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Lübeck Rekord: 250 000 Gäste beim Hansekulturfestival
Lokales Lübeck Rekord: 250 000 Gäste beim Hansekulturfestival
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13:05 11.06.2018
 Das zweite Hanse-Kulturfestival zieht mit 250 000 Besuchern eine Rekord-Bilanz. Quelle: Felix König
Lübeck

Bezaubernd, ausgelassen – und fröhlich. Von dieser Seite hat sich Lübeck drei Tage präsentiert. Im Aegidienviertel wurde gefeiert, getanzt und geschmaust. „Unsere Erwartungen wurden übertroffen – wir gehen von 250 000 Besuchern aus“, freut sich Christian Martin Lukas, Chef des Lübeck und Travemünde Marketing (LTM). Die LTM hat das Event organisiert. Gerechnet hatte Lukas mit 200 000 Gästen. Im Vergleich zum Hanse-Kulturfestival 2016 haben mehr Bürger, mehr Geschäfte, mehr Unternehmen mitgemacht und das Fest gestaltet. Zudem war das Event wesentlich präsenter in den sozialen Medien. Was zum krönenden Abschluss dazukam: Am Sonntag hatten auch die hatten die Geschäfte in der Stadt geöffnet.

„Es war alles sehr friedlich, ausgelassen und freundlich“, beschreibt Lukas seinen Eindruck. „Lübeck hat sich weltoffen und von seiner besten Seite gezeigt.“

Ein Fest von Lübeckern für Lübecker: Das zweite Hansekultur-Festival war drei Tage lang ein wunderbares Zusammentreffen aus großer Gastfreundschaft, Geselligkeit und Kulturgenuss. Klicken Sie sich durch unsere Galerie und genießen Sie die schönsten Bilder des Festes.

Das sehen die Besucher auch so. „Das Festival hat uns gezeigt, was Lübeck Wundervolles schaffen kann, wenn alle zusammenwirken“, sagt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). Das sei „mehr, als die Lübecker sich manchmal selbst zutrauen“. Sein Lieblingsplatz für eine Pause war die Gastromeile vor dem Johanneum. Dort war auch Familie Frische unterwegs.

Anja Frische (41) war mit Töchterchen Ella und Ehemann Andreas beim Fest. Quelle: Felix König

„Super Fest“, sagt Andreas Frische. „Es ist nicht so kommerziell und durchgestylt.“ Das empfindet Michael Herr genauso. „Das Aegidienviertel ist so lebendig“, sagt der Lübecker, für den das Erkunden der Gänge und Höfe das Schönste war. „Man lernt seine Stadt aus einem anderen Blickwinkel kennen.“ Am meisten beeindruckt haben Hildegard Eike indes die Begegnungen. „Bei so einem Fest sind die Berührungsängste nicht so groß – und die Menschen sind so offen“, freut sie sich.

Das erlebt Artist Benjamin Eichhorn ebenso. „Ein Hammer-Fest“, sagt der Künstler. Er gehört zu den Berliner Eventpuppets und spielte den Drachen Argon – an der Ecke Dr. Julius-Leber-Straße/Bei St. Johannis.

Künstler Benjamin Eichhorn Quelle: Felix König

„Die Mentalität ist so offen, sehr freundlich“, gibt er seinen Eindruck wieder. „Total gut“, lobt auch Jose Carlos Cordoba Vidal das Fest. Er sorgte für den Ton auf der Bühne in der Fleischhauerstraße.

Kunst, Kultur und Kulinarik: Drei Tage lang steht das Aegidienviertel im Rahmen des zweiten Lübecker Hansekuturfestival im Mittelpunkt und lädt mit ber 300 Programmpunkten zum herzlichen Verweilen ein. Gänge und Straßen sind geschmückt und präsentieren sich von ihrer schönsten Seite - und auch abends ist das Festival etwas ganz Besonderes, wie die Bilder zeigen.

„Das Festival ist super organisiert.“ Gemütlich gemacht hat es sich das Ehepaar Wenderlein in der Hüxstraße – in zwei Sesseln. „Lübeck hat einen anderen Charmen als Hamburg“, sagen die beiden Rentner, die vor zwei Jahren hergezogen sind. „Man erkennt und trifft die Menschen wieder.“ Jetzt genießen sie das Fest und ziehen durch die Altstadtgassen. Wie beispielsweise durch die Stavenstraße. Dort spielt gerade die Band „Cookies for the cat“, daneben schenkt Lena Spiecker selbstgemachte Limonade aus.

Lecker Limonade gab es bei Lena Spiecker. Quelle: Felix König

„Das Fest ist super schön – viel schöner als andere Feste“, sagt die 25-Jährige, die in Leipzig wohnt und an diesem Wochenende ihren Eltern hilft. „Es ist viel persönlicher.“ Denn die Lübecker gestalten das Festival mit. Wie auch Lore Drath. Sie wohnt ein paar Häuser weiter, hat ihr Küchenfenster geöffnet und verkauft kleine Hansehäppchen. Soleier in weiß und rot (eingelegt in Rote Beete). „Bei uns in der Straße wohnen viele Künstler – aber ich kann nicht singen oder malen“, sagt die Mikrobiologin. Deshalb hat sie sich für kleine Spezialitäten herausgesucht – und reicht sie durch das Küchenfenster.

Anwohnerin Lore Drath reichte Leckereien aus ihrem Küchenfenster. Quelle: Felix König

Genau dieses Atmosphäre wollte LTM-Chef Lukas erzeugen. „Das Festival soll Menschen vor Ort verbinden, zu mehr Gemeinschaft anregen und Lübeck in den schönsten Farben zeigen.“ und: „Es soll glücklich machen.“

Begonnen hat diese Art des Mimach-Festivals mit dem Hansetag 2014. Dann folgte das erste Hanse-Kulturfestival 2016 – im Seefahrerviertel rund um St. Jakobi. Nun war das Aegidienviertel dran.

Klicken Sie hier, um Fotos vom Aufbau des Hansekulturfestivals 2018 in Lübeck zu sehen!

Und Lukas verspricht: „Es wird 2020 ein drittes Hanse-Kulturfestival geben.“

Welches Altstadt-Viertel das nächste Mal dran ist und das genaue Datum steht aber noch nicht fest.

Josephine von Zastrow