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Lübeck „Rattennest“-Villa: Gefahr durch umgestürzten Baum?
Lokales Lübeck „Rattennest“-Villa: Gefahr durch umgestürzten Baum?
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16:22 16.01.2019
Ein vom Sturm umgestürzter Baum liegt auf einem maroden Holzhäuschen. Anwohner Till Karow befürchtet, dass der Baum eines Tages auf das Nachbargrundstück fallen könnte. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Die verwahrloste „Rattennest“-Villa an der Mecklenburger Landstraße auf dem Priwall (LN berichteten) bewegt weiterhin die Gemüter. Jetzt hat sich ein besorgter Nachbar bei der Stadt gemeldet: Till Karow(75), der in einem Mehrfamilienhaus direkt neben der Jugendstilvilla wohnt, befürchtet, dass ein vom Herbststurm 2017 entwurzelter Baum auf das Grundstück fallen könnte und bemängelt, dass die Baubehörde bei ihrer Kontrolle am 19. Dezember die Gefahr nicht gesehen oder erkannt hatte.

„Ich fühle mich ständig gefährdet, wenn ich in der Ecke den Rasen mähe und halte es nicht für ausgeschlossen, dass der Baum einmal abrutschen könnte“, sagt der Rentner. Im Sommer, wenn die Ferienwohnungen belegt seien, spielten dort Kinder. Die Situation sei unverantwortlich, zumal das Holzhäuschen, auf dem der Baum liege, derart marode sei, dass es irgendwann einmal zusammenbrechen könne.

Stadt verweist auf Eigentümer

Die Stadt sieht sich nicht in der Verantwortung. „Bäume sind keine baulichen Anlagen und unterliegen nicht der Kontrolle der Bauaufsicht“, erklärt Stadtsprecherin Nicole Dorel. Für die Verkehrssicherungspflicht sei allein der Eigentümer verantwortlich – sowohl baulich als auch hinsichtlich Grünanlagen und Bäumen. Eine Kontrolle der Stadt erfolge nur aufgrund einer Anzeige, dass eine mögliche Gefahr für Dritte besteht, etwa ausgehend von einem Gebäude oder wenn Bäume drohten umzukippen und dadurch Dritte gefährden.

In diesem Fall handele es sich um eine rein privatrechtliche Angelegenheit, für die das Nachbarschaftsrecht gelte, betont die Stadtsprecherin. Der Baum sei während eines Sturms umgekippt. Bei akuter Gefahr hätte der Nachbar etwa auch die Feuerwehr rufen können. Ansonsten müsse er sich direkt an den Eigentümer wenden. Wenn dieser nicht bekannt sei, könnten bei berechtigtem Interesse alle Bürger gegen eine Gebühr Auskunft beim Katasteramt erhalten. Auch könne sich der Nachbar an den zuständigen Schiedsmann seines Bezirks wenden und um Unterstützung bitten.

Nachbar will Feuerwehr einschalten

Damit gibt sich Till Karow nicht zufrieden. Er will jetzt die Freiwillige Feuerwehr Priwall bitten, sich der Sache anzunehmen und den Baum gegebenenfalls zu zersägen. Als nicht ungefährlich sieht der Rentner zudem, dass ein direkt an der Grundstücksgrenze abgestellter alter Bauwagen in Schieflage geraten ist.

„Wenn der umkippt, fällt er direkt neben unser Haus. Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn sich da gerade jemand aufhält.“ Wem Grundstück und Villa gehören, weiß Till Karow ebenso wenig wie andere Nachbarn. „Vor einiger Zeit kam mal jemand in einem Auto mit Kölner Kennzeichen vorbei. Kurz danach erschien eine Baufirma, befestigte ein paar Dachziegel und nagelte ein Fenster zu. Mehr passierte da aber auch nicht.“

Thomas Krohn

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