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Lübeck Nicht im Sommer fertig: Drehbrückenplatz bleibt Baustelle
Lokales Lübeck Nicht im Sommer fertig: Drehbrückenplatz bleibt Baustelle
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18:31 12.08.2019
Das dauert noch: Der Drehbrückenplatz mit Wassertreppe wird nicht mehr in diesem Sommer fertig. Quelle: Timon Ruge
Innenstadt

Ein Eis zum Abkühlen, ein Wein in der Abendsonne – ein Platz zum Verweilen. Das soll die Wassertreppe am Drehbrückenplatz werden. Eigentlich sollte das Bauprojekt Ende August fertig werden. Doch diesen Sommer wird daraus nichts mehr. Nach LN-Informationen werden die Arbeiten noch bis zum Herbst oder gar Winter andauern. Dem Vernehmen nach, hat die Stadt lange keine Firmen für den Bau gefunden. Es ist bereits die zweite Verzögerung dieses Bauprojektes. Dabei ist der Platz mit der Treppe zur Trave das Herzstück des Umbaus der Untertrave.

Die Stadt schweigt

Die Stadt schweigt: Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) äußert sich nicht, warum die Arbeiten so lange dauern. Erst in einem Monat will die Stadt dazu etwas dazu sagen – am 12. September während der Stadtteilkonferenz Innenstadt. Sprecherin Nicole Dorel: „Nach Rücksprache mit der Bauverwaltung wird im Rahmen der nächsten Stadtteilkonferenz am 12. September zur Innenstadt über den aktuellen Stand der Baumaßnahme Drehbrückenplatz sowie Fertigstellung und Eröffnungsfeier ja/nein informiert.“

Keine Information an Politiker

Die Politiker wissen nichts von der Bauverzögerung und wurden bisher auch nicht informiert. „Wir wollen vernünftige Informationen haben“, kritisiert Christopher Lötsch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses. Die Politiker würden es nicht erfahren, wenn Baustellen länger dauern als geplant. „Wenn sie sich wesentlich verzögern, kriegen wir es nur mit, weil wir es sehen“, stellt Lötsch nüchtern fest. Daher will er einen Antrag stellen zum Baucontrolling. Die Politiker sollen bei jedem Bauprojekt über Zwischenstände informiert werden. Dabei sind Lötsch zwei Fragen wichtig: Wie entwickeln sich die Kosten? Und: Wird der Zeitrahmen des Projektes eingehalten? Derzeit werden die Politiker nur über Projekte informiert, die mehr als 20 Prozent teurer werden als geplant.

Top-Lage: Der Drehbrückenplatz liegt an der Altstadtinsel. Die Wassertreppe führt hinunter zur Trave und ist zur Abendsonne ausgerichtet. Quelle: Timon Ruge

Gal-Politiker enttäuscht

Richtig sauer reagiert Carl Howe (GAL). „Ich verstehe nicht, warum der Drehbrückenplatz nicht fertig wird“, ärgert sich Howe. „Und ich bin enttäuscht, dass die Wassertreppe nicht in diesem Sommer fertig wird.“ Denn die Wassertreppe sei ja bereits fast eine Million Euro teurer geworden. „Ich finde es schrecklich, dass das Projekt jetzt so raus gezögert wird“, kritisiert Howe. Er hatte vor allem dafür gekämpft, dass die Treppenanlage barrierefrei wird. „Die Stadt drückt auf die Bremse bei dem Projekt“, vermutet Howe.

Da wird gebaut

Aktuell wird der Drehbrückenplatz gepflastert – und an der Konstruktion der Wassertreppe gearbeitet. Mit Kränen werden demnächst Fertigteile für die Treppe geliefert und montiert. Darauf werden dann die Sitzflächen aus Holz angebracht sowie die Geländer befestigt.

Gebaut werden soll ebenfalls ein Bootsanleger und ein Kiosk mit öffentlichen Toiletten. Die Stadt hat einen Betreiber dafür gesucht. Die Bewerbungsfrist ist Ende Juli abgelaufen.

Gab es einen Baustopp?

„Ja, so ist es, wenn in Lübeck etwas geplant und gebaut wird“, sagt Frank Müller-Horn (Unabhängige). Er ärgere sich, dass das Bauprojekt später fertig wird. „Aber es wundert mich nicht“, so Müller-Horn. Denn: „Es ist beinahe eine Tradition, dass in Lübeck weder die geplanten Kosten noch der vorgegebene Zeitrahmen realisiert werden.“ Etwas irritiert zeigt sich Arne-Matz Ramcke (Grüne). „Ich wundere mich schon länger, warum die Baustelle nicht vorankommt.“ Denn erfährt täglich an der Baustelle vorbei zur Arbeit. „Es sah nach Baustopp aus.“

Wassertreppe fast eine Million Euro teurer

Der Hintergrund: Schon vor einem Jahr hat sich der Drehbrückenplatz verzögert. Im Juli 2018 sind die Kosten nicht mehr zu halten. Der Grund: Der Bau der Wassertreppe ist aufwendiger als gedacht. Dadurch steigen die Gesamtkosten des Projekts „Umbau Untertrave“ auf 8,53 Millionen Euro. Geplant waren ursprünglich 7,58 Millionen Euro. Davon übernehmen den größten Batzen Bund und Land mit 6,6 Millionen Euro. Aber: Jetzt muss die Stadt exakt 1,93 Millionen Euro übernehmen. Das ist fast doppelt so viel wie geplant. Bisher hatte die Stadt mit Kosten von nur 980 000 Euro gerechnet. Aber jetzt sind weitere 950 000 Euro dazugekommen. Die gehen zulasten der Stadtkasse.

Von Josephine von Zastrow

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