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Lübeck Pinke Mützen für mehr Rechte
Lokales Lübeck Pinke Mützen für mehr Rechte
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18:54 11.03.2017
Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Innenstadt

„Wir sind überwältigt“, ruft Katjana Zunft den etwa 800 Menschen zu, die sich vor dem Holstentor versammeln. Die Initiatorin des „Lübeck Women’s March“ (die LN berichteten) ist völlig außer sich: „Ich bin so glücklich, dass so viele Menschen gekommen sind und so viele unseren Marsch unterstützen.“ Und mehr und mehr Teilnehmer stoßen noch dazu. Die meisten von ihnen tragen pink- und rosafarbene Pussyhats – Wollmützen mit Katzenohren, die die Solidarität unterstreichen. Etwa drei Viertel der Demonstranten sind Frauen, die für Gleichberechtigung auf die Straße gehen.

Etwa 1000 Menschen haben gestern den „Women’s March“ gefeiert.

Anfangs waren 500 Teilnehmer angemeldet. Als sich der bunte Tross in Richtung Innenstadt in Bewegung setzt, sperren Polizeibeamte kurzzeitig die Straßen. Jetzt mögen es an die 1000 Menschen sein, die mit unüberhörbarer Unterstützung der Lübecker Freibeutermukke die Holstenstraße hinaufgehen. Die Mukke macht „aus Solidarität mit“, wie der musikalische Leiter, Normann Hundt, sagt. „Unsere Solidarität ist grenzenlos“, so Zunft. „Wir stehen hier und erheben unsere Stimme gegen die vermeintliche Männerwelt – von Trump, Erdogan und den ganzen Rechtspopulisten in Europa und Deutschland“, ruft die Verbandsvorsitzende der Linken den Frauen und Männern zu. Letztere sind zahlreich zur Demo erschienen und tragen die bunten Kopfbedeckungen. Jan Lindenaus (SPD) Haupt ziert ein pinker Hut.

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Andere Herren tragen Wollmützen. „Stoppt die Trumpeltiere“, „Respekt und Gleichberechtigung“ oder „Frauen haben Besseres verdient“, prangt auf den bunten Plakaten. Mit Slogans und Sprechgesängen wie „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ marschieren die Grünen-Politikerin Michelle Akyurt, Moislings CDU-Vorsitzende Dagmar Hildebrand, Lübecks Kultursenatorin Kathrin Weiher (Parteilos), Pröpstin Petra Kallies und Initiatorin Zunft in vorderster Reihe.

Auch Ex-Senatorin Annette Borns (SPD) ist unter den Demonstranten. „Meine Mütze ist selbstgestrickt“, sagt sie lachend und marschiert mit. Wenig später herrscht auf dem Schrangen eine ausgelassene Stimmung. Es gibt Statements einiger Organisationen, die den „Women’s March“ begleiten. Alle aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Unter anderem gingen für mehr Frauenrechte auf die Straße: Politiker, Arbeitsgemeinschaften, Hilfsdienste, Fraueninitiativen, Gewerkschaften, Schauspieler, Unternehmer, Schulen, Flüchtlingsforen, Autoren, Cafés, die LTM und zahlreiche Privatpersonen.

„Es sind immer mehr dazugekommen“, sagt Zunft. Immer wieder trommelt sie für die Rechte der Frauen: „Wir machen uns Sorgen um die Welt, um unsere Kinder und um unsere Rechte – Frauenrechte sind Menschenrechte.“

jac