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15:00 26.05.2019
Jan-Hendrik Pelk (v. l.), Michael Koppenberg, Tanja Bruhn und Chantal Klemp sind die Piratengruppe „Raven“. Quelle: Lena Modrow
Lübeck

Ein Vogelskelett in einem Käfig schaukelt im Wind, eine Gruppe Piraten sitzt unter einem weißen Segel und trinkt, während einer der Männer anbei das Feuer entfacht. Das könnten sie sein, die Überreste einer Mannschaft, deren Boot gesunken und die irgendwo an einer einsamen Küste gestrandet ist.

Piratengruppe „Raven“ beim Mittelalterspektakel

Nur dass das alles gerade mitten im gemütlichen Garten in einem Wohngebiet geschieht. Dort haben „Raven“, sieben Piraten aus Lübeck und Reinfeld, ihr Lager aufgeschlagen. Sozusagen als Vorbereitung für das nächste große Event, wie dem großen Mittelalterspektakel im niedersächsischen Luhmühlen.

Piratenleben seit zwei Jahren

„Wir haben uns vor eineinhalb bis zwei Jahren zusammengefunden“, sagt Jan-Hendrik Pelk. „Eigentlich war das eine Schnapsidee, dass man mal als Piratenlager auf Mittelaltermärkte fahren könnte.“ Er war damals zusammen mit Daniel Bruhn in der Shanty-Szene aktiv. Und Bruhn wiederum war seit zehn Jahren schon mit einer Wikinger-Truppe namens „Odins Boten“ unterwegs. Er kennt sich dementsprechend mit dem sogenannten Reenactment aus. „Reenactment ist die authentische Darstellung von historischen Zeitaltern“, sagt Bruhn. „Es hat einfach einen großen Reiz, Geschichte so erlebbar zu machen.“

Begeisterung fürs Piratenleben

Und so arbeiteten sich die beiden in die Piraterie ein – begeisterten ihre Partnerinnen und Freunde. „Meine Frau unterstützt mich zum Glück mit solchen bekloppten Ideen“, sagt Daniel Bruhn, der in der Reenactment-Szene als Thorsinson bekannt ist. Er und seine Frau Tanja feierten vor zwei Jahren auf dem Gelände des Geschichtserlebnisraums Roter Hahn sogar eine Wikinger-Hochzeit. Jan-Hendrik Pelk holte zusätzlich noch seine Eltern Isabell und Carsten mit ins Boot.

Von Shantys zur Piraterie

„Wir waren irgendwie automatisch mit dabei, da wir uns schon gern die Shantys anhörten“, sagt Isabell Pelk. „Wir fuhren immer zu den Auftritten – und wenn sich schon alle verkleiden, dann können wir das ja auch tun.“ Sehr praktisch war dabei, dass sie sich schon seit längerem mit dem Nähen beschäftigt und allen Raven-Mitgliedern bei dem Anfertigen der passenden, historisch getreuen Kleidungsstücke helfen kann. Die Schnittmuster dazu kommen aus dem Internet.

Zeltlager Marke Eigenbau

Sowieso bauen die Piraten für ihr Lager alles selbst. „Der eine kann eben gut mit Holz arbeiten, der andere mit Metall, jemand anderes hat wiederum ein gutes Auge für Deko“, sagt Isabell Pelk. „Es ist erstaunlich, was mit so wenig Leuten alles zustande kommt.“ Gerade hat die Crew aus alten Paletten eine Bar zusammengezimmert, die reichlich mit Pfefferminzschnaps aufgestockt wurde. Beim letzten Mal hatte die Truppe sogar einen Galgen plus Skelett aufgestellt, der für besonders viel Aufmerksamkeit sorgte.

Unterwegs auf Mittelaltermärkten

„Inzwischen müssen wir zum Mittelaltermarkt schon mit zwei Anhängern fahren“, sagt Daniel Bruhn. Dort wird dann alles wieder aufgebaut: Der große Holztisch, die Bänke mit den Fellen, die vielen kleinen Windspiele aus Treibgut und natürlich auch die Zelte aus einem Leinen-Baumwollgemisch. Piraterie bedeutet eben auch, für ein paar Tage auf Komfort zu verzichten. „Wer kein Camping mag, der braucht damit gar nicht erst anzufangen“, sagt Bruhn.

Treffen mit anderen Piraten

Auf dem Markt trifft die Truppe dann auf andere Piraten – auch wenn es dann zu dem ein oder anderen Schaukampf kommen kann, genießen die sieben die Gemeinschaft mit den Gleichgesinnten. Und haben auch schon einen Plan, in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen: „So eine schöne Bordkanone, das wär’s noch mal.“

Facebook-Seite von Raven: https://www.facebook.com/pages/category/Public-Figure/Raven-520640054975961/posts/

Lena Modrow

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