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Lübeck Niederbüssau muss warten
Lokales Lübeck Niederbüssau muss warten
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17:23 18.01.2019
Mittagessen im Zweischicht-Betrieb in der Grundschule Niederbüssau: Matilda (li.) und Smilla nehmen ihre warme Mahlzeit in einem Klassenraum ein. Quelle: Wolfgang Maxwitat
St. Jürgen

In der Grundschule Niederbüssau ist es eng. 77 Schüler werden in der Einrichtung in der Krummesser Landstraße unterrichtet, 40 gehen nachmittags in die Ganztagsbetreuung. „Dafür haben wir einen Raum von 40 Quadratmetern zur Verfügung“, rechnet Lars Lehrke, stellvertretender Vorsitzender des Schulelternbeirates, vor, „das ist ein Quadratmeter pro Kind.“

Janina Tobinski vom Schulverein und Elternbeirat sowie Detlev Stolzenberg vom Stadtteilverein zeigen die 105 Quadratmeter große, frühere Schulleiterwohnung. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Der Schulverein, der Elternbeirat und ein Stadtteilverein wollen deshalb eine seit Jahren leerstehende Schulleiterwohnung, die direkt hinter einem Klassenzimmer liegt, für die Ganztagsbetreuung nutzen. Fenster, Elektroanlagen, Heizung und Küche müssten erneuert werden. „Wir würden die Planung übernehmen und die Angebote von Handwerkern einholen“, erklärte Lehrke jetzt im Schulausschuss der Bürgerschaft, „wir würden streichen, verputzen und die Außenanlagen herrichten.“ Die Vereine seien auch bereits mit Stiftungen im Gespräch. Rund 200000 Euro würde die Baumaßnahme insgesamt kosten. Von der Stadt, der die Hausmeisterwohnung gehört, bräuchten die Vereine 100 000 Euro.

An der Krummesser Landstraße liegt die Außenstelle der Kahlhorstschule, die von 77 Kindern besucht wird. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Sie ernteten im Schulausschuss breite Ablehnung. „Wir sehen den Bedarf nicht“, erklärte Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos), „die Schule hat ein gutes Außengelände, einen Zusatzraum und Klassenräume, die 52 Quadratmeter groß sind.“ Diese Räume könnten für die Ganztagsbetreuung anders möbliert werden. Weiher: „Die Lage ist in Niederbüssau besser als anderswo.“

Räume für doppelte Nutzung

„Viele Schulen warten seit Jahren auf Räume für den Ganztag“, sagte Jörg Haltermann (SPD) und verwies auf eine Prioritätenliste der Stadt, auf der sechs dringende Fälle stehen würden. „Wir können nicht an jedem Standort zusätzliche Ganztagsräume schaffen“, erklärte Claudia Treumann (CDU), „wir müssen Räume für die doppelte Nutzung herrichten.“ Doppelte Nutzung heißt für Unterricht und anschließend für Betreuung. Der Bereich Schule und Sport hat dafür eigens ein Möblierungskonzept ausgearbeitet. Für 53 Räume würden 480 000 Euro fällig.

„Baulicher Zustand ist desaströs“

Das städtische Gebäudemanagement (GMHL) schätzt, dass die Herrichtung der Hausmeisterwohnung teurer als 200 000 Euro würde. „Der bauliche Zustand ist desaströs“, sagte GMHL-Chef Dennis Bunk, „Dach und Fassade müssten ebenfalls saniert werden.“ Das GMHL habe die Wohnung „bisher nicht auf der Agenda“, erklärte Bunk. Wenn die Politiker es wollen, würde sich das Gebäudemanagement um die Schulleiterwohnung kümmern.

Aber die Politik wollte nicht. Nur die Unabhängigen stimmten dafür, den Vereinen 100 000 Euro aus dem Stadtsäckel zu geben, der Rest war dagegen.

Helmut Nölck (Unabhängige): „Das ist ein Affront gegen das Engagement von Schule und Eltern.“ Quelle: LN-Archiv

Und nun? Ortstermin in der Grundschule. Janina Tobinski, Vorsitzende des Elternbeirats und Vorsitzende des Schulvereins, führt durch die Räume. „Wir haben keine Küche. Die Betreuung findet im Differenzierungsraum statt, dort gibt es kein Warmwasser“, sagt die Elternvorsitzende. Die Lage werde sich verschärfen, weil im kommenden Jahr noch mehr Kinder in die Ganztagsbetreuung gehen werden. Außerdem werde die Betreuungszeit nach den Sommerferien bis 16 Uhr verlängert. Tobinski: „Die Entscheidung des Schulausschusses ist aus pädagogischer Sicht ärgerlich.“

So geht es weiter

Wie geht es weiter? Der Stadtteilverein, der die Schulleiterwohnung gemietet hat, wird die Sanierung, so gut es geht, fortführen. „Die Chance, dabei auch die Anforderungen der Kinderbetreuung zu berücksichtigen, wurde verpasst“, kritisiert Elternvertreter Lehrke. Helmut Nölck, der für die Fraktion der Unabhängigen im Schulausschuss sitzt: „Die Ablehnung der 100 000 Euro ist ein Affront gegen das Engagement von Schule und Eltern.“

Kai Dordowsky

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