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Lübeck Radweg unter Puppenbrücke: So soll Lübecks Lindenteller sicher werden
Lokales Lübeck Radweg unter Puppenbrücke: So soll Lübecks Lindenteller sicher werden
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07:03 11.10.2019
Die Alternative zum Lindenteller: Der Weg unter der Puppenbrücke. Dort könnten Radfahrer entlang fahren und den gefährlichen Kreisverkehr meiden. Doch der Weg ist gesperrt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Nicht über den Lindenteller – sondern unter die Puppenbrücke. Das ist die Devise der SPD. Sie fordert eine Alternativ-Strecke für Radfahrer. Diese soll am Stadtgraben entlang führen und unter der Puppenbrücke hindurch. Es gibt zwei Probleme: Der Wanderweg unter der Brücke müsste verbreitert werden – und er ist gesperrt.

Von Interesse ist diese Alternativ-Strecke für Radfahrer aus St. Lorenz Süd, Moisling und Buntekuh – wenn sie zum Bahnhof wollen, zur Fackenburger Allee und in die nördliche Altstadt.

Lindenteller wird sicherer

„Dadurch wird es für Radfahrer sicherer“, sagt Sophie Bachmann, Vorsitzende des SPD Ortsvereins Holstentor Süd. Sie müssten nicht mehr den gefährlichen Lindenteller passieren. Auf dem Kreisverkehr kracht es so häufig wie auf keinem anderen Kreisel der Stadt. Die Polizei notierte 2018 satte 20 Unfälle mit Radlern am Lindenteller. Und andersherum: „Der Weg unter der Puppenbrücke trägt auch dazu bei, dass der Lindenteller sicherer wird“, sagt Ulrich Pluschkell, der verkehrspolitische Sprecher.

Gefährliches Radfahren in Lübeck

Drei tödliche Unfälle mit Radfahrern hat es in diesem Jahr bereits gegeben. Das war seit 2006 nicht mehr so. 598 Unfälle mit Radlern gab es in 2018. Am meisten Unfälle ereignen sich an den Knotenpunkten vor der Innenstadt. Spitzenreiter ist der Lindenteller mit 20 Fahrrader-Unfällen. Auf Platz zwei der negativen Hitliste liegen der Mühlentorteller und Berliner Platz mit jeweils 13 Radler-Unfälle. Dann folgt auf Platz drei der Gustav-Radbruch-Platz mit sieben Unfällen.

Puppenbrücke: Radweg kostet 450 000 Euro

Das Problem: Die Stadt hat den Weg unter der Puppenbrücke gesperrt. Und das seit sechs Jahren –seit Dezember 2013. Das Argument: Der Weg unter der Brücke ist zu gefährlich. Denn die Stahlkonstruktion darunter ist verrostet. Eine Sanierung des Weges kostet 350 000 bis 450 000 Euro. Das hat die Stadt 2014 ausgerechnet. Deshalb wollte sie den Weg nicht angehen. Die Stadt will den Weg erst erneuern und verbreitern, wenn die Puppenbrücke saniert wird. Aber das dauert – mindestens bis 2025. Denn: Nun wird erst einmal die Bahnhofsbrücke neu gebaut. Baustart ist 2021. Fertig soll alles 2024/2025 sein.

Ich will da durch: SPD-Verkehrsexperte Ulrich Puschkell kämpft seit Jahren für die Sanierung des Gehweges unterhalb der Puppenbrücke. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Die Idee der SPD: Eine Übergangslösung soll es richten. Der Weg unterhalb der Puppenbrücke soll verbreitert werden, sodass zwei Radfahrer nebeneinander fahren können. Eine Platte müsste mit Stahlkonstruktion an der Brücke montiert werden. Das Ganze auf einer Länge von gut 40 Metern. Die Radler würden dann über ein kurzes, steiles Stück hochfahren und würden am Lindenteller wieder heraus kommen – neben dem ehemaligen Grill-Imbiss. Zudem: Der Weg an der Puppenbrücke müsste frei geschnitten werden. Mittlerweile ist er komplett zugewuchert auf der Seite Moislinger Allee. Pluschkell: „Der Weg ist in Vergessenheit geraten –und verkommt langsam.“

Bürgerschaft: Weg unter der Puppenbrücke beschlossen

Der aktuelle Stand: Die Bürgerschaft hat den Weg unter der Puppenbrücke zwar in ihrer Sitzung Ende September beschlossen. Aber: „Wir haben Sorge, dass er nicht realisiert wird“, sagt Bachmann. Denn: Es gibt 2020 insgesamt 1,9 Millionen Euro für Radwege. Das ist zwar viel Geld, aber es ist wenig im Vergleich zu den zahlreichen Projekten. „Wir wollen mit dem Radweg unter der Puppenbrücke einen Akzent setzen“, erklärt Bachmann. Für sie gehört dieses Projekt auf Platz eins der Prioritätenliste. Die Zeitschiene der SPD: 2020 könnte der Weg geplant, 2021 gebaut werden.

Genervt: Sophie Bachmann und Moritz Tovar (SPD) wollen den Radweg unter der Puppenbrücke – als Alternative zur Route über den Lindenteller. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Lieber schieben als fahren: Radler am Lindenteller

Die Zeit drängt aus Sicht von Bachmann. „Viele haben Angst mit dem Rad über den Lindenteller zu fahren“, berichtet sie. Daher schieben viele Radler ihr Zweirad lieber um den Lindenteller herum, als in den Kreisel zu fahren. Erst jüngst gab es einen Knöllchen-Zoff am Lindenteller. Der Lübecker Jürgen Kirchmann hat sich beschwert. Sein Sohn hatte ein Zehn-Euro-Ticket bekommen – weil er das Rad über den Gehweg geschoben hatte.

Große Lösung: Radweg von St. Lorenz bis zur Falkenwiese

„Wir machen Druck, dass es auch losgeht mit dem Weg unterhalb der Puppenbrücke“, erklärt Pluschkell. Denn: „Manchmal entfaltet die Stadtverwaltung ein Eigenleben.“ Heißt: Die Politiker beschließen etwas, aber nichts passiert. Das hat Pluschkell leidvoll erfahren: Die Planung des Weges entlang des Stadtgrabens ist bereits Jahre alt. Pluschkell: „Realisiert wurde er aber immer nur scheibchenweise.“

Die große Lösung: von der Wielandstraße über den geforderten Radweg unter der Puppenbrücke über die geplante Stadtgrabenbrücke bis zur Falkenwiese. Quelle: Jochen Wenzel

Denn: Der Weg unterhalb der Puppenbrücke ist nur ein kleiner Teil einer ganz großen Lösung. Der Wanderweg entlang des Stadtgrabens soll weiter gehen über das Ford-Lorenz-Gelände. Von dort weiter bis zur geplanten Stadtgrabenbrücke. Und nochmals weiter bis zur Marienbrücke. Damit wäre der Weg entlang des Stadtgrabens eine drei Kilometer lange Radfahrroute von der Wielandstraße bis zur Falkenstraße: über die Stadtgrabenbrücke, MuK-Brücke, Beckergrube, Glockengießerstraße, Klughafen-Brücke bis zur Falkenstraße.

Von Josephine von Zastrow

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