Im Oktober 2018 hatte sich der Verein von dem damaligen Schafhirten André Schwendel nach vielen Jahren getrennt. „Die Zusammenarbeit entsprach nicht mehr unseren Vorstellungen“, sagt Vereinsvorsitzender Matthias Braun.

Hannes Hildebrandt ist der Hüter von 1400 Tieren. Mit ihm ist die Schäferstelle beim Landschaftspflegeverein in Kücknitz nach einem Jahr wieder besetzt.

Neuer Schäfer ist „kompetenter Landwirt“

Jetzt hatte sich Hannes Hildebrandt auf eine Stellenausschreibung des LPV beworben und erhielt den Zuschlag. „Wir hatten nach einem kompetenten Landwirt gesucht, der mitdenkt und sich mit der Aufgabe und den Zielen des Vereins identifiziert“, betont Braun. Der Verein sei froh, mit Hannes Hildebrandt einen qualifizierten Mitarbeiter gefunden zu haben und hoffe, Stabilität in das Aufgabenfeld zu bekommen. Er habe spürbar Spaß an seiner Arbeit, ein gutes Augenmerk auf die Tiere und sei zudem außerordentlich hilfsbereit.

Hildebrandt ist gern in der Natur

Hannes Hildebrandt war zuletzt auf einem Biohof bei Bad Oldesloe beschäftigt. „Ich habe dort für mich nicht mehr so viele Entwicklungsmöglichkeiten gesehen und wollte auch nicht den ganzen Tag nur mit dem Trecker fahren“, begründet der 38-Jährige seinen Entschluss, sich um den Posten des Schäfers am Dummersdorfer Ufer zu bewerben. Um näher an seinem Arbeitsplatz sein zu können, ist er jetzt mit seiner Lebensgefährtin nach Kücknitz gezogen. In seiner Freizeit beschäftigt sich der Forstwirt mit dem Verarbeiten von Holz. „Ich bin ein Mensch, der gern in der Natur ist.“

Umfangreiches Aufgabengebiet für den Schäfer

1060 Schafe, sogenanntes Pensionsvieh, das von Verein vorübergehend betreut wird, sowie etwa 350 Böcke undMutterschafe, dazu 20 Ziegen, die zur festen Herde gehören, weiden auf insgesamt 170 Hektar Grünland am Dummersdorfer Ufer, auf dem Priwall und in Mecklenburg bei Pötenitz. Also allein von den Entfernungen her ein weites Betätigungsfeld für Hannes Hildebrandt. Dazu kommt die kleine Herde Wasserbüffel, die noch bis Dezember auf dem Priwall untergebracht ist. „Ein Standard-Arbeitstag sieht so aus: Kontrolle der Herden, ob noch alle da sind, nach verletzten oder kranken Tieren sehen und die Zäune auf Schäden prüfen“, schildert er sein normales Tagespensum. Kaputte Zäune werden meistens vor Ort geflickt, kranke Tiere je nach Zustand entweder selbst behandelt oder zum Tierarzt gebracht. Zudem müssen den Schafen regelmäßig die Klauen geschnitten werden, um Verletzungen zu vermeiden.

Herdentrieb auf dem Priwall

In der Schäferei unterstützt wird Hildebrandt von Lisa Tschritter und Tabea Grau, zwei junge Frauen, die dort ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) ableisten. In der Naturwerkstatt auf dem Priwall sind mit Matthias Woelki und Helene Siber ebenfalls zwei FÖJler beschäftigt, die bei Herdentrieben auf der Halbinsel mithelfen. Gerade vor wenigen Tagen wurde eine etwa 60-köpfige Herde, die einige Wochen auf dem Priwall graste, über den Strand zu einer Wiese bei Pötenitz gebracht. Da bedurfte es schon mehrerer Helfer, die aufgeregten Tiere beisammenzuhalten und ihnen den richtigen Weg zu weisen. Und als eine kleine Ziege ein paar hundert Meter vor dem Ziel schlappmachte, wurde Hannes Hildebrandt kurzerhand zum Samariter: Er nahm das Tier auf den Arm und trug es durch den Sand über den Strandaufgang bis zur Wiese.

Von Thomas Krohn

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