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Lübeck Priwallfähre: Reparatur verzögert sich
Lokales Lübeck Priwallfähre: Reparatur verzögert sich
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21:47 02.08.2018
Die „Priwall IV“ pendelt seit dem 18. Juni zwischen Norder- und Südermole. Sie nimmt keine Fahrräder mit. Quelle: Fotos: Thomas Krohn
Travemünde

Jetzt teilte Stadtverkehr-Sprecherin Gerlinde Zielke mit, dass auch der erhoffte Fertigstellungstermin Ende Juli nicht gehalten werden konnte. „Wir warten noch auf die Lieferung von Ersatzteilen, die Mitte August eintreffen sollen. Voraussichtlich Ende August ist die Fähre wieder einsatzbereit.“ In der Sommerferienzeit müsse leider mit längeren Lieferzeiten gerechnet werden.

Beim HanseTalk auf der Travemünder Woche schwärmte Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) von einer Fähre mit gläsernem Boden. Doch immer mehr Einheimische und Urlauber wären schon froh, wenn wenigstens die Personenfähre „Priwall VI“ wieder einsatzbereit wäre.

Seit dem 18. Juni ist die Personenfähre, die zwischen Lotsenstation und Waterfront pendelt und auf der auch Fahrräder mitgenommen werden können, wegen eines Getriebeschadens außer Betrieb. Erst sollte vor Ort repariert werden. Dann verzögerte sich das Ganze, weil noch Ansprüche zwischen der Werft und dem Stadtverkehr geklärt werden mussten. Schließlich wurde die „Priwall VI“, die erst im März 2016 in Dienst gestellt wurde und im selben Jahr innerhalb von nur zweieinhalb Monaten drei Ausfälle hatte, zur Reparatur in eine Lübecker Werft geschleppt.

Als Ersatz fährt die eigentlich ausgemusterte „Priwall IV“, die wegen ihres engen und tiefen Einstiegs allerdings nur Fußgänger befördern kann. Radfahrer und Rollstuhlfahrer müssen auf die Autofähren ausweichen, die vom kleinen Fähranleger sowohl vom Priwall als auch auf der Travemünder Seite etwa einen Kilometer entfernt starten. Das ist besonders ärgerlich, weil während der Hauptsaison in der Vorderreihe mit dem Rad kaum ein Durchkommen ist. Zudem gibt es auf dem Priwall wegen der Waterfront-Baustelle anders als früher keinen direkten Weg zwischen den Fähranlegern.

Das ärgert etwa Marc Herder (48), der zurzeit mit seinem Sohn Vincent (7) auf dem Priwall Urlaub macht. „Wir müssen jedes Mal lange Umwege fahren, um von Travemünde zu unserem Feriendomizil zu kommen“, schimpft der Hamburger. Außerdem: „Die Preise sind viel zu hoch. Warum wird die Fährfahrt nicht kostenlos angeboten?“ Gitta Wöhler (65) und Sybille Weber (70) aus Hamburg verbringen gerade ein paar Tage in Travemünde. „Wir wollten mit dem Fahrrad auf den Priwall übersetzen und dort schick essen gehen. Dann sahen wir das Schild mit dem Hinweis, dass keine Fahrräder mitgenommen werden.

Das ist natürlich sehr ärgerlich.“

Für viele Betroffene stellt sich nun die Frage, warum die alte Autofähre „Berlin“, die während der Travemünder Woche zwischen Waterfront und Lotsenturm pendelte und auch Fahrräder mitnimmt, nicht eingesetzt wird? „Für die ‚Berlin‘ gibt es keine grundsätzliche Genehmigung, dort zu fahren, weil sie eine Autofähre ist“, erklärt Stadtverkehr-Sprecherin Zielke. „Nur für die Travemünder Woche dürfen wir eine Ausnahme machen.“

Von Thomas Krohn

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