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Lübeck Küstenrallye: Mit dem Ferrari von Henri Nannen durch den Norden
Lokales Lübeck Küstenrallye: Mit dem Ferrari von Henri Nannen durch den Norden
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19:35 21.06.2019
Carsten und Uta Möller kurz vorm Start der OCC-Küstentrophy. Die Rallye führte durch Ostholstein. Redakteurin Cosima Künzel durfte mitfahren. Quelle: 54°/John Garve
Travemünde

Die 10. OCC-Küstentrophy ist ein Augenschmaus für Fans historischer Wagen. 120 Old- und Youngtimer nehmen an der Jubiläumsfahrt teil. Start war im Brügmanngarten. Die zweitägige Rallye führt durch Ostholstein und Mecklenburg-Vorpommern. Pro Tag sind es etwa 250 Kilometer. Bei der klassischen Wertungsfahrt mit verschiedenen Prüfungen geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um Teamwork, Geschicklichkeit und Präzision.

Der Ferrari 412i von Carsten und Uta Möller kurz vor dem Start der Oldtimer-Rallye OCC-Küstentrophy. Quelle: 54°/John Garve

Treffen im Brügmanngarten

Das müssen auch Carsten und Uta Möller beweisen, die sich am Morgen im Brügmanngarten mit allen Teilnehmern versammeln. „Gleich geht es los, die Anspannung steigt ins Unermessliche“, sagt Möller als Fahrer des Ferrari 412i, Baujahr 1987. Möller ist als OCC-Geschäftsführer zwar Veranstalter, kennt die Strecke und die Wertungsprüfungen aber ebenso wenig wie die anderen Teilnehmer. Das Roadbook gab es erst kurz vor Beginn.

Schmuckstücke der Oldtimer-Rallye

Um den Ferrari 412i herum stehen noch mehr Legenden, Schmuckstücke, Berühmtheiten: diverse Porsche 356 und 911, Klassiker wie der Mercedes-Benz SLK oder auch ein Volkswagen T1 Riviera Motors (Baujahr 1966). Die Startnummer 1 ist ein Modell des Bentley Blue Train von 1930, eine Legende. Und der älteste Wagen im Feld ist ein Rolls-Royce Phantom I Dual Cowl mit einem Karosserieaufbau der Firma Thrupp & Maberly Ltd (Baujahr 1927).

Klaus und Martina Kirchheim mit ihrem BMW 2002ti Diana im Brügmanngarten in Travemünde. Quelle: 54°/John Garve

BMW auf Gran Canaria entdeckt

Zu jedem Wagen gibt es herrliche Geschichten, die hier über Kühlerhauben und polierten Lack weitergetragen werden. Auch Martina und Klaus Kirchheim verraten die Story ihres sattgelben BMW 2002ti Diana (Baujahr 1971), Klasse D. „Wir haben ihn 2005 auf Gran Canaria entdeckt und vier Jahre restaurieren lassen“, sagt der 60-Jährige. „Er ist erst vor ein paar Tagen fertig geworden.“

Auch für Möllers ist es die erste Wettfahrt mit dem Ferrari 412i. Nachdem sie den Start passiert haben, erzählt er, dass er einen „relativ seltenen, untypischen Ferrari“ fahre. „Er ist weltweit nur 580 Mal gebaut worden, und davon nur 118 als Handschalter. Und dies ist ein Handschalter.“ Außerdem habe das Auto eine spannende Vergangenheit, so Möller. Der Erstbesitzer sei der berühmte deutsche Verleger und Publizist Henri Nannen gewesen. „Und es sollen in diesem Auto schon berühmte Persönlichkeiten wie Gorbatschow, Schmidt, Mitterrand und Kissinger gesessen haben“, sagt er, „und zwar genau dort.“ Sein Blick geht zum Beifahrersitz, wo lächelnd seine Frau sitzt.

Eine Berühmtheit. Der Rolls-Royce Phantom I Dual Cowl aus dem Jahr 1927 in Grömitz. Quelle: 54°/John Garve

Mit dem Roadbook auf den Knien

Dann müssen sich die beiden wieder konzentrieren. Sie sagt mit dem Roadbook auf den Knien an, wo es langgeht. Er fährt. Vorbei an Wiesen, Feldern und Herrenhäusern. In den Dörfern machen Leute Fotos. Möllers winken. Gleich kommt die erste Wertungsprüfung. Wer hier oder überhaupt entlang der Strecke Fehler macht oder sich verfährt, der bekommt Strafpunkte. „Wer am Ende der Rallye die wenigsten Punkte hat, der gewinnt“, sagt sie.

Die Landschaft rauscht vorbei, der Motor brummt. Laut Tacho könnte der Ferrari Tempo 300 bringen. Mehr als 200 Kilometer pro Stunde ist Möller aber noch nie gefahren. „Muss ich auch nicht, der Wagen ist ja 30 Jahre alt.“ Und so fahren die beiden gemütlich weiter bis zur nächsten Wertungsprüfung und durch den ersten Rallyetag.

Cosima Künzel

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