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Lübeck SPD zur B 75 in Kücknitz: Tempo 70 ist „nur der erste Schritt“
Lokales Lübeck

SPD zur Tempobegrenzung 70 kmh auf B 75 in Lübeck-Kücknitz

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16:00 29.03.2021
Auf der B 75 in Lübeck-Kücknitz dürfen Autofahrer jetzt nur noch Tempo 70 fahren. Zuvor galt eine Begrenzung von 80 Stundenkilometern, davor 60 Stundenkilometer.
Auf der B 75 in Lübeck-Kücknitz dürfen Autofahrer jetzt nur noch Tempo 70 fahren. Zuvor galt eine Begrenzung von 80 Stundenkilometern, davor 60 Stundenkilometer. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Seit knapp einer Woche ist der Abschnitt der Bundesstraße (B) 75 in Lübeck-Kücknitz eine 70er-Zone. Am 23. März hatte der Landesbetrieb Sraßenbau und Verkehr (LBV) die entsprechenden Schilder mit dem Hinweis „Lärmschutz“ aufgestellt. Anwohner äußerten sich skeptisch. Jetzt hat sich auch die SPD-Bürgerschaftsfraktion zu Wort gemeldet, die sich schon länger für den Lärmschutz auf der Strecke einsetzt.

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SPD fordert noch mehr Lärmschutz

Jörn Puhle, Kücknitzer Fraktionsmitglied und stellvertretender Fraktionschef, freut sich zwar über die Temporeduzierung mit den Worten: „Endlich ist etwas passiert.“ Allerdings merkt er an, dass die Maßnahme „nur der erste Schritt“ sein könne. Es sei ein viel zu langwieriges Prozedere vorausgegangen. Nach der Lärmsanierung der Straße in 2020 wurde die jahrelange Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 60 auf 80 erhöht, nun sind doch wieder nur 70 Stundenkilometer erlaubt.

Puhle betont: „Nach der Grundinstandsetzung des Streckenabschnittes mit offenporigem Asphalt entstanden neue Probleme für die Anwohner, die weiter durch Lärm belastet werden.“ Deshalb fordere die SPD-Fraktion weitere Maßnahmen im Sinne des Lärmschutzes.

Diskussion über Blitzer und Schutzwände geht weiter

Laut Puhle bleiben weiterhin Fragen offen, wie zum Beispiel weshalb die Blitzeranlagen außer Betrieb sind und wann die gewünschten Lärmschutzwände errichtet werden.  „Diese und weitere Fragen haben wir der Verwaltung bereits gestellt und um eine baldige Beantwortung gebeten“, sagt Puhle. „Wir brauchen schnell aussagekräftige Daten und Fakten.“

Über die Blitzer an der B 75 wurde in der Vergangenheit immer wieder hitzig diskutiert – nicht nur von Politikern, sondern auch von Anwohnern. Nachdem die über 15 Jahre alte feste Anlage Anfang des Jahres abgebaut und temporär durch einen mobilen Blitzanhänger ersetzt wurde, gab es zahlreiche Beschwerden. Damals hieß es von Stadt und Verkehrsbehörde, aufgrund der neuen Asphaltdecke sei die Installation einer festen Anlage nicht mehr möglich.

Auf beiden Seiten der Fahrbahn weisen nagelneue Schilder die Verkehrsteilnehmer darauf hin, dass sie nur noch Tempo 70 fahren dürfen. Nach Angabe des LBV gilt für Lkw weiterhin eine Begrenzung von 60 Stundenkilometern. Quelle: Holger Kröger

Ordnungsamt prüft Einsatz von neuer Blitzanlage

Nun teilte die Stadt Lübeck jüngst jedoch mit, dass das Ordnungsamt die Aufstellung einer neuen festen Blitzanlage auf beiden Fahrbahnseiten prüfe. Nach Abschluss der Prüfungen folge eine Empfehlung für den weiteren Einsatz von Blitzanlagen an der B 75 als Entscheidungsgrundlage für die politischen Gremien, sagte Lübecks Sprecherin Nicole Dorel in der vergangenen Woche.

Anwohner fordern zwei Blitzer auf jeder Seite

Die Anwohner wünschen sich indes unbedingt feste Blitzer in beiden Fahrtrichtungen, damit die Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit einhalten und der Verkehrslärm reduziert wird. Florian Beilig, der im Kieselgrund an der B 75 wohnt und sich seit Jahren mit dem „Arbeitskreis Lärm macht krank“ für den Lärmschutz einsetzt, fordert zwei Blitzer auf jeder Seite – jeweils einen am Ortseingang und einen am Ortsausgang.

„Nur das hält die Auto- und Lkw-Fahrer davon ab, nach dem ersten Blitzer sofort wieder zu beschleunigen“, sagt er. Beiligs Nachbar Wolfgang Schwarz stimmt zu und berichtet: „Man kann Schilder aufstellen, so viel man will, die Fahrer rasen trotzdem, wenn es nicht ständig kontrolliert wird.“

SPD dankt Anwohnern für Zusammenarbeit

Die SPD-Fraktion verspricht derweil, am Thema Lärmschutz in Kücknitz dranzubleiben. Frank Zahn, der zuständige SPD-Fraktionssprecher für Lärmschutzmaßnahmen, hat nach Angaben seiner Partei kürzlich einen umfangreichen Fragenkatalog erstellt und diesen in die Bürgerschaft eingebracht. „Mit Spannung erwarten wir nun die Antworten der Verwaltung, um auch den Anwohnern vor Ort detailliert ,Licht ins Dunkle’ bringen zu können“, erklärt sein Parteikollege Jörn Pule. „Wir danken den Anwohnerinnen und Anwohnern für die konstruktive Zusammenarbeit.“

Von Rabea Osol