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Lübeck Pfadfinder am Hauptbahnhof gestrandet
Lokales Lübeck Pfadfinder am Hauptbahnhof gestrandet
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22:03 02.08.2014
Eine Gruppe Hamburger Pfadfinder ist auf dem Weg nach Schweden in Lübeck gestrandet: Ihr Zug war überfüllt, die jungen Leute durften nicht weiterfahren. Quelle: Heiko Pump
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Innenstadt

Da halfen auch die Überlebenskünste der Pfadfinder nichts. Eine gut 40-köpfige Gruppe vom Stamm Mutter Theresa aus Hamburg ist gestern Vormittag unfreiwillig in Lübeck gestrandet. Die Pfadfinder waren mit dem Regionalzug gekommen und wollten im Lübecker Hauptbahnhof in den Zug nach Fehmarn umsteigen und über Kopenhagen weiter nach Schweden reisen.

Ihr Ziel war Blidingsholm, wo sie ihre lange geplante 14-tägige Freizeit verbringen wollten. Doch daraus wurde zunächst nichts. In Lübeck wurde ihnen die Weiterfahrt mit dem Regionalzug nach Puttgarden verweigert. Der Zug sei zu voll. Man könne sie aus Sicherheitsgründen nicht mitnehmen, hieß es von Seiten des Zugpersonals.

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Da standen sie also neben dem Gleis sieben. „Unsere Gespräche mit dem Bahnhofspersonal blieben erfolglos“, schildert Gruppenleiter Valerian Laudin die Situation. Die normalerweise übliche Unterbringung in Hotels war von Seiten der Bahn aus auch nicht möglich, da in und um Lübeck alles ausgebucht ist. Sich aufteilen und mit den nächsten Zügen fahren wollte man auch nicht, da sich die Anschlussverbindungen ohnehin erledigt hatten.

Doch Pfadfinder wissen sich ja selbst zu helfen. Über einen privaten Kontakt landete man schließlich bei der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes in Kücknitz. Dort stellte man den Gestrandeten eine Halle zum Übernachten zur Verfügung, versorgte die Kinder und Jugendlichen mit Essen. Nach Kücknitz fuhr die Gruppe problemlos mit der Regionalbahn.

Heute früh um sieben Uhr wollten die Pfadfinder noch einmal ihr Glück versuchen und von Lübeck aus mit dem Zug nach Puttgarden reisen. „Wir hoffen, dass wir so früh alle mitkommen“, sagte Valerian Laudin gestern Abend gegenüber den LN. Er habe nicht gewusst, dass seine Gruppe für den Regionalzug keine Platzreservierung hatte. Allerdings habe ihm ein Bahnmitarbeiter bestätigt, dass die Bahn seit Jahren mit diesem Problem auf der Strecke zu kämpfen habe, sich aber weigere, weitere Züge oder Waggons einzusetzen.

Der Gruppenleiter muss Tickets und einen Bus noch einmal buchen. Er rechne mit Kosten von bis zu 2000 Euro, die er zunächst von seinem Privatkonto vorstrecken müsse. Er gehe aber davon aus, dass er seine Mehrkosten von der Bahn erstattet bekommt.

Das Signal kam auf Rückfrage auch von einer Bahn-Sprecherin. Eigentlich sei bekannt, dass es für diese Verbindung keine Platzreservierungen gebe, hieß es aus Berlin. Dass alle Hotels ausgebucht waren, sei unglücklich gewesen. Die Gruppe sei zwar gebucht gewesen, das bedeute aber keine Mitfahrgarantie. Auf dieser beliebten Strecke müsse man mit ausgelasteten Zügen rechnen.

hp