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Lübeck Großes Wissens-Kino auf dem Klingenberg in Lübeck
Lokales Lübeck Großes Wissens-Kino auf dem Klingenberg in Lübeck
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19:17 10.10.2019
Ein kleinerer Wissensglobus kam bei den Nordischen Filmtagen 2018 auf dem Klingenberg zum Einsatz. Bei der Neuauflage 2019 wird die Kuppel deutlich größer sein. Quelle: Olaf Malzahn
Innenstadt

Ein virtueller Flug durch eine mittelalterliche Kloake – und das zur Mittagszeit: Die Nordischen Filmtage und die Wissenschaftsbeauftragte der Stadt, Susanne Kasimir, bauen auf dem Klingenberg für sechs Tage einen großen Wissensglobus auf. Abends laufen in der weißen Kuppel Filme. Tagsüber können Besucher entspannt in die Welt der Wissenschaft eintauchen.

„Wir holen die Wissenschaftler aus dem Elfenbeimturm“

„Wir holen die Wissenschaft raus aus dem Elfenbeinturm und bringen sie auf den Klingenberg“, erklärt die Wissenschaftsbeauftragte. „Die Wissenschaftler erhalten eine Plattform, um ihre Forschungen zu präsentieren.“ Die Vorträge bestehen jeweils aus Videofilmen im 360-Grad-Format, aus Vorträgen und Diskussionen.

Im Liegen lernen

„Wat’n Schiet – was Abwässer alles erzählen können“, lautet ein Beitrag. Der Lübecker Archäologe Dirk Reger forscht zusammen mit der Universität von Oxford über Darmparasiten aus mittelalterlichen Kloaken. Bei „Wale und Haie“ wird die berühmte Grabung von Groß Pampau virtuell dargestellt. In „Zukunft der Ostsee“ geht es auch um die Munitionsfunde am Meeresgrund und wie diese Zeitbomben beseitigt werden können.

Das Team des Günter-Grass-Hauses plant, einen kurzen Videofilm über sein Virtual-Reality-Projekt zur Blechtrommel vorzuführen. Außerdem sind ein digitales Klassenzimmer und die Eröffnung mit dem weltbekannten Klimaforscher Prof. Mojib Latif vorgesehen.

Das Programm

Sechs Tage lang, vom 29. Oktober bis zum 3. November, steht der große Wissensglobus auf dem Klingenberg. Am 29. Oktober steht die Kuppel ausschließlich für die Schüler der Baltic-Schule zur Verfügung, die in drei Schichten Filme zu ihrem aktuellen Unterrichtsstoff sehen.

Am 30. Oktober eröffnen Bürgermeister Jan Lindenau, Kultur- und Bildungssenatorin Kathrin Weiher und Museumschef Prof. Hans Wißkirchen den Wissensglobus. Außerdem hält der weltbekannte Klimaforscher Prof. Mojib Latif einen Vortrag. Abends (20.30 bis 22 Uhr) gibt es einen Klimacocktail mit Latif.

Am 31. Oktober stellt Archäologe Dr. Dirk Rieger von 12 bis 13 Uhr die Forschung an Darmparasiten vor, die in mittelalterlichen Kloaken gefunden wurden und Details über das Leben der Menschen damals verraten.

Ebenfalls am 31. Oktober präsentieren Walforscher und Wissenschaftler die spektakulären Funde der Ausgrabungen in Groß Pampau (13.30 bis 14.30) Uhr. Diesen Vortrag gibt es am 2. November (12 bis 13 Uhr) noch einmal.

Die „Zukunft der Ostsee“ und der Umgang mit Munitionsfunden stehen am 1. November von 12 bis 13 Uhr auf dem Programm. Am gleichen Tag zeigt die Hamburger Evolutionsbiologin Prof. Mathilde Cordellier von 13.30 einen Film über „Wasserflöhe im Dienst der Forschung“ (13.30 bis 14.30 Uhr).

Wie Wissenschaft im 360-Grad-Format dargestellt werden kann, demonstriert das Helmholtz-Zentrum Geesthacht am 2. November von 13.30 bis 14.30 Uhr.

Der Präsident der deutschsprachigen Planetarien, Dr. Björn Voß und Dr. Klaus Ammann von der Sternwarte Lübeck beschäftigen sich am 3. November von 12 bis 13 Uhr mit „Wasser im Weltall“. Am gleichen Tag präsentiert die dänische Komponistin, Installationskünstlerin und Lehrbeauftragte Maja Egebo eine Video-Installation über Unterwasser-Pflanzen (13.30 bis 14.30 Uhr). Täglich zeigt das Günter-Grass-Haus einen kleinen Film über die „Blechtrommel 4.0“.

Der weiße Wissensglobus ist bereits einige Male in Lübeck zum Einsatz gekommen. Dieses Mal hat Lübeck sich „ein ungewöhnlich großes Kino“ gemietet, sagt Ralph Heinsohn, Produzent von 360-Grad-Filmen, Leiter eines Science-Centers in Heilbronn und Kurator für „immersive Medien“ bei den Nordischen Filmtagen. Heinsohn: „Üblich sind 30 bis 50 Plätze, auf dem Klingenberg sind es 100.“ Bei diesen Kinovorführungen seien die Bilder so groß, „dass sie das Sichtfeld der Menschen übersteigen.“ Die Zuschauer würden dadurch in die Bilder förmlich eintauchen.

Finanziert von der Possehl-Stiftung und den Stadtwerken

Der Wissensglobus, der ab dem 27. Oktober aufgebaut wird, wird einen großen Teil des Klingenbergs belegen. Susanne Kasimir hat die Kuppel ausgeliehen, das Projekt wird von der Possehl-Stiftung und den Stadtwerken finanziert.

In der Mittagszeit von 12 bis 13 Uhr und von 13.30 bis 14.30 Uhr finden die Vorträge und Vorführungen der Wissenschaftler statt. Der Eintritt ist frei. Die Veranstalter reichen dazu einen Imbiss der Geld kostet. Die Wissenschaftsbeauftragte hat auch über einen Globus auf dem Markt nachgedacht, sich aber für den Klingenberg entschieden. Susanne Kasimir: „Am Klingenberg fahren sehr viele Busse vorbei. Dadurch werden noch mehr Menschen auf den Wissensglobus aufmerksam.“

Von Kai Dordowsky

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