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Lübeck Schmuck gestohlen? Altenpfleger vor Gericht
Lokales Lübeck Schmuck gestohlen? Altenpfleger vor Gericht
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17:52 29.10.2019
Prozess vor dem Amtsgericht. Quelle: Rüdiger Jacob
Lübeck

Ein 41-jähriger Altenpfleger soll Anfang März in einer Seniorenwohnanlage einer dort residierenden 84-Jährigen Goldschmuck im Wert von 2000 Euro gestohlen haben. Die Tochter der Geschädigten hatte Anzeige erstattet, weil Schmuck und Geld fehlten.

Armspange und Goldringe fehlen

Nun steht ein damals auf der Pflegestation beschäftigte Altenpfleger vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor: Er habe am Tag der Tat zusammen mit einer Praktikantin und der Geschädigten in deren Wohnung Kleidungsstücke zusammengesammelt, die die 84-Jährige benötigte, weil sie kurzzeitig auf die im Gebäude integrierte Pflegestation verlegt werden sollte. Dabei sei er auf den Goldschmuck gestoßen. Einen Teil des Schmuckes habe die Dame angelegt. Bei einem anderen Stück dagegen soll der Pfleger später auf der Pflegestation angeboten haben, es zurück zur Wohnung zu bringen. Begründung: Die wertvolle Armspange könnte sonst leicht gestohlen werden. Genau diese Armspange und zusätzlich zwei Goldringe aus der Wohnung gelten nun als vermisst.

Der 41-Jährige bestritt vor Gericht den Vorwurf des Diebstahls. Seine Version der Geschichte: Er habe erst auf der Pflegestation die jetzt fehlende Armspange entdeckt und angeboten, sie in Sicherheit zu bringen. Dann habe er sich mit dem Schmuck zur Wohnung der Seniorin begeben, sich jedoch auf der ihm unbekannten Station verlaufen. Damit habe der bereits vorbestrafte Altenpfleger gegen eine Auflage verstoßen, nicht alleine in den Zimmern unterwegs zu sein. Er begründete das mit Zeitdruck. Schließlich habe ihm die damalige Praktikantin den Weg gezeigt und soll dabei gewesen sein, als er den Schmuck zurücklegte.

Zeugin kann sich nicht erinnern

Die nun 18-jährige ehemalige Praktikantin wurde als Zeugin geladen, erschien jedoch morgens nicht zum vereinbarten Termin. Die Polizei führte sie mittags vor. Sie sagte aus, sie könne sich an nichts erinnern – noch nicht einmal, in welchem Zeitraum sie dieses Jahr in der Seniorenwohnanlage eingesetzt war.

Die ebenfalls als Zeugin geladene Tochter der Geschädigten beschrieb den vermissten Schmuck. Sagte aber weiterhin aus, dass andere als vermisst angegebene Gegenstände sich inzwischen wieder angefunden hätten. Auch die Geschädigte selbst musste in den Zeugenstand. Fragen des Richters beantwortete sie teils widersprüchlich, doch zwischendurch wandte die 84-Jährige sich dem Angeklagten zu: „Jetzt haben Sie wohl ein schlechtes Gewissen!“

Entlasten oder belasten könnte den Angeklagten der Pflegebericht. Dort sollen alle Gegenstände und Kleidungsstücke aufgelistet sein, die aus der Wohnung der Geschädigten mit in das Pflegezimmer genommen wurden. Der Angeklagte merkte bei seiner Verteidigung an, dass die Polizei keinen entsprechenden Bericht gefunden habe. Nun soll die damalige Pflegedienstleitung zur Zeugenaussage geladen werden. Am 18. November wird weiter verhandelt.

Von Lisa-Marie Pohlmann

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