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Lokales Lübeck Lübeck: Zuhause für Theaterfiguren absehbar
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20:12 21.10.2019
(v.l.) Dr. Antonia Napp, Direktorin des Theaterfigurenmuseums, Stephan Schlafke, Künstlerische Leitung Figurentheater, sowie Ingo Siegmund, Konermann + Siegmund, zeigen eine Projektentwurfs-Skizze. Quelle: Lutz Roeßler
Innenstadt

Es dient als Anlaufstelle für „Fans“, das bunte Theater-Figuren-Mobil auf dem Petrikirchhof. Denn sowohl Museum als auch Theater im Kolk sind seit geraumer Zeit geschlossen, und die Marionetten haben sich inzwischen das Hansemuseum als Ausweichspielstätte ausgeguckt. Auf einem großen Transparent am Bauzaun an der Einmündung Pagönnienstraße steht die Erklärung: „Wir bauen um!“.

Grünes Licht nach zwei Jahren

„Die Frage nach dem Grund hierfür wird mir immer wieder gestellt“, sagt Astrid Franck, „und, wann endlich alles fertig ist?“ Bisher konnte sie Interessierten, die das Mobil besuchen, nur zum Teil Auskunft geben, weil es für den Architektenentwurf noch kein „grünes Licht“ vom Gestaltungsbeirat gab. So waren vor allem zwei Fassadenansichten von dem Expertengremium kritisiert worden.

Astrid Franck informiert im Theater-Figuren-Mobil auf dem Petrikirchhof, wo auch Eintrittskarten für die Vorstellungen im Hansemuseum sowie Fanartikel verkauft werden. Quelle: Lutz Roeßler

Nun ist diesbezüglich aber für Klarheit gesorgt. „Jetzt ist alles abgesegnet“, versichert Ingo Siegmund vom Büro „Konermann + Siegmund“. Sowohl das Sachverständigengremium als auch die Jury seien nun vom Gebäude-Ensemble Hausnummer 14 bis 22 im Kolk überzeugt. Und dass man nun erleichtert sei, könne man sich bestimmt gut vorstellen – „denn es ist fast genau zwei Jahre her, dass wir angefangen haben, uns damit zu beschäftigen“, so der Architekt.

Theater wird neu gebaut

Das Gesamtkonzept sieht vor, die Plätze von Theater und Museum zu tauschen. Das Eckhaus Kolk 18, in dem bisher der größere Teil des Museums untergebracht war, wird abgerissen und durch einen Theater-Neubau ersetzt. Der Eingang wird zukünftig im Haus Kolk 14 sein, wo sich der Museumseingang befand. Das Museum zieht dafür auf die andere Seite an der Kleinen Petersgrube. Und Theater und Museum werden durch einen Tunnel im Kellergeschoss miteinander verbunden.

So sieht der Entwurf des Figurentheaters im Kolk 18 aus. Quelle: Büro „Konermann + Siegmund“

„Wenn wir wiedereröffnen, werden wir nicht mehr zwischen Theater und Museum trennen“, betont die Direktorin des Theaterfigurenmuseums, Dr. Antonia Napp, „es wird also einen einzigen gemeinsamen Eingang für beide Institutionen geben, und wir sind dabei, einen Namen für beide zu finden.“ Der Bau-Entwurf sieht nun vor, alle denkmalgeschützten historischen Fassaden zu erhalten, verschlossene Öffnungen wiederherzustellen und die mehrfach veränderte Fassade Kolk 14 in ihren Ursprungszustand zurückzubauen.

Museum und Theater werden eins

Zudem sollen die beiden geplanten Neubauten, also das zukünftige Theater sowie der Zugangsbau in der Pagönnienstraße, das Motiv des roten Backsteins aufnehmen, das auch bisher im Kolk mit der hohen Petrikirchmauer prägend war. Geplant sei dabei die Verwendung von alten Abbruchziegeln, so Architektin Annette Bartels-Fließ von der Projektsteuerung. Letztendlich wird vom Petrikirchhof aus nur das obere Drittel der Kolkbebauung zu erkennen sein.

Max Schön, Vorsitzender der Possehl-Stiftung: „Die Kosten des Projekts können wir noch gar nicht abschätzen.“ Quelle: Lutz Roeßler

Für Ende des Jahres ist jetzt der Abriss der Gebäude Kolk 18 sowie Pagönnienstraße 1 geplant, und Mitte 2020 sollen die Hochbauarbeiten beginnen; für Ende 2021 oder Frühjahr 2022 ist dann die Eröffnung vorgesehen. Allerdings sei der genaue zeitliche Ablauf nach wie vor mit vielen Fragezeichen versehen, sagt Architekt Ingo Siegmund. „Denn auf der einen Seite werden die Archäologen noch intensiv die Baustelle studieren und dokumentieren; auf der anderen Seite haben wir es mit sehr alter und so nicht immer solider Bausubstanz zu tun. Und dazu gesellt sich noch ein durchaus problematischer Untergrund“, fasst er zusammen.

So wurde unter anderem festgestellt, dass an der Petrikirchhofmauer früher mal die Spundwände der Uferbefestigung verlaufen sind. „Wir bauen also in der Trave“, bemerkt schmunzelnd Max Schön, Vorsitzender der Possehl-Stiftung, die das Projekt komplett finanzieren wird.

Alles zu Theaterfiguren

Das Figurentheater im Kolk gibt es seit dem Jahr 1977. Damals spielte hier das Marionettentheater Fritz Fey senior. Sein Sohn, Fritz Fey, legte mit seiner Sammlung von Theaterfiguren, Requisiten, Kulissen und Plakaten sowie Musikinstrumenten von den Kontinenten Asien, Afrika und Europa in den Häusern nebenan den Grundstein für das Theater-Figuren-Museum.

Um diesen kulturellen Schatz für die Zukunft zu sichern, ist die Possehl-Stiftung in beiden Einrichtungen Gesellschafterin; beim Figurentheater gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter, Stephan Schlafke. 2017 hat die Possehl-Stiftung beschlossen, das Gebäudeensemble im Kolk zu sanieren.

Für mehr Infos zum Umbau und der aktuellen Spielzeit sind das Figurentheater sowie das Theaterfigurenmuseum seit Mai in einem Theater-Figuren-Mobil auf dem Kirchhof von St. Petri zu finden. Öffnungszeiten: montags bis sonntags 13 bis 17 Uhr und dienstags zusätzlich von 11 bis 17 Uhr. Mehr dazu auf www.figurentheater-luebeck.de

Von Michael Hollinde

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