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Lübeck Experten schlagen Abriss vor
Lokales Lübeck Experten schlagen Abriss vor
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14:39 09.08.2019
Das Parkhaus Holstentor kann nicht mehr lange weiter betrieben werden. Gutachter haben Betonkrebs festgestellt. Betreiber KWL rechnet mit einer baldigen Sperrung. Eine Sanierung oder ein Neubau würden etliche Millionen Euro verschlingen. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Innenstadt

Das Parkhaus Holstentor sollte abgerissen und auf dem Gelände sollte ein kleinerer, ebenerdiger Parkplatz geschaffen werden. Das schlagen Fachleute von Verwaltung und KWL vor, die die städtischen Parkhäuser bewirtschaftet. Der Bauausschuss soll am 19. August eine Richtungsentscheidung treffen.

2017 machten Gutachter aus Stuttgart eine Bestandsaufnahme des Parkhauses Falkenstraße. In allen Parkhäusern, die die KWL bewirtschaftet, gibt es Probleme mit dem Betonkrebs, der durch Tausalz verursacht wird. Quelle: 54° / Felix Koenig

„Eine Sanierung ist nicht mehr rentierlich“, erklärt Dirk Gerdes, Chef der KWL. Als zweite Möglichkeit käme der Abriss und ein kleinerer Neubau mit 370 Stellplätzen in Frage. Der würde rund 6,5 Millionen Euro kosten. Es würde sich um eine schlichte Bauweise handeln und „nicht um spektakuläre Architektur“, sagt Gerdes – wohlwissend, dass es an dieser Lage zu Diskussionen mit dem Gestaltungsbeirat der Hansestadt kommen könnte.

Betonkrebs greift vor allem die Rampen an

Das Parkhaus mit 525 Stellplätzen ist von dem sogenannten Betonkrebs angegriffen. Das wurde von Statikern Anfang 2017 festgestellt, die die KWL auch für die anderen beiden Parkhäuser Burgtor und Falkenstraße engagiert hatte. Vor allem die Rampen, auf die Fahrzeuge nach oben oder unten fahren, bilden ein Problem. Das Parkhaus wird von Statikern intensiv beobachtet. Die KWL spricht in ihrer Analyse davon, „dass mit jedem Monat die Gefahr der sofortigen Sperrung steigt.“

Typisches Schadensbild: Von der Decke im Parkhaus Falkenstraße wurden solche Stalaktiten festgestellt. Quelle: 54° / Felix Koenig

Die KWL hat mehrere Varianten durchgerechnet. Eine komplette Instandsetzung würde 8,36 Millionen Euro kosten, ein Neubau eines ebenso großen Parkhauses sogar 16,8 Millionen. Eine teilweise Sanierung würde 52 Stellplätze kosten und immer noch über vier Millionen Euro verschlingen. Am günstigsten sind Abriss und ein ebenerdiger Stellplatz für 1,15 Millionen Euro.

Nur zu 30 Prozent ausgelastet

Nach Angaben der Verwaltung sind 525 Stellplätze am Holstentor nicht mehr erforderlich, weil das Parkhaus ohnehin nur zu 30 Prozent ausgelastet ist. Auf den Parkplätzen Lastadie und Bastion rund um die MuK gebe es ausreichend Stellflächen.

Das Burgtor-Parkhaus wurde im vergangenen Jahr saniert. Das Parkhaus Falkenstraße soll ebenfalls instandgesetzt werden. Dort waren von Gutachtern die geringsten Schäden festgestellt worden.

Von Kai Dordowsky