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Lübeck Hier wurden 450 Kilo ungewolltes Gemüse gerettet
Lokales Lübeck Hier wurden 450 Kilo ungewolltes Gemüse gerettet
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15:26 29.04.2019
Beteiligen sich an der Essens-Rettungsaktion: Henrike Alms, Elisa Wierenberg und Clara Rendfeldt (Von links). Quelle: Max von Schwartz
Innenstadt

Zu funky Musik werden im Werkhof an der Kanalstraße die Schäler und Messer geschwungen. Rund 200 Lübecker sind der Einladung des Vereins Landwege und der Mitveranstalter foodsharing Lübeck und Greenpeace gefolgt, um gerettete und ungewollte Lebensmittel zu verarbeiten. Weltweit leidet etwa jeder neunte Mensch an Hunger, dennoch werden rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weltweit jährlich weggeworfen.

Die Sparkassenstiftung zu Lübeck unterstützt das Projekt, gleich für drei Jahre hat sie die Finanzierung gewährleistet. „Wir verarbeiten hier Lebensmittel, die von Bio-Höfen gespendet oder aus Bio-Läden gerettet wurden“, erklärt Ilka Wäsche vom Verein Landwege. Ursprünglich war geplant, rund 200 Kilo knubbeliges und daher ungewolltes Obst und Gemüse vor der Tonne zu retten. „Jetzt haben wir aber allein schon 200 Kilo Tomaten, heute Abend werden bestimmt 450 Kilo verarbeitet oder mit nach Hause genommen“, freut sich Wäsche.

Eigentlich bräuchte man 100 Schnippeldiskos am Tag

Fast eine halbe Tonne Essen wird vor dem Wegwerfen bewahrt. Laut Wäsche ist das aber bei Weitem nicht genug. Bis 2030 soll die weltweite Lebensmittelverschwendung halbiert werden. „Dazu bräuchten wir allein in Lübeck 100 Schnippeldiskos am Tag“, gibt Wäsche zu bedenken. Denn: Lebensmittel werden nicht nur im Einzelhandel und zu Hause weggeworfen. „Der Landwirt lässt oft auch viel einfach auf dem Acker liegen, das taucht beispielsweise in keiner Statistik auf“, so Wäsche.

Die Idee der Schnippeldisko kommt bei den Gästen gut an. Die Studentinnen Henrike Alms, Elisa Wierenberg und Clara Rendfeldt sind durch einen Flyer an der Uni auf den Aktionstag aufmerksam geworden. „Es ist eine tolle Aktion“, sind sich die Drei einig. Auch privat achten sie darauf, möglichst wenig Essen zu verschwenden. „Ich kaufe lieber weniger und dafür öfter ein, dann kommt auch nichts weg“, verrät Alms. „Außerdem koche ich oft Resteessen, die schmecken auch super“, ergänzt Wierenberg.

„Leo in the Lioncage“: Preisgekrönte Band spielt auf

Nach dem Essen werden die Tische und Bänke zur Seite geräumt. Für den Disko-Part des Abends sorgt die neunköpfige Band „Leo in the Lioncage“ aus Kiel und Lübeck. „So eine Party ist genau nach unserem Geschmack“, bemerkt der 22-jährige Keyborder Hannes Pries mit einem breiten Grinsen. Die Gruppe wurde gerade mit dem jungen Kieler Kulturpreis ausgezeichnet.

Die Schnippeldisko findet anlässlich des World Disco Soup Day statt. Dieser geht dieses Jahr in die dritte Runde. Die Aktion von der Gruppe „Slow Food Youth International“ macht auf das gravierende Maß der Lebensmittelverschwendung aufmerksam. Im letzten Jahr wurden mehr als 20 000 Kilogramm gerettete Lebensmittel verarbeitet.

Max von Schwartz

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