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Lübeck Protest auf dem Priwall: Kaffeetafel gegen Bebauung
Lokales Lübeck Protest auf dem Priwall: Kaffeetafel gegen Bebauung
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11:22 18.11.2019
Protest-Kaffee auf dem Kohlenhof: Etwa 150 Menschen hatten sich zur gemütlichen Kundgebung an der Trave versammelt. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Nach dem großen Erfolg ihrer ersten Aktion – mehr als 1000 Menschen demonstrierten am 12. Oktober mit einer Menschenkette gegen die Kohlenhofbebauung – hatte die Bürgerinitiative für Nachhaltigkeit für Travemünde und Priwall (BIN) jetzt erneut zu einer Protestkundgebung eingeladen. Dieses Mal war es nicht ganz so spektakulär, aber immerhin etwa 150 Menschen kamen am Sonntagnachmittag zu einer Protest-Kaffeetafel auf den Priwall. Heike Spiegelberg von der BIN forderte, dass auch die Fläche zwischen Kohlenhofspitze und Fähranleger als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen wird.

Die Priwall-Bewohner wehren sich gegen eine weitere Bebauung des Kohlenhofs. Jetzt haben 150 Menschen bei einer Kaffeetafel protestiert.

Neue Buttons heiß begehrt

Ein eiskalter Wind, grauer Himmel und Temperaturen nahe der Fünf-Grad-Marke hielten die Teilnehmer der Veranstaltung nicht davon ab, es sich an den Tischen gemütlich zu machen. Die Naturfreunde Lübeck hatten 20 Liter Kaffee und Teewasser gekocht, etliche Besucher brachten selbst gebackenen Kuchen mit, auf den Tischen lagen Stoffdecken, und benutzt wurde ausschließlich Porzellangeschirr. Nachhaltig eben, wie eines der Ziele der Initiative. Heiß begehrt außer den Getränken waren die neuen Buttons der BIN mit dem Aufdruck: „Natur schützen! Hände weg vom Kohlenhof.“ Auch das Angebot, Postkarten mit einem Luftbild des Areals an der Trave mit Protestnoten zu versehen, wurde von zahlreichen Teilnehmern wahrgenommen. Helfer gaben dazu vorgefertigte Adressaufkleber mit. Die Karten sollen an die Rathausfraktionen und Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) geschickt werden.

Keine Bebauung und keinen Kletterpark

Heike Spiegelberg von der BIN stellte fest: „Wir trotzen heute nicht nur Wind und Wetter, sondern auch dem Abholzen der Bäume.“ Sie machte die Forderung der Gemeinschaft deutlich: „Wir wollen, dass die gesamte Fläche des Kohlenhofs von der Spitze bis zum Fähranleger als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen wird. Wir wollen keine weitere Bebauung und auch keinen Kletterpark.“ Der Initiative werde oft nachgesagt , dass sie mit ihrem Anliegen zu den ewig Gestrigen gehöre, weil sie den Tourismus bremse. „Wir denken für die Zukunft mit. Die ewig Gestrigen sind diejenigen, die alles mit Beton zubauen“, rief Spiegelberg unter dem Beifall der Zuhörer aus.

Kohlenhofwald soll ausgeleuchtet werden

BIN-Mitbegründerin Katja Mentz kündigte weitere Aktionen der Initiative an. Unter anderem sei geplant, die Bäume auf dem Kohlenhof auszuleuchten: „Wir wollen damit auch optisch ein Zeichen setzen.“ Zudem werde sich die BIN in einer der nächsten Sitzungen des Travemünder Ortsrats vorstellen.

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Von Thomas Krohn

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