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Lübeck Eintrittskarte für Fest-Gottesdienst?
Lokales Lübeck Eintrittskarte für Fest-Gottesdienst?
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23:00 18.12.2018
Zu Heiligabend sind viele Kirchen traditionell so voll, dass zahlreiche Gottesdienst-Besucher nur noch einen Stehplatz bekommen. Quelle: dpa
Lübeck/Essen

Alle Jahre wieder: Die Kirchen platzen an Heiligabend aus allen Nähten – so groß ist der Andrang der Gläubigen. In ihrer Not ist eine evangelische Kirchengemeinde im nordrhein-westfälischen Essen jetzt auf die Idee gekommen, den Zugang zu ihren sechs Gottesdiensten an Heiligabend nur mit Eintrittskarte zu erlauben. In Schleswig-Holstein behelfen die Gemeinden sich (noch) anders: Bei erwartbar hohem Besucheraufkommen wacht ein Küster mit Zähler am Eingang, bis nichts mehr geht.

Ob die Essener Eintrittskarten-Lösung nun besonders elegant ist, wisse er nicht, sagt Lübecks Petri-Pastor Bernd Schwarze. Verstehen könne er sie aber. Die Sicherheit von Leib und Leben sei oberstes Gebot. Gewiss wäre eine Praxis zu „stopfen“, bis gar nichts mehr geht, mindestens grenzwertig, sagt Schwarze. „Nicht auszudenken, was passiert, wenn ein Feuer oder ein anderer Katastrophenfall eintritt, und die Menge nicht mehr rechtzeitig fliehen kann oder Überbestuhlung die Notausgänge versperrt. Die Verantwortung dafür liege bei den kirchlich Verantwortlichen.

In der Kirchengemeinde Essen-Haarzopf war es im Vorjahr zu tumultartigen Szenen vorm Kirchenportal gekommen, als Besucher wegen Überfüllung des Gotteshauses abgewiesen werden mussten. Lautstark hatten Menschen ihr Recht auf einen Platz im Heiligabend-Gottesdienst eingefordert. Die evangelische Kirche bietet 333 Sitzplätze. Aus Brandschutzgründen darf niemand stehen. In diesem Jahr können kostenlose Tickets für den Gottesdienst an Heiligabend telefonisch oder im Internet bestellt oder persönlich im Gemeindezentrum abgeholt werden. Einige Kirchengemeinden in Berlin versuchen auf die gleiche Weise, den Andrang zu kanalisieren. Anfänglicher Protest habe sich gelegt, heißt es aus der Hauptstadt.

Auch in Lübeck sind die Kirchen Heiligabend bis an die Grenzen gefüllt. Bei den familienfreundlichen Gottesdiensten zwischen 14 und 17 Uhr an Heiligabend sei es in den vergangenen Jahren schon vereinzelt passiert, dass Menschen, die auf die letzte Minute gekommen waren, keinen Platz mehr gefunden haben, räumt Katja Launer, Sprecherin des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg ein. In den meisten Fällen aber muss niemand abgewiesen werden. Was wohl auch daran liegt, dass Lübeck riesige Kirchen im Angebot hat. Pastor Schwarze empfiehlt, bei überfüllten Gotteshäusern auf einen wenige Kilometer entfernten Gottesdienst auszuweichen, der vielleicht nicht ganz so populär ist. In den Lübecker Stadtteilkirchen finde man gut besuchte, gut gemachte, aber nicht komplett überlaufene Angebote.

Pläne, Eintrittskarten zu vergeben, sind der evangelischen Nordkirche nicht bekannt. „Wir gehen davon aus, dass sich mit Rücksichtnahme und Vernunft alles gut vor Ort regeln lässt“, sagt Kirchensprecherin Susanne Gerbsch. Ein Tipp für Insider sei, auf den ersten Weihnachtstag auszuweichen. Da sei es lange nicht so voll, die Weihnachtsstimmung aber sei genauso da.

Kein anderes Bild bei den Katholiken im Norden. „Einlasskarten gibt es in unseren Gemeinden noch nicht“, teilt Manfred Nielen, Sprecher des Erzbistums Hamburg, mit. Die Essener Gemeinde versuche, mit einer schwierigen Situation umzugehen. „Das ist aus meiner Sicht zu respektieren.“

Bislang verlangen einige Kirchen lediglich Eintritt, wenn es um die Besichtigung des Bauwerks geht. So zahlen Touristen für einen Rundgang durch St. Marien in Lübeck, Mutterkirche der norddeutschen Backsteingotik, eine Erhaltungsgebühr in Höhe von zwei Euro (ermäßigt 1,50 Euro). Der Kassierer am Eingang braucht ein dickes Fell. Diskussionen gebe es regelmäßig, heißt es. Auch der Besuch einiger anderer protestantischer Kirchen ist außerhalb der Gottesdienste kostenpflichtig. Kassiert wird etwa im Berliner Dom, der Nikolaikirche in Stralsund oder im Dom zu Meißen.

Curd Tönnemann

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