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Lübeck Opern-Baustelle: Lübecker Schüler entwickeln Musiktheater-Stück
Lokales Lübeck Opern-Baustelle: Lübecker Schüler entwickeln Musiktheater-Stück
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17:38 20.06.2019
Die Schule an der Wakenitz gewann mit ihrem Beitrag „TransEgal“ den fünften Opernbaustellen-Wettbewerb. Quelle: Felix König
Innenstadt

Ein Brainstorming, zwei Treffen, fertig ist eine komplett komponierte und einstudierte Oper: In den Kammerspielen werden gleich drei Werke nach der wahrscheinlich kürzesten Probezeit in der Geschichte des Musiktheaters aufgeführt. Jeweils nur sechs Stunden haben Schüler der siebten bis zehnten Klassen gebraucht, um ihr Stück von der ersten Idee bis zur Bühnenreife zu entwickeln. Erarbeitet haben die Schüler ihre Werke während der fünften Lübecker Opernbaustelle, die die Taschenoper jedes Jahr anbietet.

Kreativer Trash für die Opernbaustelle

Was daraus entstanden ist: Ein Drittel expressionistische Inspiration, ein Drittel konzentrierte Verdichtung und ein Drittel kreativer Trash. Eine siebte Klasse hat zum Beispiel eine Kurzoper über ein Schwein entwickelt, das sich in eine Ziege verliebt. Diese Beziehung ist verboten, weil das Schwein nicht halal ist. Es hat gehört, dass Schweine sich durch Genmanipulation so verändern können, dass sie nach islamischem Recht „sauber“ werden. In einem Atomkraftwerk lässt sich das Schwein bestrahlen; die Behandlung misslingt aber, es wird blutrünstig und begeht ein Massaker.

Ein Konflikt, große Liebe und am Ende ordentlich viel Blut – die Schüler haben die Essenz der Oper gut erfasst. Natürlich gibt es auch Musik, nämlich Arien aus „Die schöne Galathée“ von Franz von Suppé, auf die sie passende Texte geschrieben haben.

Sechs Schulen an der Opernbaustelle

Die Geschichte um religiösen Fanatismus wurde nur in einem Trailer gezeigt, weil sie außerhalb des Wettbewerbs lief. Jede der sechs Schulen, die mit insgesamt 168 Schülern an der Opernbaustelle teilnahmen, darf nämlich nur einen Beitrag einbringen, und die Gemeinschaftsschule an der Wakenitz war gleich zwei Mal vertreten. Sie schickte auch die Gewinner des Wettbewerbs ins Rennen: In dem Stück „TransEgal“ entwickelten die Schüler eine Geschichte um eine Präsidententochter, die sich als transsexuell outet. Die Präsidentin reagiert auf die Nachricht geschockt, am Ende entpuppt sie sich aber selbst als Mann.

Eine Szene aus „TransEgal“ der Schule an der Wakenitz. Quelle: Felix König

Schüler interessiert an politischen Themen

Das ist etwas dick aufgetragen, trifft aber den Zeitgeist. Auch eine zehnte Klasse des Johanneums inszeniert mit „In Zeiten des Wandels“ ein politisches Thema: Die Fridays-for-Future-Bewegung ist gescheitert, und die Menschheit sieht unter Glaskuppeln ihrem Ende entgegen. „Ohne ein paar Leichen geht es nicht in der Oper“, kommentiert Moderator Sascha Minck. Das hat sich auch die siebte Klasse des Katharineums gedacht, die mit den jüngsten Teilnehmern ins Finale ging. Sie lieferte den aufwendigsten Beitrag mit der Oper „Tot in der Manege“, die vor 100 Jahren im Zirkus-Milieu spielt.

Oper aus dem Elfenbeinturm holen

Der Sieger wird mit dem Applausometer und den Stimmen der Jury entschieden. Alle Finalisten bekommen als Preise Theaterkarten, die Gewinnerklasse nimmt dazu einen Pokal in Form einer kleinen Baustelle entgegen. Gewinner sind sie alle, denn sie haben einen Zugang zum Theater gefunden. Das ist auch das Ziel der Taschenoper-Leiterin Margrit Dürr, die mit dem Projekt die Oper aus dem Elfenbeinturm holen möchte. Mit Opernprojekten, die im Idealfall in eine Tasche passen sollen, geht die Sängerin zu Kindern und Jugendlichen, „denn wir glauben, dass das ihnen so unglaublich viel geben kann. Musiktheater berührt Kinder.“ Selbst eine Oper geschrieben und einstudiert zu haben, ist etwas Besonderes – auch dann, wenn sie in nur sechs Stunden entstanden ist.

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