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Lübeck UKSH: Stoßdämpfer für das Knie
Lokales Lübeck UKSH: Stoßdämpfer für das Knie
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Roland Günther ist froh über das gute Gelingen seiner Knie-Operation. Er freut sich bereits darauf, das Training für den nächsten Marathonlauf wieder aufnehmen zu können. Quelle: Fotos, Grafik: Kim Carolin Struve
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Lübeck

Der Meniskus ist für das Kniegelenk von entscheidender Bedeutung: Die beiden halbmondförmigen Scheiben aus elastischem Bindegewebe verteilen Lasten und Druck gleichmäßig, sorgen für Stabilität und dämpfen Stöße zwischen Ober- und Unterschenkelknochen ab.

Nach einer Verletzung des Meniskus wie einem Riss verändern sich diese mechanischen Eigenschaften im Knie und können durch die erhöhte Belastung der Gelenkflächen Arthrose verursachten. Während Risse in den äußeren Teiles des Meniskus wegen ihres Anschlusses an das Gefäßsystem teilweise gut heilen können, gelingt dies in gelenknahen Zonen nicht. Meistens muss operiert werden. Eine solche Meniskusrissoperation soll die langfristige Schmerzfreiheit und Funktionsfähigkeit des Kniegelenks erhalten und die Belastbarkeit im Alltag und beim Sport wiederherstellen. Ebenso gibt es Hinweise, dass sie degenerativen Veränderungen des Kniegelenks (Kniearthrose) vorbeugt.

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Von Meniskusrissen sind besonders häufig Sportler betroffen. Abrupte Stopps in Drehbewegungen, aber auch Abnutzung und Fehlbelastungen zählen zu den Auslösern der Knieverletzung. So wie bei Roland Günther. Der 50-jährige Ul– tramarathonläufer aus Goldberg bei Schwerin erlitt beim Joggen einen horizontalen Meniskusriss. Aufgrund seiner starken Schmerzen überwies ihn sein Arzt in die ambulante Gelenksprechstunde der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am UKSH, Campus Lübeck.

Dort wurde Roland Günther von Prof. Dr. Julius Gille, Bereichsleitung für Arthroskopie, Gelenkchirurgie und Sportmedizin, und Facharzt Dr. Dominik Vogt ausführlich über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten aufgeklärt. Er entschied sich für eine ambulante minimal-invasive („Schlüsselloch-Technik“) Operation. Dabei setzen die Mediziner kleine Schnitte auf beiden Seiten des Kniegelenks, durch die sie die operativen Instrumente und Sichtgeräte einführen. Noch vor wenigen Jahren war es bei Meniskusrissen üblich, lädierte Teile zu entfernen. „Doch durch die fehlende Pufferfunktion des Knorpelgewebes entwickelten 25 bis 40 Prozent der Betroffenen nach zehn Jahren eine schmerzhafte Gelenkarthrose“, sagt Prof. Justus Gille. „Heute näht man die Risse nach Möglichkeit, um die anatomischen Verhältnisse weitgehend wiederherstellen zu können.“

Dr. Dominik Vogt erläutert: „Da nicht alle Meniskusrisse durch die Naht heilen, wird am UKSH, Campus Lübeck, ein innovatives Verfahren verwendet, um die Heilung zu unterstützen. Dabei wird der Meniskus nach der Naht in eine Membran eingewickelt und der Riss somit versiegelt.“

Prof. Gille ergänzt: „Wenn der Meniskus anwächst, besteht eine deutlich verbesserte Chance, dass bei dem Patienten keine Arthrose entsteht.“

Dieses Vorgehen sei neben weiteren Alternativen eine moderne Technik zum Wohle des Patienten, resümiert auch Chefarzt Prof. Dr. Andreas Paech, stellvertretender Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Roland Günther hat das Ergebnis seiner Arthroskopie überzeugt: „Die ambulante OP hat gerade einmal eine halbe Stunde lang gedauert. Noch am selben Tag konnte ich wieder nach Hause entlassen werden. Nach drei Wochen an Gehstützen und mit Physiotherapie fühle ich mich wieder fit und freue mich darauf, endlich wieder trainieren zu können.“

Campus Lübeck

Tel. 0451/ 500-41104

www.uksh.de/unfallchirurgie-luebeck

Von Jessica Ponnath