Nordische filmtage: Dicht am Leben: die neuen Serienproduktionen aus Skandinavien
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Nordische filmtage: Dicht am Leben: die neuen Serienproduktionen aus Skandinavien

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17:00 31.10.2021
Schauspieler und Freunde: Vikingur und Darri unternehmen einen unterhaltsamen Roadtrip durch die isländischen Fjorde.
Schauspieler und Freunde: Vikingur und Darri unternehmen einen unterhaltsamen Roadtrip durch die isländischen Fjorde. Quelle: Foto: glassriver
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Erfolg und Misserfolg sitzen mit Darri und Vikingur auf dem Roadtrip der beiden langjährigen Freunde Seite an Seite. Beide sind Schauspieler. International gefragt und gut gebucht der eine, der andere hangelt sich am Rande des Existenzminimums gerade so durch.

Absurdeste Situationen

Ólafur Darri Ólafsson und Víkingur Kristjánsson spielen in der Serie des isländischen Regisseurs Baldvin Z, der auch den Serienerfolg von „Trapped“ verantwortet, sich selbst. Baldvin Z lässt die beiden Buddys auf ihrer Kumpelstour in die absurdesten Situationen hineinnavigieren. Vikingur, der aus der Not eine Tugend macht und Sex, Alkohol und Hedonismus abgeschworen hat, schleppt den erfolgsverwöhnten und genussfreudigen Darri durch gastronomisch karge Landstriche.

Spielen die nur oder sind die wirklich so?

Das Roadmovie wurde unter Pandemiebedingungen gedreht und ist zu einem filmischen „Kammerspiel“ geraten, in dem die Schauspieler mit Selbstironie und gnadenloser Selbstreflexion die eigenwirksamen Dynamiken, die Höhen und Tiefen ihres Berufsstandes ausspielen. Den Zuschauer – der sich permanent fragt: Spielen die nur oder sind die wirklich so? – machen sie dabei geschickt und äußerst unterhaltsam zum Voyeur.

Das Gegenteil von Voyeurismus erreicht Regisseur Matti Kinnunen mit der Serie „Cargo“ (Fracht). Der Finne lässt den Zuschauer in enger Identifikation mit seinen Figuren Migration und Menschenhandel aus der Perspektive der Flüchtlinge erleben. Stellt sie etwa der Eritreerin Kiki an die Seite, die Hals über Kopf mit Mann und Tochter vor dem Militär fliehen muss und über die gefährliche Mittelmeerroute zu Kikis Vater Ranska nach Finnland gelangen will. Ranska holt als Schlepper Migranten nach Helsinki, doch dann wird sein Lieferwagen geklaut, mitsamt der menschlichen Fracht. Und Kiki wird während der Flucht von ihrer Familie getrennt. Die moralischen Maßstäbe und sicheren Urteile über richtig und falsch verwischen in dem Maße, in dem sich Sicherheit als ein fragiles Gut erweist und mit dem Schicksal der Protagonisten auch die eigenen Gewissheiten in gefährliche Fahrwasser geraten.

„Furia“.kommt den beliebten Krimiserien am nächsten

Was den über eine lange Strecke so beliebten und erfolgreichen Krimiserien am nächsten kommt im Serienprogramm der 63. Nordischen Filmtage ist „Furia“. Die von Gjermund S. Eriksen konzipierte deutsch-norwegische Produktion führt den verdeckten Ermittler Asgeir, der bei einem missglückten Einsatz seine Frau verlor und seitdem von den Russen per Kopfgeld gejagt wird, ins Nirgendwo des abgeschiedenen norwegischen Nordens.

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Kaum angekommen, ermittelt er in einem Brandanschlag auf eine Unterkunft von Migranten, kurz darauf ist der mögliche Brandstifter tot. Asgeir stößt auf ein Netz rechter Extremisten, die sich hinter bürgerlicher Fassade tarnen und deren Kontakte sich weit über die Kleinstadt und Nordnorwegen erstrecken. Hochspannend – und leider ebenfalls alles andere als realitätsfern.

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Von Regine Ley