Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Osterhasen werben in Lübeck für fair gehandelte Schokolade
Lokales Lübeck Osterhasen werben in Lübeck für fair gehandelte Schokolade
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:56 06.04.2019
Osterzeit ist Schokoladenzeit. Darauf, dass es nicht immer die Billigschokolade aus dem Supermarkt sein muss, möchten die Aktivisten der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Lübeck aufmerksam machen.
Osterzeit ist Schokoladenzeit. Darauf, dass es nicht immer die Billigschokolade aus dem Supermarkt sein muss, möchten die Aktivisten der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Lübeck aufmerksam machen. Quelle: Lutz Roeßler
Anzeige
Innenstadt

Was gibt es Schöneres, als am Morgen des Ostersonntages zwischen Krokussen und Narzissen nach Schokohasen und Schokoladeneiern zu suchen? Wahrscheinlich nicht allzu viel. „Die Wochen vor Ostern sind so ein Zeitraum, in dem die Leute besonders viel Schokolade kaufen, billige Schokolade vor allem“, sagt Horst Hesse von der Lübecker Gruppe des Kinderhilfswerks Terre des Hommes und der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Lübeck. Doch unter den Preisen, unter denen hierzulande Schokolade angeboten wird, leiden Kakaobauern und diejenigen, die diesen ernten, kritisieren die Aktivisten. Darauf wollten diese am Sonnabend in der Innenstadt aufmerksam machen – als Osterhasen verkleidet.

Auf Schokolade verzichten muss aber niemand

Die Demonstranten fordern von der Bundesregierung, Schokoladenhersteller für Menschrechtsverstöße in ihren Lieferketten zur Rechenschaft zu ziehen. „Es ist nicht einmal nur die Ausbeutung der Kakaobauern, viele Kinder werden unter sklavenartigen Bedingungen für die Kakaoernte vereinnahmt“, sagt Hesse. So könne das nicht weitergehen. Auf Schokolade verzichten müsse trotzdem niemand.

Fairer Handel unterstützt nachhaltigen Anbau

„Wenn man Schokolade aus fairem Handel kauft, weiß man, dass ein fairer Kakaopreis gezahlt, und die Menschen- und Arbeitsrechte gewahrt werden.“ Vor allem unterstütze der faire Handel einen ökologisch nachhaltigen und diversifizierten Anbau. „Wenn Schokolade weiterhin in solchen Massen konsumiert wird, dann können die Kakaobauern die Nachfrage langfristig nicht mehr befriedigen“, sagt Horst Hesse. Einzig der Kauf fairer Produkte könne da helfen.

Aktion soll zum Nachdenken anregen

„Es ist ja gar nicht unser Ziel, heute 500 Leute davon zu überzeugen, nur noch Schokolade aus fairem Handel zu essen“, sagt Silke Langmaack, die sich ebenfalls für die Steuerungsgruppe engagiert. „Aber wenn wir es schaffen, dass die Leute, die heute mit uns geredet haben, beim nächsten Einkauf an uns denken und doch mal die Schokolade aus fairem Handel kaufen, dann haben wir schon viel erreicht.“

Josephine Andreoli