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Lübeck Offensive gegen Falschparker: Anwohner wehren sich
Lokales Lübeck Offensive gegen Falschparker: Anwohner wehren sich
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00:29 09.01.2014
So stellt sich die Initiative die Lösung der Parkprobleme im Quartier Falkenwiese vor. Durch weiße Striche wird ein Teil der Bürgersteige fürs Parken freigegeben, die Fahrbahn würde breiter.  Quelle: Fotomontage: Wulfila Kangastie

Eine Handvoll engagierter Anwohner des Quartiers Falkenwiese hat gestern eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Parken Falkenwiese“ gegründet. Die Bürger wehren sich gegen die groß angelegte Offensive von Innensenator Bernd Möller (Grüne) gegen Falschparker in Wohnvierteln. „Die Anwohner hier sind alle aufgebracht“, sagt Wulfila Kangastie, der seit fünf Jahren in der Attendornstraße wohnt, „jahrzehntelang wurde das Parken geduldet“.

Die Initiative (www.parken-falkenwiese.de) sammelt seit gestern Unterschriften, hat bereits 1000 Handzettel gedruckt und in die Briefkästen der Bewohner geworfen. Bis zum 19. Januar wird gesammelt, dann sollen die Unterschriften Innensenator Möller übergeben werden. Zugleich hat die Initiative, die unter dem Motto „Alle friedlich miteinander“ eine Lösung anstrebt, Vorschläge entworfen. Danach sollen die Bürgersteige durch weiße Striche von zwei auf 1,50 Meter verengt und zu Beginn jedes Straßenabschnitts das Verkehrszeichen „Parken auf dem Gehweg“ auf beiden Seiten aufgestellt werden.

Möller soll die Kosten für die Maßnahme ermitteln und bis zur Umsetzung der Maßnahmen seine Kontrolleure zurückziehen. „Alle für die Bürger kostenpflichtigen Aktionen werden ausgesetzt“, fordert die Initiative. Aus Sicht der Bürger wäre damit allen gedient: Rettungsfahrzeuge hätten ebenso Platz wie Fußgänger mit Rollator oder Kinderwagen. Mehrere hundert echte Parkplätze würden entstehen. Die Initiative greift damit eine Idee des Verkehrsplaners Helmut Schünemann auf, der schon 2010 eine Verengung der Fußwege und eine Verbreiterung des Straßenraumes vorschlug.

Die Linke wirft Möller unterdessen „blinden Aktionismus“ vor. „Oberlehrerhafte Tipps wie Dauerparkplätze im Parkhaus oder Carsharing-Modelle gehen am echten Leben total vorbei“, kritisieren die Kreisvorsitzenden Katjana Zunft und Sascha Luetkens. Es gehe bei Möllers Vorstoß nicht nur um das Quartier an der Falkenwiese, auch Marli, St. Lorenz, St. Jürgen und St. Gertrud seien betroffen. Der Senator bleibe eine realistische Antwort schuldig, wo die vielen Autos denn abgestellt werden sollen. Auch die Linke empfiehlt, das beidseitige Parken zu erlauben.

Unterstützung erhält der Innensenator von Bruno Böhm (Freie Wähler). Möller sei keineswegs ein „ideologisch getriebener Ökologie-Kreuzritter auf einem Feldzug gegen die Autofahrerschaft“, erklärt der Bürgerschaftsabgeordnete. Dem Senator gehe es um die Sicherheit der Bürger.

dor