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Lübeck Polizei gibt Tipps für mehr Sicherheit
Lokales Lübeck Polizei gibt Tipps für mehr Sicherheit
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20:10 04.11.2016
Rolf Razetti (79) darf ausprobieren, wie leicht sich ein Fenster aufhebeln lässt. Polizist Ralf Esemann (58, r.) hat auf der Präventionsveranstaltung gezeigt, dass dafür einfaches Werkzeug reicht. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Rolf Razetti ist 79 Jahre alt und hat in seinem Leben noch nie ein Fenster geknackt. Als Polizeihauptkommissar Ralf Esemann (58) dem Besucher einen Schraubendreher in die Hand gibt und zeigt, wie der Senior das Werkzeug am Rahmen ansetzen muss, macht es „Knack“. Das Fenster ist offen. Die 30 Teilnehmer der ersten Präventionsveranstaltung zur Bekämpfung des Einbruchdiebstahls staunen und sind froh, dass die Polizei an diesem Abend viele Tipps für mehr Sicherheit parat hat.

„Mich hat vor allem die Adressenliste interessiert. Eine gute Veranstaltung.“ Gerhard Sommer (64), Bad Schwartau

Die Termine

Die nächste Veranstaltung zur Bekämpfung des Einbruchdiebstahls findet am Donnerstag, 1. Dezember, im Behördenhochhaus, Possehlstraße 4, statt (18 bis 20 Uhr).

Teilnehmen können an der Präventionsmaßnahme etwa 30 Gäste, um Anmeldung unter Telefon 0451/1312015 wird gebeten. Weitere Termine sind jeden ersten Donnerstag im Monat.

„Ich bin wirklich erstaunt, wie einfach das geht“, sagt Rolf Razetti später und schaut noch mal zu dem Test-Fenster hinüber. Dessen Schließsystem mit sogenannten Rollzapfen ist kein Einzelfall.

„Solche Fenster sind in 80 Prozent der deutschen Wohnungen eingebaut“, erklärt Esemann den Zuhörern, die das System auch testweise aushebeln dürfen. Niemand braucht dafür länger als ein paar Sekunden. Esemann gehört – wie Polizeihauptkommissar Cay Fischer (55) – zur Präventionsstelle der Polizeidirektion Lübeck, die künftig regelmäßig Informationsveranstaltungen zum Thema anbieten wird.

Denn: „Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt weiter, bundesweit und auch in Lübeck“, betont Esemann und ergänzt, dass die dunkle Jahreszeit bei den Einbrechern besonders beliebt sei. Gleichzeitig würden die meisten Leute denken, bei ihnen sei doch nichts zu holen. „Aber das weiß ja der Einbrecher nicht“, sagt der Redner. „Der kommt erstmal rein und hat bis dahin alles durchgewühlt.“ Diese Erfahrung sei für die meisten Betroffenen sehr schlimm. Laut Statistik haben 88 Prozent starke Angst, nochmal Opfer zu werden. 70 Prozent geben an, einen seelischen Schaden erlitten zu haben, und 50 Prozent hatten noch lange nach dem Einbruch Angst, in der Wohnung zu sein.

Viele Menschen vermuteten auch, dass Einbrecher überall reinkommen, so Esemann. Die polizeiliche Erfahrung zeige aber, dass die wenigsten gut ausgerüstete Profis seien. Meist handele es sich um Gelegenheitstäter, die sich schon durch einfache, aber wirkungsvolle technische Sicherungen abhalten lassen. „Je mehr ,Arbeitszeit‘ verstreicht, desto größer ist das Risiko, entdeckt zu werden, und sie geben eher auf.“ Weiterhin räumen die Beamten mit dem Vorurteil auf, dass Einbrecher nur nachts tätig sind. „Sie kommen oft tagsüber, üblicherweise, wenn niemand zu Hause ist, gern am frühen Abend oder an den Wochenenden.“ Außerdem sei es nicht hilfreich zu denken, man sei ja versichert. „Denn ideelle Werte bekommen sie von der Versicherung nicht zurück, und die Vase von Oma ist dann weg.“

Im Laufe des Abends widerlegt die Polizei nicht nur gängige Vorurteile, gibt einfache Tipps für mehr Schutz und zeigt, wie sich sinnvolle Technik an Türen und Fenstern nachrüsten lässt. Auch Infomaterial und eine Adressenliste für Firmen, die auf mechanische Sicherungseinrichtungen und Meldeanlagen spezialisiert sind, liegen zum Mitnehmen aus.

Viele Besucher haben an diesem Abend Detailfragen zu ihren Türen und Fenstern, zu speziellen Schlössern oder Rollläden und räumen ein, dass sie vieles vorher nicht gewusst haben. Für Gerhard Sommer (64) ist die Händlerliste einer der Gründe, die Veranstaltung zu besuchen. „Ich habe mich schon mit dem Thema befasst und will jetzt handeln“, sagt der Mann aus Bad Schwartau und nennt die Präsentation des Abends „übersichtlich, nett und klar dargeboten“.

Cosima Künzel

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