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Lübeck Noch eine Fluggesellschaft für Lübeck?
Lokales Lübeck Noch eine Fluggesellschaft für Lübeck?
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00:00 26.01.2013
Michael Hövel hat die „Lübeck Airways“ gegründet. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Neue Verbindung in den Westen? Die frisch gegründete Fluglinie „Lübeck Airways“ plant, ab November von Lübeck aus Düsseldorf anzusteuern. Geschäftsführer Michael Hövel hat auch München im Visier. Er will drei Flugzeuge mit je 76 Sitzplätzen in Blankensee stationieren. Noch gibt es aber keine Betriebsgenehmigung, keine Maschinen und keinen abgeschlossenen Vertrag mit dem Flughafen. Aber: „Wir sind überzeugt, dass sich in Lübeck wirklich etwas machen lässt“, sagt Hövel. Er gehört zur Unternehmensberatung InAvia, die zusammen mit sbc Restrukturierung und Investments AG den Flughafen Lübeck kaufen wollte. Doch die Hansestadt gab dem Deutsch- Ägypter Mohamad Rady Amar den Zuschlag — weil er finanzkräftig ist.

Mit „Lübeck Airways“ gibt es jetzt bereits die zweite Fluglinie, die Touristen in die Hansestadt bringen will. Denn auch „Lübeck Air“ will ab Blankensee fliegen. Der designierte Geschäftsführer Michael van Heukelum bestätigt, dass er weiter an den Plänen arbeitet, ab Sommer in Lübeck zu starten. Auch er ist dabei, eine Betriebsgenehmigung zu bekommen, Maschinen zu leasen und einen Vertrag mit dem Flughafen Lübeck zu schließen. Hinter seinen Plänen stehen Investoren aus dem arabischen Raum, unter anderem der Ägypter Hassan Aziz, dem die Fluggesellschaft Al Masria gehört und der Verbindungen zu Amar hat.

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Wer hingegen das Vorhaben „Lübeck Airways“ finanziert, ist unklar. „Kein Kommentar“, sagt Hövel. Aber die Fluggesellschaft werde mit genügend Kapital ausgestattet werden, erklärt Hövel. Nicht mehr mit im Rennen um eine Lübeck-Linie ist Euroimmun-Chef Winfried Stöcker. Er hat seine Pläne für eine Fluggesellschaft namens „LuebeckAir“ erst einmal auf Eis gelegt. „Wir halten uns heraus und beobachten, was der Investor Amar mit dem Flughafen macht“, sagt Stöcker. Der Unternehmer wollte zwei Flugzeuge kaufen oder leasen — einen Flieger mit 70 und einen mit 30 Sitzen. Flughäfen wie Frankfurt, Düsseldorf, Dresden sollten angeflogen werden.

Und der Flughafen? „Jede Fluglinie, die ab Lübeck fliegen will, ist mehr als willkommen“, sagt Amars Berater Siegmar Weegen diplomatisch. Er könne sich auch vorstellen, dass es zwei Lübeck-Linien geben könnte, die sich den Markt aufteilen. Doch Hövel will nicht nur ab Blankensee starten und landen. Er hatte für die Bewerbung um den Flughafenkauf ein Konzept aufgelegt, wie man Touristen nach Lübeck holen kann. Dazu soll die neue „Lübeck Airways“ dienen. „Beides gehört zusammen“, sagt Hövel. Er hofft auf eine Kooperation mit Amar. Das aber ist dem Vernehmen nach nicht realistisch.

Lübeck Airways“ ist seit 10. Januar im Handelsregister eingetragen. Die drei Maschinen sollen vom Typ Embraer ERJ-170 sein und geleast werden. Hövel versucht derzeit, die Betriebsgenehmigung der insolventen „Cirrus Air“ aus Saarbrücken für „Lübeck Airways“ zu reaktivieren. jvz/dor

LN

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