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Lübeck Bei Lübecks Kirchen steht der Brandschutz an erster Stelle
Lokales Lübeck Bei Lübecks Kirchen steht der Brandschutz an erster Stelle
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10:57 17.04.2019
Jürgen Rösing (r.), stellvertretender Leiter der Kirchenbauabteilung, und Christian Rosehr, Vorsitzender Kirchengemeinderat St. Marien, zeigen die rote Kiste mit den Schutzplanen für die Kunstwerke und den Einsatz- und Evakuierungsplänen. Quelle: 54° / Felix König
Innenstadt

Es ist als Anteilnahme, aber auch als Unterstützung für die Feuerwehrleute gedacht, die zum Teil am Dienstagmittag immer noch ihr Leben riskieren – das Glockenläuten der Kirchen auf der Altstadtinsel und in den Stadtteilen. „Wir sind alle von diesen Bildern der brennenden Kathedrale schockiert“, kommentiert Pröpstin Petra Kallies, „und können so an diesem Vormittag ein klingendes Gebet nach Paris senden.“ Am Ostersonntag werden die Kirchengemeinden dann noch als Zeichen der Solidarität um eine zusätzliche Kollekte für den Wiederaufbau von Notre-Dame bitten.

Erinnerungen an die Bombennacht ’42

Bei vielen älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern seien beim Anblick des in Flammen stehenden gotischen Kirchengebäudes bestimmt Erinnerungen an die verheerende Bombennacht Palmarum 1942 hochgekommen, so die Pröpstin. Als in der Hansestadt insbesondere der Dom und St. Marien Opfer eines Feuersturms wurden. „Entsprechend haben wir beim Thema Wiederaufbau nach ’45 reichlich Erfahrungen sammeln können“, sagt der stellvertretende Leiter der Bauabteilung im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, Jürgen Rösing. Dabei sei auch immer sehr viel Wert auf Brandschutz gelegt worden.

In einer roten Kiste hat die Feuerwehr Schutztücher für die Kunstschätze sowie Einsatz- und Evakuierungspläne gelagert. Quelle: 54° / Felix König

Schließlich wusste man: Wenn ein Turmhelm abfällt, kann auch ein Dachstuhl einstürzen, und es besteht in Folge größte Gefahr für die Anwohner. Deshalb erhielten der Dom und St. Marien neue Turmhelme aus einer Stahlbetonkonstruktion in Steinbauweise; St. Mariens Dachstuhl ist ebenso aus Beton gebaut. Allerdings haben die Altstadtkirchen St. Jakobi, St. Petri und St. Aegidien noch Turmhelme sowie Dachstühle aus Holz. Diese Konstruktionsweise weist ebenfalls noch der Dachstuhl des Doms auf. Daher fasst Dom-Pastorin Margrit Wegner ihre Gemütslage in einem Satz zusammen. „Dieser Film eines brennenden Doms läuft nach dem Sehen der aktuellen TV-Bilder aus Paris durchaus mehrfach im Kopf ab“, gesteht sie.

Gesamtkonzept seit dem Jahr 2006

Völlig ausschließen könne man ein vergleichbares Feuer wie in Notre-Dame in einer Lübecker Kirche natürlich nicht, sagt Jürgen Rösing. „Allerdings sind wir wirklich gut gerüstet“, betont er. So gibt es bereits seit 2006 ein Gesamtkonzept von Kirchenkreis und Feuerwehr für jede Altstadtkirche, was im Ernstfall zu tun ist. „Mit zum Beispiel im Detail abgestimmten Plänen, wie das Gebäude zu evakuieren ist und wo sich die Steigrohre Richtung Dach zum Anschluss der Löschwasserschläuche im Kirchenschiff befinden“, zählt der stellvertretende Bauchef auf.

Für die beiden Kirchtürme existieren im Kirchenschiff von St. Marien zwei Steigleitungen für die Feuerwehr. Quelle: 54° / Felix König

Christian Rosehr, Vorsitzender des Kirchengemeinderates von St. Marien, verweist auf einen weiteren Baustein dieses Gesamtkonzeptes. In der Sakristei steht eine große rote Kiste mit der Aufschrift „Schutzplanen – FeuerwehrSt. Marien“. Enthalten ist eine umfangreiche Mappe mit diversen Plänen, Fotos der Kirchenkunstwerke sowie nummerierten Tüchern. „Die sind für jedes Kunstwerk maßgeschneidert und sollen im Brandfall unter anderem Epitaphe und Altarretabel zudecken, um sie zumindest eine Zeit lang vor Schäden bewahren zu können“, erläutert Rosehr.

Briefing für Firmen vor Baumaßnahme

Und wenn in absehbarer Zeit die Türme von St. Marien und des Doms saniert werden, sind entsprechende Vorsichtsmaßnahmen immer mitgedacht. „Grundsätzlich findet auch bei uns vor jeder einzelnen Baumaßnahme ein Briefing mit allen beteiligten Firmen und unserer Kirchbauhütte statt“, erklärt Jürgen Rösing. Dabei stehe der Brandschutz selbstverständlich an erster Stelle.

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