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Lübeck Mit „Romeo & Julia“ Grenzen überwinden
Lokales Lübeck Mit „Romeo & Julia“ Grenzen überwinden
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18:51 27.03.2019
Sie haben bei „Romeo & Julia“ den Plan: Projektleiterin Daniela Schneidewind-Bäter (l.) und Schauspielerin Antje Birnbaum, die als Regisseurin agiert. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
St. Lorenz Nord

Es ist laut in der Turnhalle der Julius-Leber-Schule: Während helfende Techniker schon einmal Ton und Licht für die Hauptprobe einstellen, probieren Schüler ihre Kostüme, schauen andere, nicht am Projekt Beteiligte, vorbei und machen ihre Witze. Schauspielerin Antje Birnbaum und Projektleiterin Daniela Schneidewind-Bäter müssen gefühlte tausend Fragen beantworten. „Welches Kleid soll ich anziehen?“, „Warum passt die Schärpe nicht?“, „Wo bleibt Romeo?“

Erste Tanzerfahrungen

Ja, denn während Julia – im echten Leben die 13-jährige Yasmin Panasiewicz – bereits ihr weißes Kleid trägt und auf ihren Spitzenschuhen erste Pirouetten dreht, ist keiner der beiden Romeos in Sicht. Dafür aber Zehntklässler Max Bathke, der Fürst in dem Tanztheater-Stück ist. Warum er mitmacht? „Weil ich in Präsentationen nicht so gut bin“, sagt der 16-Jährige, „wollte ich es einfach einmal ausprobieren.“ Max hat eine reine Sprechrolle.

„Viele neue Freunde gefunden“

Julia, pardon, Yasmin, ist hellauf begeistert von dem Projekt: „Ich habe viele coole Leute kennengelernt, neue Freunde gefunden“, sagt die 13-Jährige. Sie ist überzeugt: „Am Ende des Projektes werden wir bestimmt alle heulen!“ Dass Yasmin noch nie zuvor getanzt hat, macht nichts. Projektleiterin Daniela Schneidewind-Bäter habe ihr einiges gezeigt, „zu Hause habe ich ganz viel geübt.“ Und dann sind da ja auch noch die Kooperationspartner wie Antje Birnbaum, Schauspielkollege Philipp Romann, der mit den Schülern Kampfszenen geprobt hat, und Tänzerin/Choreographin Ulla Benninghoven.

Die 13-jährige Yasmin hat für ihre Rolle Spitzentanz gelernt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Sprach- und andere Barrieren abbauen

Ziel des Projektes: mit Schülern unterschiedlicher Herkunft und aller Altersstufen über Sprachbarrieren hinweg und über den Zeitraum fast eines halben Jahres eine professionelle Tanztheater-Produktion auf die Beine zu stellen. Etwa 35 Schülerinnen und Schüler agieren auf der Bühne, andere drumherum – wie Regieassistentin Alegra Bradtke (16). „Sie ist eine supertolle rechte Hand“, findet Birnbaum.

Romeo stammt aus Syrien

Und dann, als die Hauptprobe beginnen soll, ist auch ein Romeo da: der 14-jährige Walid Awaid. Erst vor drei Jahren ist er mit seiner Familie aus Syrien gekommen, jetzt darf er gleich eine der Hauptrollen spielen. „Ich mag solche Sachen wie Theater“, sagt Walid, der es „richtig gut“ findet, dass das Projekt klassenübergreifend ist.

Walid (14) hat sich sehr gut in die Rolle des Romeo eingefunden. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Konzentration gefragt

Antje Birnbaum „nordet“ die Akteure noch einmal ein, mahnt Konzentration an: „Heute haben wir nicht mehr die Möglichkeit, euch zum Auftritt zu schicken – das müsst ihr jetzt selber machen!“ Musik erklingt, der Fürst (Max) warnt die Anhänger der Montagues und der Capulets vor weiterem Krieg, doch schnell verfallen sie doch wieder in Kämpfe. Als Julia (Yasemin) und Romeo (Walid) einander kennen und lieben lernen, entsteht so etwas wie ein magischer Moment.

Drei Aufführungen

An vielen Stellen im Ablauf hakt es noch, doch nach der Hauptprobe kommt noch die Generalprobe, und wenn die schiefgeht, so sagt man, wird die Premiere umso besser. Die ist am Donnerstag um 18 Uhr, am Freitag beginnt das Spektakel um 11 Uhr, am Sonnabend um 18 Uhr. Das Tanztheater ist gedacht für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren (Eintritt zwei Euro) und Erwachsene (fünf Euro). Reservierungen unter: jls-tickets@gmx.de, Einlass eine Stunde vor Beginn.

Sabine Risch

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