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Lübeck Partygänger im Visier
Lokales Lübeck Partygänger im Visier
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12:21 16.07.2013
Von Beke Zill
Lübecks Jugendschutzbeauftragte Annette Eickhölter und Egbert Ohlow vom Ordnungsdienst. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Travemünde

Am Freitag startet die Travemünder Woche. Dann ist nicht nur auf dem Wasser mit rund 1400 Seglern wieder eine Menge los. An Land tummeln sich bis 28. Juli knapp eine Million Besucher, um an den zahlreichen Bühnen die 124. Auflage des Festes zu feiern. Darunter sind auch viele Jugendliche, die beim „Party machen“ mit Blick auf den Alkoholkonsum übers Ziel hinausschießen. Damit es auch unter den bis 16-Jährigen, die in der Öffentlichkeit keinen Alkohol trinken dürfen, friedlich bleibt, kündigt das Aktionsbündnis gegen Alkoholmissbrauch aus Kinder- und Jugendschutz, Ordnungsamt und Polizei Beratung und Kontrolle an.

Die Organisation ist eine Erfolgsgeschichte. Nachdem vor fünf Jahren ein erhöhtes Aggressionspotenzial rund um das jetzt abgerissene Aqua Top herrschte, gehen die Zahlen der Straftaten seit der Gründung des Konzepts zurück. Die Travemünder Woche investiert dafür 10 000 Euro. „Unser Ziel ist es, dass die Jugendlichen nicht zu viel trinken und nachts heil nach Hause kommen“, betont Annette Eickhölter, Lübecks Jugendschutzbeauftragte. Seit fünf Jahren „patroulliert“ das Team mit insgesamt elf Mitarbeitern ab 20 Uhr auf der Festmeile. Die Polizei begleitet mit zivilen Mitarbeitern die Organisation bei ihrer Tour. Auch die Lübecker Verkehrsgesellschaft, die Deutsche Bahn und die Bundespolizei sind in das gemeinsame Sicherheitskonzept eingebunden.

Die Kontrolleure des Ordnungsdienstes um Leiter Egbert Ohlow werden bei auffälligen Personen nicht nur nach dem Ausweis fragen. Das Team hat diesmal auch zwei neue Geräte dabei, die den Alkoholpegel messen. Falls das Gerät einen Grenzwert anzeigt, werden die Eltern benachrichtigt, um die Übeltäter abzuholen. „Zur Not muss der Jugendliche auch mal eine Nacht im Jugendheim verbringen“, will Matthias Rösing, Leiter des 3. Polizeireviers Lübeck, mit seinen Kollegen hart durchgreifen.

Um aber jeglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen, werden Gleichaltrige des „Peer-Projekts“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter dem neuen Motto „Null Alkohol — Voll Power“ auf die Partygänger zugehen. „Sie werden auf Augenhöhe mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen“, erklärt Eickhölter, die auf eine friedliche Travemünder Woche hofft.

bz