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Lübeck Nördliche Wallhalbinsel: Bürgerinitiative plant neues Hotel
Lokales Lübeck Nördliche Wallhalbinsel: Bürgerinitiative plant neues Hotel
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16:36 08.01.2015
So soll die neue Touristen-Unterkunft mit Blick auf die Altstadt aussehen. Quelle: Grafik: Architekten Modersohn & Freiesleben
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Innenstadt

Top-Lage für eine neue Touristen-Unterkunft: Auf der Nördlichen Wallhalbinsel soll ein Hotel mit Blick auf die lübsche Altstadt entstehen — dort, wo heute ein Parkplatz ist, zwischen Media Docks und Drehbrücke. Das sind die Pläne der Projektgruppe Initiative Hafenschuppen (PIH). Die Bürgerinitiative entwickelt ein Konzept, wie die Schuppen erhalten werden können — und die Wallhalbinsel künftig aussehen soll. Die jüngste Idee ist der Bau eines neuen Hotels. Das Berliner Architektenbüro Modersohn & Freiesleben hat bereits einen Entwurf gefertigt. Die Kosten belaufen sich auf 14 Millionen Euro. Die Architekten führen erste Investoren-Gespräche.

„Für ein Hotel ist das der richtige Ort“, ist Professor Johannes Modersohn überzeugt. „Es belebt den Standort“, sagt auch Antje Freiesleben, die gebürtige Lübeckerin ist. Zudem gebe es eine optimale Anbindung. Wer mit dem Auto oder der Bahn anreist, ist schnell am Hotel. Wer von der Unterkunft in die Stadt will, kann zu Fuß laufen. „Und auch für die Besucher des Hansemuseums ist das eine gute Lage“, ergänzt Detlev Holst, Sprecher der PIH.

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Etwas anders sieht das Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Zwar will die Verwaltung ebenfalls ein bis zwei Hotels auf der Nördlichen Wallhalbinsel — aber an anderer Stelle. Am Eingang zur Wallhalbinsel auf der linken Seite könne ein kleineres Hotel im Budget-Bereich entstehen. Ein weiteres Hotel ist an der Spitze der Wallhalbinsel angedacht; wo der Strandsalon ist, könnte eine Luxusunterkunft mit vier oder fünf Sternen errichtet werden. „Letztlich entscheidet natürlich immer der Markt“, sagt Saxe. Doch der Hotel-Standort ist einer der Punkte, die PIH und Stadt miteinander klären müssen. Am 15. Januar startet das Mediationsverfahren.

Die PIH befürwortet indes die Hotel-Pläne der Architekten Modersohn und Freiesleben. „Das Hotel hat einen Entrée-Charakter für die Nördliche Wallhalbinsel“, sagt Jörg Sellerbeck von der PIH. Das Hotel hat 124 Zimmer und 250 Betten, 6900 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und steht auf einer Grundfläche von 2000 Quadratmetern. In Richtung Drehbrücke hat es drei Geschosse, in Richtung Media Docks vier — und es misst an höchster Stelle 13,50 Meter. Damit bleibt es unter der Höhe der Media Docks. Die Gestaltung lehnen Modersohn und Freiesleben an die Schuppen an. So sind an den Kopfseiten Giebel und ein flachgeneigtes Satteldach geplant.

Im Erdgeschoss sind Café, Läden und Büros vorgesehen, die unabhängig vom Hotel sind. Zu ihm gehört im Erdgeschoss lediglich der Frühstücksraum mit Blick auf die Altstadt. In den oberen Geschossen sind die Hotelzimmer untergebracht. Das Gebäude wird von Kolonaden gesäumt — an der Seite zur Drehbrücke und an der Seite zum Innenbereich der Wallhalbinsel. Dadurch soll das Gebäude offen und leicht zugänglich wirken. Ab dem ersten Obergeschoss springt das Gebäude zurück, es beschreibt eine U-Form, und eine Terrasse in Richtung Innenbereich Wallhalbinsel entsteht. Die Autos der Hotelgäste sollen in einem neuen Parkhaus untergebracht werden, das ebenfalls am Eingang zur Nördlichen Wallhalbinsel geplant ist — allerdings auf der Roddenkoppel-Seite. Dort müssten mindestens 170 Stellplätze entstehen: 100 für das Hotel, 70 als Ersatz für die jetzigen Parkplätze, auf denen das Hotel gebaut wird.

Auf der Nördlichen Wallhalbinsel ergeben sich durch die Pläne für Hotel und Parkhaus insgesamt 35000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Die PIH wollte zunächst nur 25 000 Quadratmeter, auf denen sie die Schuppen ausbaut. Die Stadt hingegen wollte die Schuppen abreißen und eine massive Bebauung mit 85000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, zuletzt mit 70 000 Quadratmeter.

Josephine von Zastrow