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Lübeck Nichts angemeldet: Lübeck bekommt kein Geld für Feuerwehrhäuser
Lokales Lübeck Nichts angemeldet: Lübeck bekommt kein Geld für Feuerwehrhäuser
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20:00 24.07.2019
Seit 22 Jahren ist die Freiwillige Feuerwehr Groß Steinrade in einer Scheune untergebracht. Ein geplanter Neubau in der Dorfmitte kommt nicht voran. Jetzt hat die Stadt auch noch Fördergelder aus Kiel verpasst. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck/Kiel

 Stormarner Kommunen haben fünf Feuerwehreinrichtungen beim Innenministerium angemeldet und bekommen in diesem Jahr insgesamt rund 828 000 Euro an Fördergeldern. Die Ostholsteiner haben sieben Maßnahmen angemeldet und erhalten rund 854 000 Euro.

Lübeck hat gar nichts beantragt

Die Lübecker haben gar nichts angemeldet – und sehen folgerichtig keinen Cent. Neun Millionen Euro gibt das Kieler Innenministerium in diesem Jahr für neue Feuerwehrgerätehäuser und Fahrzeughallen aus. 73 Projekte profitieren davon, sieben Anträge wurden nicht bewilligt. Das sei eine Förderung in einer „bislang nicht dagewesenen Größenordnung“, betonte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU). „Mit den Fördermitteln sollen die Kommunen in die Lage versetzt werden, die Infrastruktur für die Feuerwehren zu verbessern und damit die Sicherheit der Bürger vor Ort zu erhöhen“, sagte Jochen Nielsen vom Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag.

Nachfrage im Kieler Innenministerium: Warum geht Lübeck leer aus? Ein Sprecher: „Lübeck hat nichts beantragt.“ Das bestätigt Stadtsprecherin Nicole Dorel: „Leider profitiert Lübeck nicht von dem aktuellen Förderprogramm. Mögliche Objekte wären die Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren in Groß Steinrade und Kronsforde gewesen.“

Für Stadtbrandmeister Sven Klempau sind Lösungen in Sicht. Quelle: Agentur 54°

Für Groß Steinrade scheiterte der Antrag daran, dass der Stadt das Grundstück nicht gehört, das in der Dorfmitte liegt. Das Grundstück gehört dem Projektentwickler Harald Gerstmann, der das Gerätehaus bauen und 20 Jahre lang an die Stadt vermieten wollte. Dagegen hat sich im vergangenen Jahr sowohl eine Mehrheit in der Bürgerschaft (SPD, Grüne, GAL) als auch die Verwaltung ausgesprochen. Die Verwaltung will im August dieses Jahres beweisen, dass sie das Gerätehaus in Groß Steinrade günstiger hinbekommt.

Voraussetzungen für Fördergelder nicht erfüllt

In Kronsforde scheiterte ein Antrag daran, dass die beteiligten Institutionen – das städtische Gebäudemanagement, die KWL, die Berufsfeuerwehr und der Stadtfeuerwehrverband – bisher keine Bauvoranfrage gestellt haben. Stadtsprecherin Dorel: „Erst wenn die Genehmigung vorliegt, kann die Stadt belegen, dass der Bau auch realisiert werden soll.“ Ein Termin für die Bauvoranfrage sei noch nicht bekannt, sagt Dorel.

Seit 22 Jahren stehen der Schlauchwagen und das Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Groß Steinrade in einer Scheune einer Bauernfamilie. Ein weiteres Fahrzeug steht draußen. Die Wehrleute haben sich einen Umkleideraum in die Scheune gebaut. Es gibt Strom, aber kein Wasser und auch keine Toiletten. Nach Angaben von Stadtwehrführer Sven Klempau sind die Zustände bei der Kronsforder Wehr noch schlimmer. Die Umkleideräume für die Wehrleute seien von dem Fahrzeug getrennt untergebracht.

Ist nicht begeistert über die Entwicklung: Thomas Rathcke (FDP) Quelle: Roeßler

„Ich bin sauer“, sagt FDP-Fraktionschef Thomas Rathcke, der seit Jahren für ein neues Gerätehaus in Groß Steinrade streitet, „das Haus könnte schon stehen.“ Wieder und wieder fragt Rathcke bei der Verwaltung nach, wann es denn nun losgehen soll. Im August werden die Planer eine Vorlage in die Bürgerschaft bringen. „Es zeichnen sich tragfähige Lösungen in den nächsten Wochen ab“, erklärt Stadtwehrführer Klempau.

2020 hat Lübeck noch eine Chance, muss sich aber beeilen

Rathcke und der CDU-Politiker Jochen Mauritz wollen in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses der Bürgerschaft nachbohren, warum die Landesförderung an Lübeck vorbeifließt. Im nächsten Jahr will das Kieler Innenministerium noch einmal zwei Millionen Euro Fördergelder ausschütten. Die Antragsfrist endet am 13. September 2019.

Für die Hansestadt geht es um viel Geld. Die Höchstfördersumme sei auf 300 000 Euro je Projekt beschränkt, erklärt die Stadtverwaltung. Nach einem Verwaltungsbericht von März wird das neue Gerätehaus in Kronsforde 973 000 Euro und das neue in Groß Steinrade 976 000 Euro kosten.

Kai Dordowsky

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