Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Holzkutter „Greif“ zum zweiten Mal gesunken
Lokales Lübeck Holzkutter „Greif“ zum zweiten Mal gesunken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:08 05.08.2019
Zwei Boote sind innerhalb von sechs Tagen im Petroleumhafen gesunken. Neben einem acht Meter langen Segelboot auch der ehemalige Kutter „Greif“, der bereits vor vier Jahren im Museumshafen im Schlick versank. Quelle: Holger Kröger
Anzeige
Lübeck

Sechs Tage, bevor ein acht Meter langes Segelboot im Petroleumhafen gesunken ist, ist ein ehemaliger Fischkutter ganz in der Nähe untergegangen. Am 29. Juli wurde der Polizei der Untergang des Kutters „Greif“ gemeldet. Für beide Unglücke konnte die Polizei bisher keine Ursachen nennen. Aber die „Greif“ ereilte ein besonderes Schicksal: Sie ist vor vier Jahren schon einmal gesunken.

Dezember 2015: Die gut 15 Meter lange „Greif“ wurde aus dem Trave-Schlick im Museumshafen geborgen. Jetzt ist der frühere Kutter im Petroleumhafen erneut gesunken. Quelle: Lutz Roeßler

In der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember 2015, exakt um 2.25 Uhr, war der Kutter eines Duisburger Ehepaares nach einem rätselhaften Wassereinbruch auf den Grund der Trave gesunken. Die Ursache wurde nie ganz aufgeklärt. Es gab damals die Vermutung, dass der Müll, den Taucher im Museumshafen unter dem Schiffsrumpf entdeckten, wohl für eine Schräglage der „Greif“ gesorgt hatte. Dadurch sei eine zuvor unbemerkte schadhafte Stelle, die eigentlich oberhalb der Wasserlinie lag, unter Wasser gedrückt worden. Der Kutter sank innerhalb von eineinhalb Stunden.

Anzeige

Bootseigener für LN nicht zu erreichen

Am 21. Dezember 2015 wurde das Boot mit einem Longuet-Kran aus dem Trave-Schlick geborgen. Im Februar 2018 berichteten die LN, dass der Eigner inzwischen auf dem Holzboot wohnte, das im Museumshafen lag. Dirk Jankowsky, Vorsitzender des Vereins Museumshafen, bestätigte auf LN-Anfrage, dass die „Greif“ den Museumshafen danach verlassen hat, weil das Boot in einer Werft überholt werden sollte. Warum die „Greif“ nur bis zum Petroleumhafen kam und wie es jetzt weitergehen soll, wollten die LN den Eigner fragen, aber ein Kontakt kam nicht zustande.

Warum die „Greif“ nun auch im Petroleumhafen untergegangen ist, darüber hat die Polizei nach Angaben eines Sprechers bisher keine Erkenntnisse. Auch für den Untergang des acht Meter langen Segelbootes vom Sonntag konnte die Polizei noch keine Ursachen benennen. Die Bergung des Bootes lief am Montag noch.

Weiteres Boot im Petroleumhafen gesunken

Am Sonntagabend um kurz nach 20 Uhr ist hier ein etwa acht Meter langes Segelboot gesunken. Laut Polizeibericht hatte der Eigner das Boot am Sonnabend im Petroleumhafen festgemacht. Am Tag darauf schaute der Vater des Eigners nach dem Boot und sah, dass es auf der Steuerbordseite im Wasser lag. Noch ist völlig unklar, wie es dazu kommen konnte. Der Besitzer des Bootes vermutet, dass ein Motor-Test die Ursache dafür sein könnte.

Immerhin: Zum Zeitpunkt des Unglücks befand sich niemand an Bord des Bootes, sodass es keine Verletzten zu beklagen gibt.

Zur Bergung wird ein Luftkissen zum Einsatz kommen, dass den Havaristen aus dem Hafenbecken hebt. Erst dann wird auch sichtbar werden, welchen Schaden das Boot bei dem Unglück genommen hat.

Feuerwehr legte Ölsperren um das Segelboot

Damit über Nacht nicht Öl oder andere Betriebsstoffe ins Wasser des Hafenbeckens gelangen, musste die Lübecker Feuerwehr spezielle Schlingen um das Boot legen. Das hatte am Sonntagabend die Untere Wasserschutzbehörde verfügt. „Der Einsatz war um 21.50 Uhr beendet“, sagt ein Polizeisprecher.

2002 war im Petroleumhafen ein ehemaliger Fischkutter aus ungeklärter Ursache gesunken. Außerdem liegen in dem Seitenarm der Trave Schiffswracks.

In Lübeck ist am Sonntagabend ein Segelboot gesunken. Die Bergung ist für Montag geplant.

RND/pat/Dor